Ich hatte mir eine kleine Lektüre erhofft, die in knapper Form einen Überblick gibt über die Geschehenisse der Finanzkrise. Da wurde ich voll und ganz enttäuscht!
Wer etwas Allgemeinbildung oder Abitur besitzt, für den ist das Buch schon nicht geeignet. Wer, wie ich, Volkswirtschaftslehre studiert oder wirtschaftlich interessiert ist, für den ist das Buch erst recht ungeeignet.
Bezeichnend für das Buch ist, dass kein Wirtschaftswissenschaftler zu den Autoren zählt. Der Text ist durchweg subjektiv geprägt und es werden "rhetorische Fragen" gestellt, wie: "verkauft man etwa ein Fahrrad oder ein Auto, das man sich nur geliehen hat?". Allein die Fragestellung ist wenig objektiv, durch Formulierungen wie "etwa" und "nur geliehen" wird es eindeutig subjektiv.
Weitere Beispiele wären: "Wir alle werden zur Kasse gebeten" oder: "...und irgendwann bekommen wir die Rechnung" bzw. "Gier macht blind".
Das Glossar am Ende des Buches gibt deutliche Hinzweise auf die Zielgruppe dieses Buchs. Es werden Begriffe erklärt wie "Aktie, Börse, Bruttoinlandsprodukt, Zinsen". Wem diese Worte fremd sind, der kann bei diesem Buch zugreifen. Ansonsten halte ich das Buch für schlecht, da es selten wertungsfrei ist. Zudem sind manche Schlussfolgerungen oder Argumente ökonomisch falsch, oder sehr zweifelhaft. Auch sind keine Quellenangaben vorhanden!
Das Buch von Hans-Werner Sinn "Kasino-Kapitalismus" hat zwar einen reißerischen Titel, ist aber in jeder Hinsicht um Welten besser und auch für fachfremde Leser gut geeignet.