Buch der 1000 Bücher
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Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Die Feuerzangenbowle
OA 1933 Form Roman Epoche Weimarer Republik
Der Roman um das Pennälerleben in einer Kleinstadt ist eines der meistgelesenen Werke der deutschsprachigen Unterhaltungsliteratur.
Inhalt: Bei einer Feuerzangenbowle erinnern sich einige ältere, studierte Herren ihrer Gymnasialzeit und der Streiche, die sie einst ausheckten. Der ebenfalls anwesende 24-jährige Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer (»Pfeiffer mit drei f«) hört interessiert zu, kann aber selbst nicht mitreden, denn als Privatschüler hat er nie das Gymnasium besucht. Im Laufe der Unterhaltung kommt die Idee auf, der noch sehr jung aussehende Pfeiffer solle das Versäumte nachholen und noch einmal die Schulbank drücken.
Ohne seine Braut Marion von seinem Vorhaben zu unterrichten, reist er in die Kleinstadt Babenberg, um dort unerkannt das Leben eines Oberprimaners führen zu können. Er nimmt Quartier bei der Pensionswirtin Frau Winscheid und meldet sich beim örtlichen Gymnasium an. Entbunden von den Mühen des Lernens, kann er sich ganz auf das Ersinnen immer neuer harmloser Streiche konzentrieren sei es, dass er in der Rolle des Chemielehrers Professor Crey den angereisten Oberschulrat täuscht oder seine Mitschüler anstiftet, sich nach dem Genuss des zu Versuchszwecken von Professor Crey mitgebrachten Heidelbeerweins als Betrunkene aufzuspielen. So wird er zum beliebten Mitschüler, bringt seine Lehrer jedoch zunehmend zur Verzweiflung. Kaum einer seiner harmlosen Streiche bleibt unentdeckt, es hagelt Klassenbucheinträge und Arrest für den promovierten Schriftsteller. Als Marion auftaucht und sieht, welches Spiel ihr Verlobter treibt, gibt sie ihm den Laufpass. Nach einer vergnüglichen Zeit in Babenberg droht Pfeiffer schließlich aufgrund seines lausbübischen Treibens der Rausschmiss; er sieht sich gezwungen, die Beteiligten über seine wahre Identität aufzuklären. Zuletzt gelingt es ihm noch, die Tochter des Schuldirektors Knauer, mit der er bereits seit einiger Zeit angebändelt hatte, als Braut zu gewinnen die heitere Handlung findet einen glücklichen Ausgang.
Wirkung: Origineller Witz, lebendige Dialoge und prägnant karikierte Figuren machen diese »Lausbüberei in der Kleinstadt« zu einem Meisterstück der Unterhaltungsliteratur, das sich noch heute großer Beliebtheit erfreut. Auch der Verfilmung durch Helmut Weiß aus dem Jahr 1944 mit Heinz Rühmann in der Rolle des späten Pennälers Pfeiffer war ein überragender Erfolg beschieden.
Bis 1959 galt Die Feuerzangenbowle als alleiniges Werk des Schriftstellers Spoerl. Die 2002 erschienene Autobiografie Mein blaues Wunder des satirischen Erzählers, Dramatikers und Feuilletonisten Hans Reimann eröffnete jedoch, dass eben dieser einen wesentlichen Teil des Romans verfasst hatte. S. D.
Kurzbeschreibung
In geselliger Runde bei einer Feuerzangenbowle beschließt der erfolgreiche Schriftsteller Dr. Hans Pfeiffer, entgangene Schulerlebnisse nachzuholen. Lavendelsalz und Zigarren, mondäne Freundin und Mercedes bleiben in Berlin zurück. Als Oberprimaner Pfeiffer nimmt er sich ein möbliertes Zimmer, geht ins Babenberger Gymnasium und wird zum Helden zahlreicher berühmter Lausbubenstreiche. Zum Schluß gewinnt er sogar die hinreißende Tochter des strengen Direktors zur Ehefrau. Treffend und augenzwinkernd skizziert Heinrich Spoerl die Schwächen der großen und der kleinen Menschen und beweist: Wer lacht, der hat das Glück auf seiner Seite.