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Die Festung der Einsamkeit Gebundene Ausgabe – 6. September 2004

3.6 von 5 Sternen 8 Kundenrezensionen

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Die Festung der Einsamkeit ist eine Art grandios erzählter, mit vielen Stimmen durchwirkter Spurensuche: die Suche nach der verlorenen Zeit, die Suche nach der kulturellen Erinnerung, die Suche nach der eigenen Identität. Brooklyn in den 70er Jahren: Hippies siedeln sich an in einer Gegend, die eigentlich fest in der Hand von Puertoricanern und Farbigen ist. Hier herrscht das Gesetz des Stärkeren. Das muss auch Dylan erkennen, der mit seinen Eltern, dem Künstler Abraham und seiner Frau Rachel hierher gezogen ist. Plötzlich ist Rahel, die in Brooklyn geboren wurde, wie vom schmutzigen Asphalt der gefährlichen Straßen verschluckt, ihr Mann flüchtet sich in die weltfremde Welt der abstrakten Malerei. Dylan muss sich selbst durchs Leben kämpfen. An der Seite seines schwarzen Freundes Mingus Rude macht er sich auf die Suche nach seinen Wurzeln…

"Stimmen der Erinnerung, die man nicht benennen kann, sind voller unerwünschter Sehnsüchte", heißt es in Jonathan Lethems episch breitem Roman Die Festung der Einsamkeit: "Zum Beispiel ein Song im Radio, der einen für einen Augenblick in den Bann zog, bevor man ihn rührselig, peinlich, schmalzig fand." Lethem hat auch diesen flüchtigen Erinnerungen einen Namen gegeben, polyphon und bravourös, ohne auch nur mit einem Satz rührselig, peinlich oder schmalzig zu werden. Die New York Times hat das Buch "den besten Roman des Jahres" genannt, und das mit Recht. Die Festung der Einsamkeit ist große, in einem kleinen Verlag erschienene Literatur. Unbedingt empfehlenswert. -- Stefan Kellerer

Pressestimmen

„Ein Jahrhundertroman!“ (Tagesspiegel)

„Jonathan Lethem ist in der ‚Hall of Fame' der amerikanischen Literatur angekommen.“ (Die WELT) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Format: Taschenbuch
'Die Festung der Einsamkeit' von Jonathan Lethem ist einerseits ein klassischer Entwicklungsroman, andererseits alles andere als klassisch. Auf mehr als 700 Seiten werden Kindheit, Jugend, Adoleszenz und Erwachsenenalter des Protagonisten, Dylan Ebdus, beschrieben. In der ersten Hälfte des Buches aus einer Erzählersicht, in der zweiten Hälfte aus einer Ich-Erzähler-Perspektive.

Der Titel umschreibt die Tatsache, dass Dylan Ebdus zeit seines Lebens einsam, wenn auch nicht immer alleine war. Seine Eltern, ein physisch anwesender, aber autistischer und damit für Dylan nicht greifbarer Künstler, der jahrzehntelang an einem Trickfilm malt, und eine physisch abwesende, weil verschwundene Mutter, die dafür dem Jungen geistig präsent war, trugen wenig zu seiner Erziehung, seinem Aufwachsen bei. Dylan sucht dafür Zuflucht bei Menschen, bei denen er aufgrund seiner Hautfarbe, als Weißer in Brooklyn immer ein Außenseiter bleibt, die ihm jedoch bei aller Haltlosigkeit mehr Stützwerk sind als seine Familie.

Der Roman ist ein Zeitgemälde insbesondere der 60er, 70er und 80er Jahre. Wie andere Autoren auch (stellvertretend genannt seien Haruki Murakami oder selbstverständlich Nick Hornby) nutzt Lethem die Musik dieser Zeit, baut Künstler, Titel und Texte ein, um Stimmungen und Lebensgefühle zu vermitteln. Selbst als durchaus versierter Musikhörer konnte ich jedoch nur mit einem kleineren Teil der genannten Künstler und Werke konkret etwas anfangen. Ähnlich erging es mir mit anderen Namen der amerikanischen jüngeren Zeit, Künstler, Architekten und anderen, vor allem mit der Comicwelt der späten 60er und frühen 70er.
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Format: Gebundene Ausgabe
"Die Festung der Einsamkeit" ist definitiv mein Buch des Jahres, ein wunderbares Kaleidoskop einer Kindheit in Brooklyn in den 70er Jahren: Graffiti, Soul, Rap. Zwischen den schwarzen Nachbarn wächst das Hippiekind Dylan auf, als "Whiteboy" hat er es dementsprechend schwer; nur mit seinem Freund Mingus kann er in Phantasiewelten aus Superheldencomics, Drogen und Musik flüchten. Wie dieses kleine Universum dann auch noch implodiert, ist traurig und zugleich kraftvoll beschrieben - und wirkt beim Leser noch lange nach!
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Jonathan Lethem nimmt seine Leser mit diesem Roman ein weiteres Mal mit in sein skurriles New York, genauer gesagt nach Brooklyn.

Ich habe mir dieses Buch gekauft, da mich sein Buch „Chronic City“ schlichtweg fasziniert hat und ich unbedingt mehr von ihm lesen wollte. Auch dieser Roman ist sehr gelungen und Lethem lässt den Leser die Welt eines weißen Jungen erleben, der in einem Viertel voller Schwarzer aufwächst und so zum Außenseiter und Ziel von Hänseleien und bösen Streichen wird – ungewöhnlich, da solche Situationen in der Regel oft umgekehrt geschildert werden.

Mir gefällt der Stil, genau wie in „Chronic City“ unglaublich gut. Lethem versteht es, Details interessant und mit viel Liebe zu beschreiben, lässt aus Comics, die sein Protagonist liest kleine schillernde Welten entstehen, nur um diese an der darauf folgend beschriebenen Realität wieder zerplatzen zu lassen und den Leser zu ernüchtern. Die Geschichte zeigt zu gut, wie einsam man trotz tausender Menschen sein kann, die einen umgeben.

Außerdem hat mir sehr gut gefallen, wie das zu Hause, die Schule und die Straße, auf der die Kinder spielen, als verschiedene „Welten“ dargestellt werden, die auch alle ein unterschiedliches Verhalten erfordern. Nur weil man jemanden auf der Straße kennt, heißt das noch lange nicht, dass man auch in der Schule befreundet sein muss.

Fazit:
Lethem gelingt es auch mit diesem Werk um den Leser herum eine eigentümlich schillernde Welt aufzubauen, in der der Protagonist lebt. Ein wenig eigentümlich, ein wenig skurril und immer wieder schrecklich ernüchternd. Doch Lethem beherrscht die Kunst, seinen Leser zu fangen und mitzunehmen, sodass es nicht langweilig wird.
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Format: Taschenbuch
Das Buch besticht durch wirklich fabelhaft geschilderte, will sagen sehr glaubwürdig und echt erscheinende Einzelszenen. Das sind im ersten Teil Ballspiele auf der Strasse, das Aufbringen von Graffities, ERfahrungen mit Drogen und Mädchen und eine Szene, in der masturbiert wird. Die Jungs werden erwischt versteht sich, die Seiten sind unglaublich tragisch und komisch zugleich. Im zweiten Teil gibt es herrliche Parties im College, unter Drogeneinfluss getätigte Kopulationen, sogar eine Schießerei. Allerdings gewann ich als Leser den Eindruck, Lethem schrieb das Buch um die - möglicherweise in seiner Schreibwerkstatt schon vorhandenen Szenen, die wirklich gut sind- in einem längeren Text unterzubringen. Der Zusammenhang wirkt aufgesetzt, zu viele Szenen haben keine Nachwirkung, zu viele Personen kreuzen auf und verschwinden wieder. Vielleicht sollte das ganze möglichst lebensnah wirken, das ist geglückt. Es gibt auch viel überflüssiges, was dem Autor Arbeit und dem Leser eher müde Augen und Langeweile beschert. Z.B. wird die komplette Geschichte einer fiktiven Band, der der Vater von Mingus, eines der Protagonisten angehörte seitenlang dargestellt, es werden angebliche Artikel aus Zeitungen zitiert- alles überflüssig. Die Geschichte mit dem Ring, der übermenschliche Fähigkeiten (Fliegen, Unsichtbarkeit) verleiht soll nach meinem Gefühl nur verbergen, dass Lethem nicht über die sprachlichen Fertigkeiten verfügt, um aus dieser Geschichte ohne diesen Hokus-Pokus ein lesenswertes, evtl. gar gutes Buch zu machen. Ich habe mich streckenweise gelangweilt und bin ohne Kenntnis weiterer Bücher von Lethem erstaunt, dass er sogar Creative Writing in Pomona unterrichtet.Lesen Sie weiter... ›
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