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Wir begannen Abschied zu nehmen.
Wir waren damals über ein Jahr in Chardonne sur Vevey am Genfer See gewesen, wir liebten die Landschaft, das Dorf, die Weinberge, das Haus; die Hotelbesitzer waren unsere Freunde geworden. Wir hatten hier Weihnachten und Neujahr gefeiert und die goldene Hochzeit unserer Eltern.
Wir mußten nun Abschied feiern.
Die Eltern kamen nochmals aus Deutschland, die Freunde aus Österreich, Italien, Deutschland unter großen Ausreise- und Einreiseschwierigkeiten.
Wir spürten den kommenden Krieg in den Gebeinen, wir waren Auswanderer geworden, wir feierten den Abschied als etwas Endgültiges und Besiegeltes. Wir sagten auf Wiedersehen und hatten nur einen Schimmer von Hoffnung auf Wiedersehen.
In all den Jahren in Amerika hatten wir Sehnsucht nach Chardonne, man könnte es fast Heimweh nennen, obwohl wir nur ein Jahr dort gelebt hatten. Es war für uns der Platz in Europa, der voll ungestörter Erinnerungen war.
Unser Haus in Österreich, unsere Wohnungen in Berlin und Wien waren enteignet, geplündert, zerstört - das waren Alpträume. Aber von Chardonne konnte man ungestört träumen, und die wahre Sehnsucht erinnert sich wohl an daß Unveränderte und Unvergängliche.
Nach Barnard, Vermont, kamen wir zum erstenmal fünf Wochen nach unsrer Ankunft in Amerika. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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