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Die Farben der Grausamkeit
 
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Die Farben der Grausamkeit [Gebundene Ausgabe]

Joseph Zoderer
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 2., Mit Lesebändchen (12. Mai 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3852186846
  • ISBN-13: 978-3852186849
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 245.393 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

" (...) ein wunderbares, äußerst dynamisches Ganzes. Wiener Zeitung, Irene Prugger Die eigenwillige Kraft der Beharrlichkeit reizt und fasziniert Südtirol online, Jutta Telser ein herbstlich beruhigender Roman." (Südtiroler Tageszeitung, Helmuth Schönauer)

Kurzbeschreibung

Richard will sich von der Liebe seines Lebens befreien, von der Obsession einer Leidenschaft, die ihn immer noch an Ursula fesselt, seine einstige Geliebte, die ihn verlassen hat. Um sein Familienglück zu retten, kauft er ein Bauernhaus am Berg. Die Umgestaltung des neuen Heimes soll ihn ablenken, erlösen von der Sehnsucht nach
Ursula, soll ihn zurückführen zu seiner Frau Selma, die er immer noch liebt, und zu ihren beiden Söhnen. Richard pendelt zwischen zwei Welten, zwischen Idyll und schmerzender Erinnerung, zwischen der Einsamkeit des Bergdorfs und der Betriebsamkeit der Stadt. Doch dann macht er einen Karrieresprung und wird als Auslandskorrespondent ins Berlin des Jahres 1989 geschickt. Inmitten der weltpolitischen Umwälzungen begegnet er dort ein zweites Mal Ursula und muss sich entscheiden ...Mit atmosphärischer Dichte und poetischer Klarheit erzählt Joseph Zoderer in seinem neuen Roman eine Geschichte von den Möglichkeiten der Liebe und den Wunden, die sie schlägt, von der Sehnsucht, mehr als ein Leben zu haben, und vom Weg eines Mannes zu sich selbst.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
oh my god!!! 24. April 2011
Von Layla
ich habe es ja versucht. bis seite 156 bin ich gekommen. nein, das ist unerträglich, sprachlich, inhaltlich, stilistisch. normalerweise lese ich immmer alle bücher zu ende, aber hier streike ich jetzt einmal. ich muss sagen, ich bin fassungslos. man soll ja sachlich bleiben beim verfassen einer rezension, aber in diesem fall, wie geht 'sachlich'? was soll denn jetzt so toll sein an einem plot, der eine allerweltsgeschichte zu einem zerrissenheitsdrama hochstilisieren will, und das sooo dilettantisch? die sprache ist eine einzige katastrophe, die bilder sind völlig unpassend, ich möchte jetzt ein paar zitate aus dem buch hierhin schreiben.
also:

seite 16:" Wo immer du hinkommst, hatte er einmal gedacht, hat man deine Ankunft schon vergessen, bevor du noch einen Fuß aus dem Zug oder Flugzeug oder Taxi gesetzt hast. Du wirst keine Feier stören, du wirst keine Demonstration stören, du wirst nicht einmal einen Streit, geschweige denn einen Schlägerei stören. Vielleicht wird dich jemand versehentlich umarmen. Vielleicht wird dich jemand küssen, versehentlich, und dann die Leiter an dir anlegen, weil er dich mit einem Baum verwechselt und dir die Arme abschneidet, dürr wie sie sind, aber unbrauchbar für ein gutes Feuer." ??

seite 74:
"Er hätte auf Nägeln hüpfen können, so ohnmächtig verliebt in den untergehenden Tag fühlte er sich, schreihalsig und doch stumm. Hätte er doch Steine zerkauen können, um Ersatz für ein zielloses Gebet zu haben! Laß mich hinein, hätte er gebetet, laß mich hinein in den Sinn. In welchen Sinn? In den meines lächerlichen Ichs." ??? naja....eben...der sinn??

seite 81: "Er könnte ja sagen...wozu? All das unerträgliche Glück. Jeden Tag Wurst oder Speck oder Knödel oder Wasser oder Wein. Und Brot bis zum Verschimmeln." ????

seite 114:
"Warum war er kein guter Vater? Weil er seine Kinder nicht auffraß? Weil er sie nicht mit einem Zyklopenauge anstierte? Weil er ihre Mutter, Kleopatra, vor ihren Augen an jedem Meeresstrand nackt hin-und herwandern ließ (bei ihrer fast krankhaften Suche nach einer ungetrübt silberblau glänzenden Muschel)? Ja, vielleicht war es eine Schuld, daß er sie nicht gefressen, daß er sie nicht ein einziges Mal in ein Bein oder einen pausbäckigen Rosaschenkel gebissen hatte. Er hatte sie niche richtig einverleibt, lebte zwischen Redaktionsluft und Bergidyll immer in einem Zwischenland." ????????

okay, jetzt ist mir das zu mühsam, aber so ist es möglich, sich ein bild zu machen.

das alles soll wahrscheinlich tiefgründig und poetisch sein, die sprache soll getragen wirken oder so ähnlich, allein, zoderer kann es nicht. und dann inhaltlich: da sitzt dieser richard dann in irgendwelchen europäischen szene-cafés (les deux magots, meine güte!!schon gut!) und ißt muscheln und trinkt champagner oder was, wahrscheinlich damit es den neureichen gefällt, die auch schon mal in 'pariiih' oder in london waren. aber das nur am rande. ist ja für manche nett, wenn man plätze wiedererkennt. aber da sitzt er dann und alles ist so wahnsinnig schön, auch zermantschte pizzabrocken von gestern und der hintangelassene urin auf der strasse, jaja..

wenn man jetzt bedenkt, da bekommt jetzt jemand wie zoderer eine bewertung wie etwa philip roth, - so zwischen vier und fünf sternchen..naja, da kann man sich dann schon gedanken machen.

ich finde,dass buch ist fürchterlich schlecht und 1 stern sollte es auch nicht bekommen. kein stern!

p.s. ich bitte von beschimpfungen abzusehen, mir ist eh von dem buch schon nicht gut :-)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Belle's Leseinsel TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Der Radiomoderator Richard ist mit Selma und seinem kleinen Sohn Rik glücklich. Ihr gemeinsamer Traum ist es, an den Waldrand zu ziehen, um dem hektischen Stadtleben zu entfliehen. Doch dieses Glück wird gestört als Richard die junge Ursula kennenlernt. Nie hatte er daran gedacht, Selma zu betrügen, doch nun ist es wie selbstverständlich. Richard beginnt ein Doppelleben zu führen. Auf der einen Seite das ruhige, besinnliche Familienleben mit Selma, auf der anderen Seite das turbulente , aufregende Leben an der Seite von Ursula. Doch nach einiger Zeit beendet Ursula die Beziehung. Zu dieser Zeit haben Selma und Richard bereits ein Berghaus in den Tiroler Alpen gekauft. Die Renovierung des herunter gekommenen Hauses hilft Richard, die Beziehung mit Ursula zu verarbeiten, doch heilen kann sie ihn nicht. Da erhält er ein Angebot als Auslandskorrespondent, welches er annimmt. Seine Arbeit führt ihn nach Paris, London und im Jahr 1989 nach Berlin. Dort trifft er Ursula wieder.

Richard ist ein innerlich zerrissener Mann. Er liebt Selma und seine mittlerweile zwei Söhne. Die Renovierung des Berghauses in den Tiroler Alpen ist für ihn wie eine Therapie, eine versuchte Heilung von den Wunden, welche die Trennung von Ursula ihm verursacht haben. Doch diese Wunden lassen sich nie ganz heilen, ständig sind seine Gedanken bei Ursula. Und doch gelingt es ihm scheinbar mühelos, im Zusammensein mit Selma und den Kindern den Schalter umzulegen und den treusorgenden Ehemann und Vater zu spielen. Der Job als Auslandskorrespondent kommt ihm daher mehr als gelegen, bietet sie doch Ablenkung und Flucht und führt ihn an Orte, die er mit Ursula nicht besucht hat. Doch selbst hier verfolgen ihn seine Gedanken an Ursula. Seine Beziehung zu Selma erkaltet schleichend durch die ständige Trennung. Und er weiß auch, dass er für seine Kinder ein schlechter Vater ist, doch ändern kann oder will er auch nichts an dem gegenwärtigen Zustand.

Und so wie die Berliner Mauer im Jahr 1989 immer mehr Risse bekommt, so bekommt auch die Ehe von Selma und Richard immer mehr Sprünge und droht an der ständigen Abwesenheit von Richard zu zerbrechen. Beide spüren dies und genau in diesem Moment tritt Ursula wieder in sein Leben. Nicht nur eine weltpolitisch aufregende Zeit beginnt, auch für Richard kehrt wieder Aufregung in sein Leben zurück. Kaum noch interessiert ihn das aktuelle Geschehen in Berlin, in seinem Blickfeld befindet sich nur noch Ursula, wie besessen ist er von ihr. Doch kann diese Beziehung ein gutes Ende finden?

Richard ist in meinen Augen ein sehr selbstsüchtiger Mensch. Er vermutet zwar, dass Selma etwas von seiner Beziehung zu Ursula ahnt, ist aber nicht fähig, diese zu beenden oder eine Entscheidung zu treffen. Viel zu sehr genießt er diese zwei so unterschiedlichen Leben mit den beiden Frauen, die er beide auf ihre Art gleich stark liebt. Er weiß sehr genau, dass Selma unter der Einsamkeit der Bergwelt leidet, sich ein glückliches Familienleben wünscht, doch für eine Entscheidung ist er nicht bereit. Bei Ursula lebt er nur im Hier und Jetzt, genießt das aufregende Leben mit ihr wie auch ihre Unbekümmertheit. Sie ist für ihn die Gegenwart, mit Selma plant er die Zukunft und er kommt nicht auf den Gedanken, dass es für Selma vielleicht gar keine gemeinsame Zukunft geben könnte. Und so habe ich mich über das Verhalten von Richard des Öfteren ziemlich geärgert, da es für mich absolut nicht nachvollziehbar ist.

Aber eigentlich war dies nur nebensächlich, denn wichtig ist hier die Sprache von Joseph Zoderer. Diese ist so kraftvoll, poetisch, nachdenklich, stellenweise melancholisch, dann wieder euphorisch, dass man schon nach kurzer Zeit von seiner Erzählweise gefangen ist. Hinzu kommt, dass seine Geschichte atmosphärisch sehr dicht umgesetzt ist und man bei seinen Beschreibungen der Bergwiesen, der Wälder oder der doch recht ausführlich beschriebenen Renovierung des Berghauses dies praktisch alles sofort vor Augen hat und hinzu kommt die Geschichte an sich. Der Autor beschreibt seinen Protagonisten und dessen Gefühlswelt sehr plastisch und stellt auch bewusst dessen innere Zerrissenheit in den Vordergrund. Man weiß bis zum Schluss nicht, wie sich das Leben von Richard weiter entwickeln wird, welches Schicksal Joseph Zoderer für seinen Protagonisten vorgesehen hat.

"Die Farben der Grausamkeit" ist kein einfaches Buch und man muss sich für dieses wirklich viel Zeit nehmen, aber man wird belohnt. Belohnt mit einer fantastischen Sprache und einer Geschichte, die einen fesselt, auch wenn man - wie ich - das Verhalten des Protagonisten absolut nicht nachvollziehen kann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verwirrungen eines Lebens! 9. Februar 2011
Es ist zunächst ein verstörender Titel. Ein Titel, der den Leser erst einmal vor diesem großen Roman des Südtiroler Schriftstellers Joseph Zoderer zurückschrecken läßt. Dabei erzählt der Roman nicht nur von Grausamkeit, sondern auch von kleinen und großen Momenten des Glücks und der Zufriedenheit. Aber der Reihe nach.
Selma und Richard sind ein Ehepaar. Er Journalist, sie jetzt Mutter und Hausfrau. Das Haus in den Berg ist gebaut und dem Genuß des Lebens in Familie und glücklicher Ehe würde für Richard nichts im Wege stehen. Wenn da nicht Gisela wäre. Wie Zoderer schreibt, mit 'selbstzerstörerischer Lust' geht Richard ein Verhältnis ein. Eine 'amour fou' im besten Sinne. Eine Liebe, die an die Substanz geht, eine Liebe, in der sich die Protagonisten nichts schenken, bis dann Richard doch den Schritt der Trennung vollzieht und zunächst zu Frau und Kindern zurückgeht. Nicht von langer Dauer, seine Redaktion versetzt in nach Berlin, weit weg von dem Bergidyll in dem er mit Frau und Kindern lebt.
Und in den Wirren der Deutschen Einheit begegnen sich Gisela und Richard wieder. Die leidenschaftliche Affäre beginnt erneut. Nun begleitet durch die Deutsche Einheit und dem neuen Leben, dem offenen Leben in Berlin. Bis nach Barcelona folgt Richard der lebenslustigen, aber auch in sich zweifelnden Gisela. Wieder spielt eine Großstadt eine Rolle in der Geschichte, wieder zeichnet Zoderer mit starkem Wortstrich Bilder von Begegnungen und Szenen. Barcelona aber auch als Endpunkt einer Beziehung? Bleibt Richard oder nicht? Der Leser mag sich selbst auf den Weg der Findung machen.
Zoderer erzählt von Zweifeln, von Zweifeln in dem Leben seines 'Helden' Richard. Eigentlich hat er alles erreicht: er ist mit einer attraktiven, erfolgreichen Frau verheiratet, hat zwei Kinder und hat noch dazu ein Haus in den Bergen zwar nicht gebaut, dennoch von Grund auf saniert und bewohnbar gemacht. Aber irgendetwas bohrt in ihm. Sollte das alles gewesen sein? Und so erzählt Zoderer von der Beziehung zu Gisela, rastlos und unstet, immer sich hinterfragend. Zoderer gelingt es diese Ratlosigkeit, diese Verzweiflung darzustellen. Orte spielen eine Rolle, kleine Erlebnisse am Rande eingeflochten in diese Geschichte runden sie zugleich ab.
Was mir aber besonders auffiel, ist die Zoderersche Sprache. Nie sentimental, sondern immer direkt und kraftvoll. Es ist ein Vergnügen diese Sprache zu lesen. Der Winter in Bergen wird lebendig vor dem Auge des Lesers, wie auch die inneren Konflikte der Beteiligten. Ein kraftvolle Sprache, aber auch in den Details liebevoll, fast schon zärtlich. Zoderer beherrscht seine Geschichte; kein Wort zuviel, keine Übertreibung. Die Sprache entwickelt souverän eine Geschichte, die nicht nur in die Tiefe geht, nein, sie zieht den Leser auch mit. Ich will nicht sagen, daß das Buch spannend ist, das würde der Geschichte und der Aussage nicht gerecht, aber das Buch zieht den Leser in den Bann. Er ist gefangen zwischen den Personen und ihrer Entwicklung. Der Leser will erfahren, wie es mit den Personen weitergeht; welches Ende es nimmt, ob es überhaupt eine Ende gibt oder ob Zoderer das offen hält.
Zoderer ist ein großer Wurf mit diesem Roman gelungen. Eine Dreiecksgeschichte in der es um Liebe, Verzweiflung, Irrtum und auch Betrug geht. Dazu kommt noch die Geschichte der Deutschen Einheit, die geschickt darum gebaut ist. Orte, Geschehnisse, kleine Episoden am Rande der Geschichte kommen hinzu und bilden eine Einheit in diesem Buch.
Joseph Zoderer hat seinem Werk ein Kleinod hinzugefügt!
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