ich habe es ja versucht. bis seite 156 bin ich gekommen. nein, das ist unerträglich, sprachlich, inhaltlich, stilistisch. normalerweise lese ich immmer alle bücher zu ende, aber hier streike ich jetzt einmal. ich muss sagen, ich bin fassungslos. man soll ja sachlich bleiben beim verfassen einer rezension, aber in diesem fall, wie geht 'sachlich'? was soll denn jetzt so toll sein an einem plot, der eine allerweltsgeschichte zu einem zerrissenheitsdrama hochstilisieren will, und das sooo dilettantisch? die sprache ist eine einzige katastrophe, die bilder sind völlig unpassend, ich möchte jetzt ein paar zitate aus dem buch hierhin schreiben.
also:
seite 16:" Wo immer du hinkommst, hatte er einmal gedacht, hat man deine Ankunft schon vergessen, bevor du noch einen Fuß aus dem Zug oder Flugzeug oder Taxi gesetzt hast. Du wirst keine Feier stören, du wirst keine Demonstration stören, du wirst nicht einmal einen Streit, geschweige denn einen Schlägerei stören. Vielleicht wird dich jemand versehentlich umarmen. Vielleicht wird dich jemand küssen, versehentlich, und dann die Leiter an dir anlegen, weil er dich mit einem Baum verwechselt und dir die Arme abschneidet, dürr wie sie sind, aber unbrauchbar für ein gutes Feuer." ??
seite 74:
"Er hätte auf Nägeln hüpfen können, so ohnmächtig verliebt in den untergehenden Tag fühlte er sich, schreihalsig und doch stumm. Hätte er doch Steine zerkauen können, um Ersatz für ein zielloses Gebet zu haben! Laß mich hinein, hätte er gebetet, laß mich hinein in den Sinn. In welchen Sinn? In den meines lächerlichen Ichs." ??? naja....eben...der sinn??
seite 81: "Er könnte ja sagen...wozu? All das unerträgliche Glück. Jeden Tag Wurst oder Speck oder Knödel oder Wasser oder Wein. Und Brot bis zum Verschimmeln." ????
seite 114:
"Warum war er kein guter Vater? Weil er seine Kinder nicht auffraß? Weil er sie nicht mit einem Zyklopenauge anstierte? Weil er ihre Mutter, Kleopatra, vor ihren Augen an jedem Meeresstrand nackt hin-und herwandern ließ (bei ihrer fast krankhaften Suche nach einer ungetrübt silberblau glänzenden Muschel)? Ja, vielleicht war es eine Schuld, daß er sie nicht gefressen, daß er sie nicht ein einziges Mal in ein Bein oder einen pausbäckigen Rosaschenkel gebissen hatte. Er hatte sie niche richtig einverleibt, lebte zwischen Redaktionsluft und Bergidyll immer in einem Zwischenland." ????????
okay, jetzt ist mir das zu mühsam, aber so ist es möglich, sich ein bild zu machen.
das alles soll wahrscheinlich tiefgründig und poetisch sein, die sprache soll getragen wirken oder so ähnlich, allein, zoderer kann es nicht. und dann inhaltlich: da sitzt dieser richard dann in irgendwelchen europäischen szene-cafés (les deux magots, meine güte!!schon gut!) und ißt muscheln und trinkt champagner oder was, wahrscheinlich damit es den neureichen gefällt, die auch schon mal in 'pariiih' oder in london waren. aber das nur am rande. ist ja für manche nett, wenn man plätze wiedererkennt. aber da sitzt er dann und alles ist so wahnsinnig schön, auch zermantschte pizzabrocken von gestern und der hintangelassene urin auf der strasse, jaja..
wenn man jetzt bedenkt, da bekommt jetzt jemand wie zoderer eine bewertung wie etwa philip roth, - so zwischen vier und fünf sternchen..naja, da kann man sich dann schon gedanken machen.
ich finde,dass buch ist fürchterlich schlecht und 1 stern sollte es auch nicht bekommen. kein stern!
p.s. ich bitte von beschimpfungen abzusehen, mir ist eh von dem buch schon nicht gut :-)