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5.0 von 5 Sternen
Ich wünsche mir eine Fortsetzung, Frau Challis !, 8. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Farben des Glücks. (Taschenbuch)
Das Buch lässt sich so leicht und flüssig lesen, dass ich zuerst gar nicht bemerkt habe, was für eine Fülle von Geschichten mir geboten wurden.
Kate, die bisher ihr ganzes Leben in Dorset zugebracht hat, bricht im Sommer zu einem Malkurs in die Provence auf. Vor ihrer Ehe hatte sie ein Grundstudium in Kunst absolviert. Daher hatten ihre erwachsenen Kinder ihr zu Weihnachten diese eine Woche Urlaub geschenkt. 'Den hast du verdient, Mum', hatte ihre Tochter Anna gesagt und sie fest gedrückt.
Auch die etwas ältere Elspeth, die Urlaub von dem staubigen und lauten London braucht, hat sich für diesen Malkurs entschieden und ist gespannt, wer mit ihr auf die Reise gehen wird. Überrascht stellt sie fest, dass Kate keinesfalls 'bäurisch' aussieht, wie sie angenommen hat.
George, Kates Vater, lebt zwar allein in einem kleinen Häuschen ganz in der Nähe des Hofes, ist es aber gewohnt, dass seine Tochter jeden Tag zu ihm kommt, sich um sein Essen kümmert und um den Haushalt. Er kann aus gesundheitlichen Gründen nur noch kleine Aufgaben erfüllen, hat jedoch Schwierigkeiten, sich aus den Angelegenheiten des Hofes herauszuhalten.
Sein Schwiegersohn Josh, Kates Ehemann, hat nichts anderes im Kopf als den Hof Dancing Hill, der seit vielen, vielen Jahren im Besitz von Kates Familie ist, in die Josh eingeheiratet hat. Er ist bestrebt, George zu beweisen, dass er ihn gut führt, ja vielleicht sogar besser als sein Schwiegervater.
Beide Männer haben überhaupt kein Verständnis dafür, dass Kate tatsächlich die Reise in die Provence antritt. Bis zuletzt versuchen sie, ihr diese zu verleiden. Vor lauter schlechtem Gewissen hätte Kate beinahe die Reise abgesagt, doch dann wird sie aufmüpfig und lässt sich auch nicht mehr durch die subtilen Hinweise von Josh, wie schwer die Männer es ohne sie haben werden, umstimmen.
Während Kate und Elspeth in der Provence auf ihren Lehrer Patrice treffen, der großen Eindruck auf Kate macht, erlebt die Dancing Hill Farm eine ereignisreiche Woche. Zuerst trifft Anna aus London ein, um ihren Vater zu unterstützen, während ihre Mutter es sich gut gehen lassen soll. Mühsam erreicht sie, dass auch Richard, ihr Freund, übers Wochenende zum Helfen kommt. Er wäre viel lieber mit ihr zusammen in London geblieben, das Landleben sagt ihm nicht sehr zu.
Als durch eine Unachtsamkeit von Josh ein Unglück passiert, fehlt Kate wirklich. Susie, Kates Schwägerin, möchte sie nach Hause rufen, doch damit ist Josh nicht einverstanden. Er will, dass sie hinterher Schuldgefühle hat. Sie soll sehen, was alles passieren kann, weil sie ihn so einfach im Stich gelassen hat.
Auch George fehlt seine Tochter sehr. Susie kümmert sich zwar um ihn, doch hat er sie nie wirklich als Familienmitglied akzeptiert. Susie beneidet Kate um ihren Status in der Familie. Durch einen Zufall bekommt sie die Chance sich besser zu integrieren und versteht diese zu nutzen.
Anna ist in dieser Zeit eine große Hilfe, sie zeigt Josh was in ihr steckt und kann sich als Farmerin bewähren. Sie erkennt, wie sehr ihr die Farm am Herzen liegt. Sie muss jetzt entscheiden, was ihr wichtiger ist, Dancing Hill oder Richard.
In Frankreich erlebt Kate inzwischen ein völlig neues Gefühl. Sie spürt, dass sie immer noch eine begehrenswerte Frau ist. Hier, wo sie ganz sie selbst sein kann, nicht nur ein Anhängsel des Hofes und der Familie, denkt sie endlich auch einmal an sich. Elspeth wiederum ist eher Beobachterin, nutzt die Zeit zum Reflektieren über ihr Leben, und freut sich schon darauf, Archie, ihren Geliebten seit vielen Jahren, mit einem besonderen Geschenk zu überraschen.
Nach einer Woche Provence zurück in England erleben beide Frauen ganz andere Überraschungen, die beider Leben verändern werden.
Mehr von dem Inhalt des Buches möchte ich hier nicht verraten.
Ich habe auf jeden Fall Elspeth und alle Bewohner der Dancing Hill Farm, einschließlich der Hunde, in mein Herz geschlossen, so gut hat es die Autorin verstanden, mir ihre Protagonisten nahe zu bringen. Gerne würde ich mehr von ihnen lesen und das ist mir 5 Sterne wert.
Mit großem Interesse habe ich gelesen, wie viel Arbeit es auf einem Hof gibt und wie wenig diese Arbeit der Landwirte honoriert wird. Anschaulich wird der Zusammenhalt einer Familie geschildert und die Schwierigkeiten, die es heute kleineren Landwirten immer schwerer macht, ihren Hof wirtschaftlich zu führen.
Sarah Challis hat in mir mehr Verständnis für die Landwirte geweckt, als jemals irgendein trockener Artikel in der Presse.
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