Als Landratte hatte ich erst Bedenken, ein Buch über das Segeln zu lesen, doch schon auf den ersten Seiten wurde klar, dass meine Sorgen, ich könne im Fachchinesisch untergehen, unberechtigt waren. Sehr schnell nahm mich die Handlung gefangen und ich bedauerte jede Minute, die mich vom Lesen abhielt.
Ole Storm, ein junger Segler hat eine besondere Gabe: Er kann die Farbe des Wassers interpretieren und so wichtige Strömungen, Tiefen oder Untiefen aufspüren. Dieses Talent verhilft seinem Skipper Paul von Wellersdorf bei der Starboot-WM 1939 auf der Kieler Außenförde zum Sieg. Leider bleibt keine Zeit, diese Erfolge auszubauen, denn der Krieg beginnt und Ole gerät durch den Kontakt zu dem Konteradmiral von Wellersdorf unfreiwillig in den Widerstand. Schon bald begibt er sich in Lebensgefahr, denn er muss zusammen mit der norwegischen Agentin Lina versuchen, geheime Waffenpläne außer Landes zu bringen.
Der Autor Jan von der Bank ist Segelweltmeister und Gewinner der Kieler Woche und so merkt man sofort, dass sein Wissen, was das Segeln betrifft, nicht auf fleißiger Recherche, sondern auf Erfahrung beruht, was sicherlich bei den Fachleuten, die es lesen, schon allein aus diesem Grund gut ankommen wird.
Bei mir gut angekommen sind die gut gezeichneten Charaktere, der nie abreißende Spannungsbogen, der sich bis zum Ende hin immer weiter steigert, so dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag und die plastischen Beschreibungen vieler Segelszenen und Orte, die man sich so gut vorstellen konnte. Immer wieder beeindruckte mich das geschickt konstruierte Katz- und Mausspiel, das einen als Leser ständig in Atem hielt. Man konnte zusammen mit Ole und Lina die Verfolger fast hautnah spüren und bangte, hoffte und kämpfte mit den beiden.
Dieses Buch ist eine Mischung aus Abenteuer- Spionage-Liebes-und Seglerroman und durch die ungewöhnlichen Schauplätze hebt es sich wohltuend von der Masse der meisten zurzeit gängigen Thriller ab.
Mein Fazit: Sehr zu empfehlen und hoffentlich nicht das letzte Buch von diesem Autor.