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Die Familienmanagerin: Kindererziehung und Bevölkerungspolitik in Wissensgesellschaften
 
 
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Die Familienmanagerin: Kindererziehung und Bevölkerungspolitik in Wissensgesellschaften [Taschenbuch]

Peter Mersch
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Books on Demand Gmbh; Auflage: 1 (1. September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833454814
  • ISBN-13: 978-3833454813
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 25,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 827.360 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Mersch
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Noch zu Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beruhte die gesellschaftliche Reproduktion in den Industrienationen auf einer Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern, was es dem Staat erlaubte, sich weitestgehend aus dem Thema herauszuhalten.

All dies ist vergangen. Nun steht den Frauen die gleiche Vielfalt an Lebensmodellen zur Verfügung wie vorher schon den Männern, wodurch die Nachwuchsarbeit praktisch zum Erliegen gekommen ist: Die entwickelten Länder sind geprägt von einer Armut an und unter Kindern, beschönigend auch demographischer Wandel genannt.

Peter Mersch zeigt auf, dass es in Wissensgesellschaften eine Kernaufgabe des Staates ist, für eine quantitative und qualitative Nachwuchssicherung und damit für eine nachhaltige Bevölkerungsentwicklung zu sorgen, andernfalls wird die Zukunftssicherung vernachlässigt und es kommt zu einer Verletzung des Prinzips der Generationengerechtigkeit.

Effizient erfüllen ließe sich die Aufgabe durch eine Professionalisierung von Familienarbeit, die über eine Besteuerung von Kinderlosen zu finanzieren wäre. Das Fazit des Autors ist: Das demographische Problem der entwickelten Länder ist lösbar, allerdings ganz anders, als es bislang versucht wurde.

Klappentext

Die entwickelten Länder sind geprägt von einer Armut an und unter Kindern, beschönigend auch demographischer Wandel genannt.

Peter Mersch zeigt auf, dass es in Wissensgesellschaften eine Kernaufgabe des Staates ist, für eine quantitative und qualitative Nachwuchssicherung und damit für eine nachhaltige Bevölkerungsentwicklung zu sorgen, andernfalls wird die Zukunftssicherung vernachlässigt und es kommt zu einer Verletzung des Prinzips der Generationengerechtigkeit.

Effizient erfüllen ließe sich die Aufgabe durch eine Professionalisierung von Familienarbeit, die über eine Besteuerung von Kinderlosen zu finanzieren wäre. Das Fazit des Autors ist: Das demographische Problem der entwickelten Länder ist lösbar, allerdings ganz anders, als es bislang versucht wurde.

Prof. Dr. Franz-Xaver Kaufmann:
"Das Plädoyer für eine Professionalisierung von Familientätigkeiten hat vieles für sich. Manche werden einwenden, das Familienmanager-Konzept leiste einer Deinstitutionalisierung von Familie weiter Vorschub. Auf jeden Fall spricht der konsequente Vorschlag aber eine bisher kaum bedachte Dimension in der Diskussion um die prekäre Nachwuchssicherung an."

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein gute Idee. 17. November 2006
Von Volkmar Weiss TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der Verfasser argumentiert folgendermaßen: Die fortgeschrittenen Industrienationen befinden sich auf dem Weg zu Wissensgesellschaften. Nicht mehr Handarbeit, Kapital und Rohstoffe spielen die entscheidende Rolle, sondern immer mehr die geistigen Fähigkeiten und das theoretische Wissen ihrer Menschen.

Gleichzeitig entwickeln diese Staaten aber ein demographisches Problem: Die Lebenserwartung steigt, während die Zahl der geborenen Kinder immer geringer wird. Und nicht nur das: Je höher das Bildungsniveau und der Lebensstandard sind und die Gleichberechtigung der Geschlechter fortgeschritten sind, desto weniger Kinder werden in den Familien mit qualifizierten Partnern geboren. Die Ökonomen nennen diesen Zusammenhang das Demographisch-ökonomische Paradoxon. Es gilt weltweit, auch in den Entwicklungsländern, galt aber nicht aber in der Aufstiegsphase der Industrienationen vor 1850/80. Vor dieser Zeit erreichten bei den Wohlhabenden und Gebildeten die größere Zahl Kinder das Heiratsalter.

Die Bestandserhaltung der Industrienationen ist damit nicht nur, wie der Verfasser richtig begreift und sehr gut belegt, ein rein quantitatives Problem sondern auch ein qualitatives.

Der Verfasser ist der Auffassung, daß die weibliche Emanzipation in Zusammenwirken mit sozialstaatlichen Regelungen den Reproduktionsmechanismus unserer Gesellschaft in seinem Innersten beschädigt hat und damit das Überleben der Gesellschaft gefährdet. Die Kultur des Westens ist auf dem besten Wege, sich selbst zu zerstören. Der Auflösungsprozeß wird dadurch charakterisiert, daß sich der Anteil der sozial schwachen, bildungsfernen Bevölkerungsteile ständig erhöht.

Der Verfasser diskutiert, inwieweit verschiedene bevölkerungspolitische Maßnahmen wie Erhöhung des Kindergelds, Steuersenkung für Familien, Elterngeld oder die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf grundlegende Abhilfe schaffen können, kommt aber in allen Fällen zu einem ziemlich negativen Ergebnis.

Stattdessen schlägt er vor, das Leben mit Kindern als eine Gemeinschaftsaufgabe zu definieren, an der sich grundsätzlich alle beteiligen müssen. Die Gesellschaft sollte die Norm setzen, daß ein Paar zwei Kinder aufziehen muß, eine Einzelperson ein Kind. Sie müssen das aber nicht selbst tun, sondern sie können die Aufgabe zum Teil oder in Gänze Dritten überlassen, eben der Familienmanagerin, die dafür bezahlt wird. Dafür müssen die Kinderlosen dann aber regelmäßig einen bestimmten Betrag abführen, damit die Familienmanagerinnen ihren Aufgaben in entsprechender Qualität gerecht werden können. Die Höhe der von Kinderlosen als Patenschaftssteuer abzuführenden Beträge könnte sich an den Regelungen des Unterhaltsrechts orientieren. Auf der Grundlage dieser zusätzlichen steuerlichen Einnahmen wird dann der neue Beruf Familienmanagerin vorgeschlagen, der es entsprechend qualifizierten Frauen oder auch Männern erlaubt, aus Familienarbeit ein Einkommen zu beziehen.

So weit der Verfasser und so weit auch einleuchtend. Aber woher sollen diejenigen das Geld für die neue Steuer nehmen, die vorn vornherein keines oder ständig zu wenig haben? Die Arbeitslosen und die Angehörigen des Prekariats? Deshalb läuft der Vorschlag, näher betrachtet, im eigentlichen Sinne darauf hinaus, innerhalb der Mittelschicht eine Umverteilung von den Kinderlosen auf die Kinderreichen in Gang zu setzen. Aber auch das wäre schon etwas! Denn bis jetzt läuft die Umverteilung, wie Demographen und Ökonomen immer wieder beklagen, in die entgegengesetzte Richtung.

Das Buch mit seinen sorgfältig dargelegten und gut lesbaren Argumenten verdient zweifellos Beachtung und sollte in den Medien diskutiert werden.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Meinhard Miegel schreibt in "Das Ende des Individualismus":

"Nach wie vor erneuert sich die Bevölkerung in der Zahl ihrer Kinder zu nur zwei Dritteln, und sie ist auch nicht bereit, hieran etwas zu ändern. Sie steht ganz im Banne der Ideologie des Individualismus, für die die Selbstverwirklichung des Einzelnen das höchste Gut ist."

"Die Familienmanagerin" hebt dagegen hervor, dass die "Bevölkerung" so etwas gar nicht selbst steuern kann, weil jeder Mensch sich als Individuum verhält und das große Ganze nicht im Kopf hat. Wie das Buch überzeugend zeigt, wäre dies bei allen anderen "kollektiven" Aufgaben nicht anders. Weder gäbe es dann eine ausreichende Zahl an Finanzbeamten, Lehrern, Polizisten oder Ärzten. Es gibt sie doch, weil kaum jemand in unserer Gesellschaft allein aus Freude arbeitet (wie man das Eltern zumutet), sondern auch Geld verdienen möchte. Eltern sollen sich dagegen mit einem "Konsumnutzen" von Kindern zufrieden geben.

Sehr lesenswert sind die Abschnitte über den Kosten und Nutzen von Kindern und über die sog. Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei wird gezeigt, dass letztere, wenn überhaupt, nur für sehr kleine Familien existiert, wir aber größere Familien benötigen, um zu ausreichenden Nachwuchszahlen zu kommen. Größere Familien verarmen aber sehr schnell, weil sie meist mit einem Gehalt finanziert werden müssen.

Das Buch verfolgt einen sehr breiten Ansatz und ist deshalb eher anspruchsvoll. Es behandelt Themen wie Familiensoziologie, Individualisierung, biographische Fertilitätstheorie, Nachhaltigkeit, Generationengerechtigkeit, Kosten/Nutzen von Kindern, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, staatliche Steuerungsmechanismen, Kollektivaufgaben, Globalisierung, globales Bevölkerungswachstum, Besteuerung etc., so dass man insgesamt einen sehr guten Überblick über die Thematik bekommt. Und als i-Tüpfelchen: ein sehr plausibler Vorschlag für die Überwindung unseres Bevölkerungsproblems. 5 Punkte!
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23 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verwundert... 24. November 2006
Format:Taschenbuch
Das Buch ist klasse! Manche Abschnitte haben bei mir regelrechte Aha-Effekte ausgelöst. Zum Beispiel, wenn dargestellt wird, daß Unternehmen auch eine Reproduktion haben, nämlich Forschung und Entwicklung, in der die neuen Produkte entwickelt werden. Und diese Reproduktion wird durch Umverteilung durch die profitmachenden Unternehmensbereiche finanziert. Und außerdem arbeiten da die hellsten Köpfe, bei der gesellschaftlichen Reproduktion (Kinderkriegen) halten die sich aber raus. Mersch befürchtet, daß unsere Gesellschaft dadurch verarmen und den Anschluß verlieren wird.

Den Grund für die fehlenden Kinder vor allem in gebildeten Bevölkerungskreisen sieht er in falschen Kosten/Nutzen-Anreizen. Eine Frau die eine gute Ausbildung hat und damit Geld verdienen kann, wird keine größere Familien wollen, es sei denn, sie kann damit auch Geld verdienen. Und genau das wird dann mit dem neuen Beruf Familienmanagerin auch vorgeschlagen. Mersch behauptet, Frauen seien sonst noch nicht emanzipiert. Grundsätzlich unbezahlte Familienarbeit sei ja das Prinzip des Patriarchats, das aber passe nicht mehr zur Gleichberechtigung. Eine starke Aussage!

Super sind auch die Ausführungen zur Bevölkerungsschrumpfung. Mit dem Familienmanager-Konzept kann die nicht nur verhindert werden, sondern der Staat kann damit die Geburtenzahlen fast genauso vorplanen wie etwa die Anzahl der Lehrer oder die Steuereinnahmen, und zwar selbst dann, wenn die Zahl der gebärfähigen Frauen sinkt. Mersch meint, die Menschheit müsse sowas in Zukunft drauf haben, wenn sie überleben will.

Das scheint mir ein so wichtiges Buch zu sein, daß ich mich wundere, davon noch nie etwas gehört zu haben. Ständig lese ich in der Zeitung Artikel von klugen und wichtigen Leuten über die schlimme Bevölkerungsentwicklung und dann muß ich mir so ein Buch selbst raussuchen. Was ist los in den Redaktionen? Oder liegt es daran, daß Mersch eine zusätzliche Besteuerung der Kinderlosen fordert, wovon man bei den Kinderlosen in den Redaktionen natürlich nichts wissen will?
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