Dass die Krimis von Charlotte MacLeod an Puritanismus und Spießigkeit kaum zu überbieten sind, stört mich nicht, wenn ich abends im Bett seichte und harmlose Lektüre brauche; wohl aber haben mich bei diesem Hörbuch vom ersten bis zum letzten Satz der Tonfall und die Stimme gestört, durch welche diese Geschichte leider nicht (vor)gelesen und schon gar nicht erzählt, sondern schlicht ZERlesen wird. Frau Dobrusskin hat nicht das geringste Gefühl für das, was sie da liest, jeder Satz hat dieselbe Melodie (obwohl Melodie in diesem Zusammenhang ein Euphemismus ist ...), gleich ob eine unheimliche Situation geschildert, ein Streitgespräch oder ein Tagebucheintrag wiedergegeben wird. Der komplette Vortrag ist eine einzige Zumutung, ich habe lange nach einem Wort gesucht, das treffend wiedergibt, was mich stört, und fand letzten Endes den Begriff von der "Nachrichtensprecherstimme", wie die erste Rezension es nennt, am treffendsten. Zwei Sterne dennoch, weil der zwar sehr konstruierte, aber in sich schlüssige Plot deutlich konturierte Charaktere enthält, durch die die Geschichte unterhaltsam bleibt.