Oh Sarah Jessica Parker - du Stilikone aller Manolo Blahnik Fetischisten. Was wurdest du nicht vergöttert. Die über mehrere Staffeln ausgedehnte Serie über eine Frauenclique im New York unserer Zeit könnte allerdings dazu führen, dass man dich schauspielerisch in eine Form presst.
Wer sich nämlich dieses tragikomische Weihnachtschaos einer amerikanischen Familie ansieht, verharrt zunächst einmal in wachsendem Unglauben, ob des stereotypen Fräuleins, das da von Mrs. Parker bemerkenswert abziehbildhaft wiedergegeben wird.
Die Geschichte eines erfolgreichen Sohnes, der an den Weihnachtsfeiertagen seiner Familie die "Liebe seines Lebens" vorstellen möchte, wird schon bald von einer wahren Zerstörungsorgie emotionaler Böswilligkeiten überlagert. So recht mag keiner etwas mit der leicht zickigen, prüden und sich ständig räuspernden "Tussi" des grossen Bruders bzw. des älteren Sohnes anfangen - und so legt man ihr genüsslich einen Stein nach dem anderen in den von High Heels gesäumten Weg. Besonders die jüngste Tochter ist an Fiesheit kaum zu überbieten, weshalb so manchem das Lachen im Halse stecken bleiben wird.
Wer das allzu vorhersehbare Happy-End einmal beiseite lässt, der findet in diesem (nicht immer den Ton treffenden) Loblied auf die alles überwindende Kraft der Familie durchaus seine komischen und gar erhabenen Momente. Auch wenn nicht jeder Gag zündet, die schauspielerischen Leistungen der einzelnen Protagonisten machen einiges wett. Zu allererst muss hier Diane Keaton genannt werden, deren dem Tod ins Angesicht lachende Mutterrolle jede Minute des Films trägt. Im Vergleich zu ihr alle anderen verblassen zu lassen, wäre jedoch übertrieben - jeder füllt seine Rolle mehr oder weniger glaubhaft aus.
WARUM nun wer zu wem findet, wird leider nicht explizit erläutert - aber darauf scheint es dem Drehbuchautor auch gar nicht anzukommen. Vielmehr legt er es auf ein nahezu ambivalentes Spiel seiner Darsteller an - keiner ist irgendwie so richtig zum liebhaben. Die einzig nennenswerte Ausnahme mögen da nur der schwule Sohn und sein Lebensgefährte bilden - was man nun wahrlich nicht gerade als einen originellen Einfall bezeichnen möchte. Auch das Ende mag für einige etwas zu "zartbitter" ausfallen, es soll sogar Zuschauer gegeben haben, die den Film exakt nach just jenem Moment ausschalteten, in dem Dermot Mulroney - mit seinem unter einer Kapuze grinsenden Gesicht - von einer Bushaltestelle heimwärts stapfte.
Mancher mag sich beim Ansehen von "Die Familie Stone" an die sogenannten "Screwball"-Komödien der 40er und 50er Jahre erinnert fühlen, in denen furchtbar viel und vor allem furchtbar schnell geredet wurde. Wer diese mochte, der wird gut (!) bedient. Wer sich aus Überzeugung zu den Hassern des tragikomischen Familienfilms mit Happy-End-Garantie zählt, der sei gewarnt! Es ist eben doch kein "Sex in the Country"!