| ||||||||||||||||||
Produktinformation
|
Rachel Vinrace dagegen ist gerade eben ihren engstirnigen Tanten entkommen, während Castorp bei seiner Ankunft im Hochtal schon sein Studium abgeschlossen hat. Rachels Weg also ist noch weiter.
Dort in St. Marina erobern sich die beiden Frauen Rachel und Helen vorsichtig das nahe Hotel, das hell erleuchtet zum Haus des Verwandten, das sie benutzen dürfen, hinüberscheint. Rachel trifft auf ihren Settembrini in der Person von St. John Hirst, der ihr nach dem ersten Treffen schon die empfohlene Lektüre ins Haus überstellt. Unter dem Einfluss dieser Leute und der Liebesbeziehung zu Terence Hewet verändert sich Rachel bis zum Punkt, wo sie ihrer Entwicklungshelferin Helen, die sie auch aus der Familie gelöst und mitgenommen hat, Konventionalität vorwirft.
Auf einem Gruppenausflug den Fluss hoch holt sich Rachel ein tödliches Fieber. Ihre Kumpels und Freunde aus dem Hotel tun, was sie können, ohne Erfolg. Sie stirbt.
Sagt uns die Woolf mit diesem Ende, dass Rachel zu weit gekommen ist, dass ihre Überzeugungen und Regungen noch zur Unzeit entstanden sind, zu einer Zeit, wo es für so eine Frau keinen Platz gab? Woolfs Vita und ihr „Ein Raum für sich" sprechen dafür.
Woolfs Schreibe ist brillant, von Metaphern durchsetzt, von grosser Luzidität, von Schärfe geprägt, die nichts an Deutlichkeit vermissen lässt, aber dennoch poetisch durchzogen ist. Und auch hier entsteht der witzige Ton nicht selten bereits über die klare Feststellung der Phänomene.
Eine interessante, feine, scharfe Erzählung.
|
|
|