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Das große Vorbild der Argonautika ist Homers Ilias. Wie die Ilias vom Zorn des Achilles geprägt wird, bestimmt der Zorn des Zeus das Geschehen der Argonautika. Dräger nennt die Argonautika deshalb auch das zweite Zornepos. Seine Übersetzung ahmt nicht den epischen Stil der Vorlage nach sondern legt Wert auf eine wortgetreue Prosaübertagung.
Apollonios stellt gleich zu Beginn des ersten Buches sein Ziel vor „die Ruhmestaten der vor langer Zeit geborenen Männer ins Gedächtnis zu rufen ... und gemäß dem Auftrag des Königs Pelias die ... Argo zum goldenen Vlies hin lenkten". Die Vorgeschichte wird nur kurz und bruchstückhaft erzählt: Phrixos und seine Schwester Helle flohen vor der Stiefmutter auf einem Widder mit goldenem Fell durch die Lüfte von Griechenland nach Aia in Kolchis. Helle stürzte über dem Zugang zum Bosporus ins Meer, welches fortan ihren Namen Hellespont trug. Der König der Kolcher Aietes nahm Phrixos auf und gab ihm seine Tochter Chalkiope zur Frau. Die Gebeine des verstorbenen Phrixos wurden in das goldene Fell des geschlachteten Widders gebettet und nach Brauch der Kolcher in einem Baum bestattet. Diese für Griechen schmähliche Bestattungsart erregte den Zorn des Zeus.
Iason, der Sohn Aison, trifft bei einem Opferfest seinen Onkel Pelias, den König von Iolkos. Pelias wurde von einem Orakel geweissagt, dass er durch einen Mann mit nur einer Sandale bekleidet den Tod fände. Nun hatte Iason bei der Überquerung des Anauros Flusses eine Sandale verloren und sofort „ wie er diesen erblickte, schoss es ihm (Pelias) durch die Sinne, und er trug ihm die Mühsal einer leidvollen Seefahrt auf, damit er auf dem Meer oder auch unter fremdstämmigen Männern die Heimkehr verliere."
Ausführlich vorgestellt werden dann die 54 Helden, die mit Iason aufbrechen, um das goldene Vlies aus Kolchis nach Griechenland zu führen. Unter ihnen waren so klangvolle Namen wie: Herkules, Kastor und Pollux oder Orpheus, der mit seinem Gesang die Seeleute begleitete.
Erster Ankerplatz der Argo war die Insel Lemnos. Die Frauen dieser Insel hatten ihre Männer ermordet und verführten nun die Argonauten und verzögerten dadurch die Weiterfahrt. Auch Iason verliebte sich in die hübsche Hypsipyle. Herkules drängt zur Weiterfahrt. Bei einem Zwischenaufenthalt wird Hylas von einer Quellnymphe in die Tiefen eines Sees gezogen. Herkules macht sich auf die Suche und wird von den aufbrechenden Argonauten „unwissentlich zurückgelassen". Ein weiteres Abenteuer erwartet den bärenstarken Pollux bei den Bebrykern. Der „übermütige" König Amykos fordert ihn heraus und wird im Faustkampf getötet.
An der gegenüberliegenden Küste fristete der Seher Phineus sein Dasein. Weil er den „heiligen Sinn ... des Zeus selbst den Menschen zuverlässig" gekündet hatte, raubten ihm fliegende Ungeheuer, die Harpyien, seine Nahrung. Die zwei Söhne des Boreas vertrieben sie für immer, durften sie aber nicht töten. Phineus sagte ihnen den Weg bis Kolchis voraus. Die Meeresenge zwischen Bosporus und Schwarzem Meer wurde von zwei gegeneinander schlagenden Felsen, den Symplegaden, bewacht. Auf des Phineus Rat hin wurde eine Taube ausgesendet. Sollte sie die Felsen unbeschadet durchqueren, dann konnte ihr die Argo folgen. „Die Felsen aber hatten der Taube die Spitzen der Schwanzfedern abgeschlagen. Doch sie war unversehrt davongeflogen, und die Ruderer schrien laut auf ... und da stemmte sich Athene gegen den wuchtigen Felsen mit der Linken, mit der Rechten aber gab sie ihm (dem Schiff) einen Stoß, damit es durchkäme". Während der Fahrt an der Insel Aretias vorbei wurden die Helden von den Ares Vögeln attackiert. Zur Abwehr verhüllte ein Teil der Argonauten mit ihren Schilden das Schiff, der andere Teil ruderte.
Endlich in Kolchis angekommen stellte König Aietes dem Helden Iason drei Proben als Bedingung für die Übergabe des goldenen Vlieses. Zuerst musste Iason die feuerschnaubenden ehernen Stiere anspannen, dann mit den Stieren das Aresfeld pflügen und zuletzt die aus der Erde wachsenden Krieger besiegen. Diese Aufgaben konnte Iason nur mit der Zauberhilfe Medeas, der Tochter König Aietes, bewältigen. Medeas Liebe zu Iason wurde durch Eros Pfeilschuss entflammt. Das schwanken der Jungfrau zwischen Vater und Ehre einerseits und Geliebtem und Gefühlen anderseits zählt zu den bewegendsten Momenten des Epos. Medea betäubt auch die nimmer schlafende Schlange, die das goldene Vlies bewacht und flieht nach dem Raub mit den Argonauten.
Da den Helden unbekannt ist, dass die Symplegaden inzwischen stillstehen, wählen sie für die Rückfahrt eine andere Route. Ihr Weg führt sie über das Schwarze Meer und den Istros (Donau) in die Adria. Die Kolchern und ihr Anführer Apsyrtos, der jüngere Bruder Medeas, nehmen die Verfolgung auf. Im älteren Mythos wird Apsyrtos von seiner Schwester getötet und in Stücke gehauen ins Meer geworfen, um die Verfolger aufzuhalten. Apollonios lässt Iason und Medea gemeinsam den Mord planen und Iason ausführen. Ermordung und Erdbestattung des Kolchers erregen den Zorn des Zeus und zwingt den Argonauten weitere Prüfungen auf. Die Helden steuern die Argo über den Eridanos (Po), die Keltischen Seen und die Rhone ins Tyrrhenische Meer. Circe entsühnt Medea und Iason von Ihrer Tat. Vorbei geht die Fahrt an der Insel der Sirenen, deren Stimmen Orpheus mit seiner Leier übertrifft. Zwischen Sizilien und der Südspitze Italiens werden Scylla und Charybdis bezwungen. Ein Sturm treibt die Argo bis an die Küste Libyens und die Mannen um Iason sind gezwungen ihr Schiff durch die Wüste zu tragen. Kurz bevor die Argo ihren Heimathafen erreicht, verabschiedet sich der Dichter abrupt ohne den sicher freudigen Empfang zu besingen.
Im Gegensatz zu den Homerepen denken und handeln die Menschen des Apollonios Rhodos modern. Man spürt die Einflüsse der griechischen Tragödie.
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