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Die Fürstin und der Kardinal: Ein Gespräch über Glauben und Tradition
 
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Die Fürstin und der Kardinal: Ein Gespräch über Glauben und Tradition [Gebundene Ausgabe]

Joachim Meisner , Gloria von Thurn und Taxis , Johannes Marten
2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Verlag Herder; Auflage: 1 (4. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3451298716
  • ISBN-13: 978-3451298714
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 364.474 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, und eine geläuterte Jetsetprominente, die inzwischen erfolgreiche Geschäftsfrau ist, bestätigen sich in ihrer kompromisslosen Papsttreue. Was banal klingt, taugt in der hiesigen Medienrepublik noch immer für einen Sturm im Wasserglas.

Befeuert wurde die allgemeine Empörung durch den Auftritt des Duos bei "Sandra Maischberger". Hier wiederholte es einige der im Buch präsentierten Thesen zu Abtreibung, Verhütung und Homosexualität besonders unglücklich - und damit wunderbar medial verwertbar. Zumindest für die so genannten "People Magazine" ist "die Fürstin" offenbar noch immer für eine Schlagzeile gut. Man erinnere sich: Gloria wurde durch die Heirat mit Johannes von Thurn und Taxis (sie war 20, er war 54) in ein Jetset-Leben katapultiert, bekam drei Kinder, nach nur zehn Jahren starb ihr Mann. Über Nacht musste sie die Leitung eines weitverzweigten Imperiums übernehmen und verschaffte sich großen Respekt durch die Sanierung des angeschlagenen Hauses. Hatte sie früher noch mit Hilfe diverser Drogen nach transzendenten Erfahrungen gesucht, wandelte sie sich nun zur strenggläubigen Katholikin, deren Rigorismus mitunter selbst den Vatikan erschüttert.

So finden sich in den Gesprächsaufzeichnungen - die hier in Buchform vorliegen - zahlreiche Stellen, an denen selbst der Kardinal um Differenzierung und Mäßigung werben muss. Doch zunächst beginnt das Gespräch mit weniger konfliktbeladenen Themen: Es geht um Heiligenverehrung und Marienkult, die heiligen Sakramente, das Zölibat, die theologische Ausbildung, Papstwahl usw. Dabei zeigt sich Gloria von Thurn und Taxis durchaus als Kennerin von Kirchengeschichte, Ikonografie und liturgische Details. Es ist streckenweise eine anspruchsvolle Konversation, die durch Autobiografisches ergänzt wird. Später, in Kapiteln wie "Eine Familie ist nur gesund, wenn die Ehe gesund ist", verliert das Buch deutlich an Niveau.

Bezeichnenderweise sehen beide Diskutanten dabei - und dies offenbart wohl am deutlichsten ihre Gesinnung - die bröckelnde Akzeptanz der Katholischen Kirche gerade nicht in dem evidenten Reformstau der Institution begründet. Vielmehr machen sie die vorsichtigen Reformansätze, die letztlich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 60er-Jahren begannen, für die mangelnde Popularität Roms verantwortlich. In dieser Perspektive wird dann etwa die Rückkehr zur "alten Messe", die in lateinischer Sprache gehalten wird, zur rettenden Zukunftsvision.

Manch einer könnte meinen, da seien zwei noch nicht angekommen in einem aufgeklärten, toleranten 21. Jahrhundert. Doch genau diese Charakterisierung als "unangepasst" oder "gegen den Zeitgeist gerichtet" scheint beiden eher Ansporn und Bestätigung zu sein. --Henrik Flor, Literaturtest

Kurzbeschreibung

Fürstin Gloria trug nach dem Tod ihres Mannes die alleinige Verantwortung für ein großes Unternehmen und für ihre Familie. Aus dem Glamour Girl wurde eine nachdenkliche Frau, die Halt im Glauben fand. Joachim Meisner, aufgewachsen in der DDR und dort als Seelsorger und Bischof tätig, ist seit 18 Jahren Erzbischof von Köln. Zwei Menschen, die auf unterschiedlichen Wegen zum Glauben gekommen sind und ihren Glauben in unterschiedlicher Weise leben, tauschen sich aus: Was trägt im Leben? Welche Werte sind wichtig? Wie geht es mit dem Beten? Mit Zweifeln? Wie geht man in der Kirche miteinander um? Gibt es so etwas wie eine gesunde Demut? Was heißt der Glaube für den Alltag? - Offen, persönlich und inspirierend. Ein außergewöhnliches Gespräch.

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erfrischend anders!, 7. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Fürstin und der Kardinal: Ein Gespräch über Glauben und Tradition (Gebundene Ausgabe)
Wenn heutzutage ein Buch daraus besteht, dass zwei Personen einen Dialog über Positionen der katholischen Kirche führen, dann geht man - abgesehen von den Interviews des Peter Seewald mit Papst Benedikt XVI. - fast schon automatisch davon aus, dass mindestens einer der Gesprächspartner Küng, Drewermann oder Ranke-Heinemann heißt oder zumindest einem entsprechenden ideologischen Dunstkreis entstammt. Man erwartet die üblichen, gähnend langweiligen Griffe in die unterste Schublade der antikatholischen Mottenkiste, bei denen die Kirche auf Themen wie Pille, Kondome, Zölibat oder ihre Haltung zur Ehe reduziert wird und dabei völlig verständnislose (im DOPPELTEN Wortsinn!) Watschen abbekommt.

Dieses Buch ist hingegen erfrischend anders. Im Gegensatz zu den Publikationen, die nur scheinheilig nach den Standpunkten der Kirche fragen, um anschließend darüber die ohnehin vorgefertigten negativen Urteile zu fällen, suchen Fürstin Gloria und Kardinal Meisner in ihrem Dialog ernsthaft nach Antworten und ehrlichem Verständnis für die Positionen der Kirche. Dabei werden "heiße Eisen" keineswegs ausgeklammert. Beispielsweise wird die Frage gestellt, wie die Kirche mit Priestern umgeht, die trotz des Zölibats eine Beziehung haben und sogar Väter werden. Aber das geschieht eben nicht mit dem hämischen Seitenblick, der danach schielt, der Kirche möglichst billig irgendeine "Doppelmoral" anhängen zu können, sondern wohltuend sachlich erklärend und in dem Bemühen, die Hintergründe des kirchlichen Standpunktes zu verstehen und auch dem Leser verständlich zu machen. Man merkt in jeder Zeile, dass sich hier zwei gläubige Menschen unterhalten, die keineswegs alles in der Kirche unkritisch "schlucken", die aber - im Gegensatz zu leider so vielen Menschen, wie auch einige der hier veröffentlichten Rezensionen zeigen - nicht den menschlichen Verständnishorizont absolut setzen, sondern offen sind für biblisch-theologische Erklärungen auch jener Punkte, die uns Menschen oft so gar nicht einleuchten wollen. Dabei geht das Gespräch sehr stark in die Tiefe, wobei allerdings die Sprache der Dialogpartner immer verständlich bleibt. So hält das Buch auf sehr lesbare und erfrischende Weise, was der Klappentext verspricht: Die Fürstin und der Kardinal haben beide "die seltene Angewohnheit, für ihre Meinung [Einschub des Rezensenten: ...oder auch für das Aussprechen unbequemer Glaubenswahrheiten...] lieber ab und zu Prügel zu beziehen, als damit hinter dem Berg zu halten".

Ganz "en passant" erfährt man in diesem Buch übrigens durch kleine biographische Einschübe auch noch, dass es sich bei den Dialogpartnern keineswegs klischeehaft um die Skandalnudel und den grimmig-humorlosen Erzkonservativen handelt, sondern dass sich hier zwei äußerst sympathische Menschen mit teilweise sehr anrührenden Lebensläufen begegnen.

Man wünscht sich, dass sich die Fürstin und der Kardinal noch öfter treffen mögen, um über Fragen des Glaubens Tacheles zu reden!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Der religiös einfühlsame Kardinal erklärt der biederen Fürstin, wie traditionelle Religion aussehen kann, 15. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Fürstin und der Kardinal: Ein Gespräch über Glauben und Tradition (Gebundene Ausgabe)
Auf den ersten Blick wirkt das Cover mit der Fürstin und dem Kardinal ungeheuer bieder. Hätte sie sich nicht etwas anderes anziehen können? Dies war meine erste Frage, als ich das Buch in die Hand bekam. Als es 2008 herauskam, wollte ich es sofort lesen. Doch nach dem Blick auf den Buchumschlag habe ich es beiseite gelegt. Zwar blicken beide Protagonisten sehr freundlich und aufgeschlossen drein. Doch der braune Hintergrund und die eher ländliche Verkleidung der Fürstin haben wenig Ansprechendes. Was erwartet man von einem Buch, in dem ein Kardinal, der für manche provokante Schlagzeile in den Medien bekannt ist, und eine Fürstin, die fast nur mit dem Image einer geläuterten Katholikin hantiert, sodass man schon fast "kokettiert" sagen möchte, miteinander ein Gespräch über Glauben und Tradition führen? Journalistisch perfekt aufgearbeitete Fragen sicher nicht und die bekommt man auch nicht. Es werden Themen besprochen, die tatsächlich eher im traditionalistischen Glauben angesiedelt sind und weniger die problematischen Fragen unserer Zeit kritisch durchleuchten. Eine bestimmte Klientel, gut katholisch, wohl situiert, ohne große lebensweltliche Probleme, soll beruhigt werden: Ja, so kann man heute noch glauben, das ist in Ordnung. Dass dabei die Fragen der Fürstin manchmal zu Statements ausarten, in denen sie sich und ihre Familiengeschichte immer wieder an denselben Punkten aufarbeiten muss, fällt auf. Solche Selbstbespiegelungen wären an sich überflüssig und sind auch wenig interessant, da man manche Behauptungen eh nicht überprüfen kann (wo sie wirklich war, als Papst Johannes Paul II. starb, wo sie wirklich war, als Papst Benedikt XVI. nach seiner Wahl auf den Balkon des Petersdoms trat, ob ihr Mann wirklich Fleisch am Karfreitag essen wollte etc.). Manches wirkt sogar ein bißchen peinlich, wenn sie sich in ihrer Glaubensfrömmigkeit damit in Szene setzen will. Peinlich berührt ist man vor allem deshalb, weil sie sich entweder mit ihrer Frömmigkeit ganz oben positioniert oder weil sie andere herabsetzt oder lächerlich macht. Einen Gesprächscharakter haben solche Passagen nicht wirklich, obwohl Kardinal Meisner sehr geschickt auf "wunde" Punkte bei der Fürstin eingeht und sie auch vom theologischen, religiösen und biblischen Standpunkt aus relativiert. Erst durch die Antworten von Kardinal Meisner wird klar, wer Papst Johannes Paul II. wirklich gut kannte und wer mit Papst Benedikt XVI. seit langen Jahren befreundet ist. Diese Erzählungen wirken authentisch und lassen ein tiefes Einfühlungsvermögen und ein tief empfundenes Mitgefühl erkennen. Auch sonst ist man am Ende des Buches eher erstaunt darüber, mit wie wenig Effekthascherei und "bombigen" Sprüchen der Kölner Kardinal seinen Glauben vertritt und wie ethisch relevant er die grundlegensten religiösen Bedürfnisse von Menschen theologisch aufzunehmen und religiös einzubinden versteht. Obwohl sich das Buch eher an kirchlich interessierte, katholische Laien richtet, lesen sich die Ausführungen Kardinal Meisners auch für theologisch Gebildete wohltuend und mit angenehmem geistlichem Gewinn. Dieses Buch lebt von den klaren und dogmatisch korrekten Passagen Kardinal Meisners. Man hätte ihm und auch dem Leser und der Leserin allerdings gewünscht, dass eine andere Form gefunden worden wäre, in der er seine religiöse, ethische und dogmatische Position zum Ausdruck bringen hätte können. Der Frage- bzw. Gesprächsstil mit der Fürstin erschwert das zügige Lesen doch sehr und bringt immer wieder eher bremsende und störende Elemente in den Fluss der inhaltlichen Darstellung hinein. Dies berücksichtigend erreicht das Buch nur das Mittelfeld der Bewertungen.
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24 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Positiv überrascht, 16. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Fürstin und der Kardinal: Ein Gespräch über Glauben und Tradition (Gebundene Ausgabe)
Offen gestanden, der Titel 'Die Fürstin und der Kardinal' erinnert im ersten Moment eher an einen Dreigroschenroman als an ein Gespräch über Glauben und Tradition, aber ' wie ich beim Lesen festgestellt habe, bietet der einfühlsam formulierte Text des Buches doch eine Menge Tiefgang und regt zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben an. Die Passage über die Wahl Joseph Ratzingers zum Papst im April 2005 an der Meisner im Konklave teilnahm fand ich besonders spannend. Und auch die ganz grundsätzlichen Gespräche zum und über den katholischen Glauben im Kontext der heutigen Welt und Gesellschaft sind sehr inspirierend. Jedem Leser, der Lust hat, sich auf diese und weitere Fragen einzulassen, sei 'Die Fürstin und der Kardinal' wärmstens ans Herz gelegt.
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