Mit seinem Erstlingswerk legt Eric Maron einen historischen Roman vor, der sich nicht nur durch hervorragende Recherche auszeichnet und informativ ist sondern mit feingezeichneten Charakteren mit Ecken und Kanten aufwartet.
Eric Maron hat sich die bisher im historischen Roman eher stiefmütterliche behandelte Zeit zu Beginn des 18. Jahrhunderts vorgenommen und zeigt, wie interessant diese Zeit eigentlich war. Charlotte, Tochter aus verarmtem kinderreichem Adel, wird dem Herrscher eines kleinen Fürstentums, Carl Anton, angetraut, der die Ehe lediglich aus Gründen der Erbfolge für sein Fürstentum schließt. Die junge Charlotte muß sich die Anerkennung im Fürstentum aber leider auch die Anerkennung ihres Ehemannes erkämpfen. Nach dem frühen Tod ihres Mannes sieht sich Charlotte Intrigen und Machtkämpfen um die Herrschaft im Fürstentum ausgesetzt. Ihr Weg führt sie zu August dem Starken, zum preußischen Soldatenkönig und dessen Sohn und nach Wien an die Hofburg zu Karl VI. und Maria Theresia, um die Thronfolge für Ihren Sohn wieder zu erringen.
Insbesondere im zweiten Teil seines Romans erfährt der Leser sehr viel über die politische Situation im Europa des 18. Jahrhunderts, die insbesondere von den Auseinandersetzungen um die österreichische Erbfolge geprägt wird.
„Die Fürstin" ist ein besonderes Lesevergnügen für historisch interessierte Leser und Leserinnen. Wer einfach eine Liebesgeschichte erwartet und sich mit der politischen Lage im Europa des 18. Jahrhunderts nicht befassen will, wird eventuell enttäuscht sein. Wer eine gute Geschichte, gut erzählt bekommen möchte, wird von Eric Marons Debüt begeistert sein.
Leider scheint sich der Verlag entschieden zu haben, insbesondere Frauen als Zielgruppe ansprechen zu wollen, was sich zum einen im Titel zeigt, vor allem aber in Klappentext und Werbungen, die eher auf eine Liebesgeschichte mit unwesentlichem historischen Hintergrund hindeuten als auf einen historischen Roman. Ich hoffe, daß der Roman trotz dieser Vermarktung zu den historisch interessierten Leserinnen und Lesern findet.
Vielen Dank, Eric Maron, insbesondere für die humoristische Gestaltung des grünen Baron. Hoffentlich gibt es bald ein weiteres Werk von Ihnen!