Robert Axelrod hat mit "Die Evolution der Kooperation" ein Buch vorgelegt, dass in mehrerlei Hinsicht spekatakulaer ist. Im deutschen Wissenschaftsbetrieb faellt auf, dass das Buch gut zu lesen und leicht verstaendlich, aber trotzdem nicht banal ist. Doch am meisten ueberzeugen die Inhalte. Die Strategien des Robert Axelrod und der anderen Wissenschaftler, die am Computerturnier zur spieltheoretischen Loesung des Gefangenendilemmas teilnahmen - ganz besonders sei hier TIT FOR TAT von dem Kanadier Anatol Rapoport erwaehnt - zeigen, dass ohne Gewalt und ohne einen Erzwingungsstab im Weberschen Sinne Kooperation endogen, aus der Gruppe der rational handelnden Individuen/ Akteure heraus entstehen kann. Das hat natuerlich auch gesellschaftliche Implikationen. Das heisst naemlcih, dass nicht die blinde und wilde Konkurrenz, sondern gewinnbringende Kooperation ein fuer alle besseres Ergebnis zur Folge haben kann. Denn Strategen des Neoliberalismus wird eine Handlungstheorie entgegengesetzt, die ihre Annhamen ad absurdum fuehrt. Und Kooperation kann v.a. eingefuehrt werden. Es bedarf u.U. nur einer kleinen Population von Akteuren mit bedingt kooperativen Strategien (die freundlich sind, nie zuerst defektieren) und die vergelten, also nicht ausbeutbar sind, um Kooperation in eine andere Population hinein zu tragen, selbst wenn dort die Dominate Strategie der Defektion gespielt wird. Kooperation ist moeglich! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)