John Eccles, mit dem Nobelpreis ausgezeichneter Gehirnforscher, versucht in diesem Buch zu zeigen, wie das menschliche Gehirn im Lauf der Evolution das hominide Dasein bestimmt hat und wie sich schließlich ein Bewusstsein und dann ein Selbst-Bewusstsein auf unser nunmehriges Leben niedergeschlagen hat.
Ausgehend von der Geschichte der Australopithecinen über Homo habilis und Homo erectus zeigt Eccles verschiedene Alternativen, wie sich Homo sapiens sapiens - der Mensch wie du und ich - entwickeln konnte. Er geht der Frage nach, was den Menschen vom Tier unterscheidet (u.a. sehr interessante Berichte von Versuchen mit Schimpansen, diesen eine Sprache beizubringen, um so zu testen inwiefern von einem "Verstand" bei diesen Tieren gesprochen werden kann.)
Nebenbei erfährt der Laie viel über die Funktionsweise und den Aufbau des Gehirns - natürlich im Rahmen des bisherigen, sehr eingeschränkten Wissens über diese äußerst komplexe Struktur.
Gegen Ende des Buchs entwickelt Eccles eine Theorie des "Selbst". Er versucht zu zeigen, wie freier Wille möglich ist und das Selbst das Gehirn "steuert". Aufbauend auf den Ergebnissen des Buchs "Das Ich und sein Gehirn", das Eccles gemeinsam mit Karl R. Popper geschrieben hat, kommt er zu sehr interessanten Ergebnissen, weiß aber meiner Meinung nach nicht recht zu überzeugen.
Eindeutiger Schwachpunkt des Buchs (und deshalb nur 4 Sterne) sind die Passagen über die Abläufe im Inneren des Gehirns. Diese sind zu sehr mit Fachausdrücken überfrachtet und der Laie verliert sich schnell darin. Positiv sind hier der Glossar und dass der Lesefluss durch Überspringen dieser (teilweise sogar speziell gekennzeichneten) Textstellen nicht wirklich gestört wird.
Alles in Allem ein sehr informatives und interessantes Buch das jedem zu empfehlen ist, der sich mit der Problematik des freien Willens und des Ich schon ein wenig auseinandergesetzt hat.