Aus unerfindlichen Gründen gehört dieses quirlige Komödienkammerspiel zu den seltener gespielten Streisand-Filmen. Vielleicht war es in den ausgehenden 60ern, als das "junge Hollywood" gerade erst dabei war, sich zu etablieren, dann doch nicht so ganz gern gesehen, dass das frischgekürte Oscar-Darling Barbra im Negligé ein leichtes Mädchen gibt? Immerhin hatte sie zuvor in so adretten Filmmusicals wie "Funny girl" und "Hello Dolly" erfolgreich die Fahne des "alten" Hollywood hoch gehalten. "Die Eule und das Kätzchen", nach einem Theaterstück entstanden, muss sich aber keineswegs hinter diesen Oldschool-Classics verstecken. Im Gegenteil: die Streisand läuft in der Rolle der Schlampe zu großer Form auf. Die Ausgangssituation (Schlampe kann nicht schlafen und geht dem sensiblen Nachbarn, einem Autoren, auf den Keks) ist urkomisch. Unterschiedlicher können zwei Charaktere kaum sein, und das macht den Film zu witzig. Geschliffene Dialoge ("Das ist ein Modellkleid aus Paris" - "Kam es in neutraler Verpackung?") und viel Sinn für die allzu menschlichen Gegensätze, die uns ja doch manchmal anziehen, machen diesen Streifen zu einem Comedy-Juwel.