Nun ist er also da, der neue Schwartz und viele sind enttäuscht, dass es nicht mit Havald und Leandra weitergeht.
Vorneweg: Die Geschichte ist alles andere als ein Lückenbüßer und schafft es wunderbar viele Hintergründe der bisherigen Reihe zu erleuchten. Wie sieht es zur Zeit der Erzählungen in Askir der "Hauptstadt" der sieben Reiche aus, wie steht es um die Magie nach dem Rückzug des Ewigen Herrschers Askannon und was wird unsere Helden aus den "Barbaren"-Kolonien dort erwarten.
Ohne den "sense of wonder" zu zerstören der die bisherige Reihe zu guten Teilen ausmachte, schafft es Richard Schwartz, viele Informationen zu seiner großen Hintergrundgeschichte in diesen Band zu packen und das in seiner gewohnt souveränen Erzählweise, die den Leser schon nach wenigen Seiten zu packen vermag. Die neu eingeführten Charaktere sind größtenteils erfrischend lebendig und zeigen einmal mehr, dass man das Genre nicht neu erfinden muss, um Fantasy der Extraklasse zu schreiben. Denn neu ist kaum eine der Ideen die Richard Schwartz für seinen Plot benutzt. Wir werden in eine typische Kriminalgeschichte in einer alten Stadt versetzt. Die Protagonisten: Eine Magierin als Ermittlerin, ein eher skeptischer erfahrender Krieger (hier sind die Parallelen zu Havald und Leander vielleicht etwas stark) als Unterstützung, dazu der Meisterdieb, der junge, snobistische Adeliger in diplomatischer Mission, eine Bardin mit schillernder Vergangenheit und eine Geschichte die alte Geheimnisse, finstere Verschwörungen und angedeutete romantische Momente enthält. Viele Kleinigkeiten kommen einem bekannt vor (gab es nicht mal einen jungen englischen Seekadetten, der eine Schalluppe mit Reis beladen vor dem Kriegshafen der napolonischen Truppen versenkte?!) doch nichts wirkt aufgesetzt, unorganisch oder gar spannungstötend. Und alle die mehr über Baltasar erfahren wollen, kommen auf ihre Kosten - und so manches ist am Ende nicht mehr so wie es vorher schien...
Schon wieder eine Geschichte von Richard Schwartz, die einen nicht loslässt und zu einer Nachtschicht im Büchersessel verleitet. Ich beneide alle Mitspieler, die unter der Spielleitung dieses Autoren in die fantastischen Welten des Rollenspiels eintauchen durften. Ein wenig lässt uns Richard Schwartz durch seine Geschichten an diesen Erfahrungen teilhaben, und ich warte ungeduldig auf die nächste Reise nach Askir!