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Die Etruskerin
 
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Die Etruskerin [Gebundene Ausgabe]

Sybille Haynes
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Zabern; Auflage: 1 (1. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3805338678
  • ISBN-13: 978-3805338677
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 15 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 898.327 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Sybille Haynes
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Mit Sachkenntnis und Einfühlungsvermögen gelingt es Sybille Haynes, den Leser in die Welt der Etrusker zu entführen. Einfühlsam, aber auch spannend und detailreich schildert sie den Lebensweg einer jungen, selbstbewussten Frau, die einer längst vergangenen Kultur angehört. (Nürtinger Zeitung, 17.10.2008)

Kurzbeschreibung

Eine jahrhundertealte Kultur am Scheideweg und eine junge Frau, die ihr Schicksal in die Hand nimmt. Italien, Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr.: Larthi ist die junge Tochter eines etruskischen Sehers, der aus dem Flug der Vögel die Zukunft vorhersagt. Doch was ihr widerfahren wird, als sie den Sohn des Königs von Cisra heiratet, hat er nicht vorhergesehen. Politische und wirtschaftliche Unruhen bedrohen die alte Aristokratie. Machthungrige Emporkömmlinge missbrauchen alte Handelsverbindungen, um sich zu bereichern. Und Larthis Familie steht mitten im Zentrum einer Entwicklung, die eine ganze Kultur bedroht.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Branwen
Format:Gebundene Ausgabe
Die junge Etruskerin Larthi lebt in einer bewegten Zeit (um 500 v. Chr.): Macht und Glanz der Etrusker haben ihren Zenit überschritten, Griechen und Karthager machen ihnen zunehmend die Seeherrschaft streitig, in Rom wird die etruskische Tarquinier-Dynastie gestürzt. Auch in ihrer eigenen Stadt Casri (Cerveteri) muss Larthi, kaum hat sie in das dortige Königshaus eingeheiratet, erleben, wie ein Mann ohne Vorfahren die Adelsherrschaft stürzt und selbst die Macht ergreift; Larthis Mann muss ins Exil, und Larthis Vater, ein Augur, ahnt, dass all das nur ein Anfang ist, der Anfang vom Ende des saeculum der Etrusker.

Kenntnisreich und mit viel Liebe zum Detail erzählt die Etruskologin S. Haynes Larthis Geschichte. Wer das etruskische Italien bereist hat, wird vieles wiedererkennen: Bronzespiegel und cistae, die Wandmalereien in den Grabhügeln, Keramiken aus Attika und einheimische Bucchero-Keramik - alles, was man heute im Museum bestaunen kann, kommt irgendwie vor. Und zahlreiche Feste werden geschildert: Sportfest, Hochzeit, Dank- und Bittopfer, Totenfeier, wobei auch das düstere Phersu-"Spiel" nicht vergessen wird. Auch die etruskische Landschaft wird lebendig. Gut dargestellt ist, wie das gesamte Alltagsleben wie selbstverständlich von Religion durchdrungen ist: Ob die Schwarzfeige im Garten wächst, ob einem beim Waffentanz die Mütze herunterfällt, beinah alles kann ein gutes oder schlechtes Vorzeichen sein - und Larthis Vater, der Priester, ist ständig damit beschäftigt, solche Dinge zu entdecken und die entsprechenden religiösen Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Als Roman liest sich das Buch aber leider doch eher zäh. Wie gesagt, lebt Larthi in einer aufregenden Zeit - aber was auch passiert, es scheint gleichsam wie durch einen Schalldämpfer bei ihr anzukommen: Alltag spielt eine größere Rolle als Politik, Gegenstände und Rituale werden liebevoller geschildert als Charaktere und Beziehungen. So erfährt man mehr über die wunderbare Gold-Türkis-Kette, die Larthi geschenkt bekommt, oder über die Zahnbehandlung ihres Onkels, als über die Politik Porsennas oder über die Motive einer gewissen Person, die den Sturz des Königshauses in Casri mit herbeiführt - die Erklärungen solcher Dinge ähneln dann teils eher einer Seite im Geschichtsbuch.

Fazit: Ein durchaus angenehm zu lesendes, nicht uncharmantes Buch für alle, die sich für die Etrusker und für das Ende des 6. Jh. v. Chr. in Italien interessieren (eine Epoche, über die es sonst m.W. überhaupt keine Romane gibt) und die beispielsweise auch Sachbücher mit Titeln wie "Leben und Götter der Etrusker" in die Hand nehmen würden. Oder die vielleicht eine Toscana-Latium-Reise planen und dabei auch die Ausgrabungsstätten und archäologischen Museen nicht links liegen lassen. Wer sich hingegen eher für die Handlung interessiert und eine mitreißende Story, abenteuerliche Verwicklungen oder faszinierende Charaktere erwartet, dem muss man leider raten: Finger weg.

Die vier (eher: dreieinhalb) Sterne gibt es für die Sachkenntnis, mit der das Buch geschrieben ist.
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Von callisto TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die dreizehnjährige Larthi lebt als Tochter des obersten Auguren in Casri (Cerveteri) um 509 v. Chr. Sie hat die Gabe ihrer Mutter geerbt Ahnungen der Zukunft von den Göttern zu empfangen und wird von ihrem Vater in der Interpretation der Zeichen der Götter und auch im lesen und schreiben unterwiesen. Ihre Kindheit ist behütet und geprägt von Zeichen der Götter und Ritualen zur Besänftigung dieser.
Die Zeichen der Zeit jedoch stehen auf Veränderung. Die Macht der etruskischen Adelshäuser ist dabei langsam zu erlöschen. Die Griechen und Karthager dringen immer weiter in ihr Gebiet und machen diesem einst mächtigen Volk die Seeherrschaft streitig. Die Römer gewinnen zunehmend als Selbstbewusstsein und befreien sich von der etrusktischen Herrschaft durch die Dynastie der Tarquinier, indem sie diese aus der Stadt verbannen.
Als Larthi mit etwa zwanzig Jahren ihre große Liebe heiratet, ihren Cousin und Sohn des Königs von Casri, ahnt sie noch nicht, dass ihr Mann die Meiste Zeit seines Lebens getrennt von ihr im Exil verbringen wird mit ihr als einziger Verbindung zu seiner Stadt und den dortigen Ereignissen. Allein, mit ihren Kindern einer schwerkranken Tante und später ihrem blinden Vater meistert Larthi ihr Schicksal und lebt mit den Anfeindungen der Königswitwe Veilia.
Larthis Gabe ist ihr dabei teils Segen und Vorwarnung teils aber auch Fluch als sie ihren Mann und Sohn, um ihren sicheren Tod wissend in ihre letzte Schlacht ziehen lässt.
Das Buch erzählt die Geschichte einer Kultur im Niedergang durch Epidoden in Larthis Leben, ähnlich wie Frank S. Becker in Der Preis des Purpurs durch die Erlebnisse von Flavius und Aqmat.
Zunächst wird der Leser in die religiösen Gebräuche und die Kultur der uns doch recht fremden Etrusker eingeführt, indem er ein Jahr im Leben der jungen, dreizehnjährigen Larthi begleitet. In dieser Episode wird man vertraut mit den ungewohnten Namen und der starken Religiosität der Etrusker, die in allen Naturerscheinungen den Willen der Götter zu erkunden sucht. In dieser Episode wird auch auf die kulturellen Unterschiede zwischen Rasenna, wie sich die Etrusker selber nannten, und Römern eingegangen. Bei den Rasenna waren die Frauen Teil der Gesellschaft, nahmen an Gelagen teil und waren dem Manne gleichgestellt, während sie im Patriarchat der Römer nahezu keine Rechte hatten. Wegen dieser Gleichberechtigung wurden die Etruskischen Frauen von anderen Völkern auch als unzüchtig angesehen. Larthi sieht sich durch den Römer Marce und den Griechen Alexandros mit den Vorurteilen der Römer und Griechen gegen ihr Volk konfrontiert.
Ab der Mitte des Buches werden die Zeitsprünge deutlich größer und umfassen oft fünf bis zehn Jahren durch die 26 Ehejahre Larthis. Auch die Episoden werden kürzer und führen so durch die Umstürze dieser Zeit und haben den Verfall und den Niedergang der Etruskischen Kultur zum Thema.
Das Buch spielt in einer Zeit, die in historischen Romanen nur selten beschrieben wird und der Frührepublikanischen Periode des römischen Reiches entspricht. Dennoch ist das Volk der Etrusker deutlich unterschiedlich vom dem der Römer und Italien ist noch lange nicht vollkommen unter römischer Herrschaft. Eine Zeit, aus der wenige Überlieferungen existieren und über die noch weniger Romane verfasst wurden.
Dieses Buch ist kein historischer Roman im eigentlichen Sinne wie man es bei einem Titel die "Die Etruskerin" erwarten würden. Es geht nicht um Herzschmerz und Selbsterfüllung. Vielmehr ähnelt dieses Buch den BBC und ZDF Geschichtsreportagen die mittels Spielszenen aus dem Leben einer fiktiven Gestalt der damaligen Zeit durch deren Augen über ihre Kultur und Zeit erzählen. Larthis ist ein distanzierter Beobachter. Durch ihre Sehergabe weiß sie oft schon wie eine Situation enden wird und beobachtet dann nur noch die Umsetzung des göttlichen Willens. Eine ungewöhnliche und dennoch spannende und ansprechende Umsetzung, wenn auch für manche Fans des historischen Genres möglicherweise ungewohnt und fremd anmutende Form der Erzählform.
Das Buch ist wie alle historischen Romane von Zabern mit einem historischen Anhang und einem äußerst ausführlichen Glossar versehen.
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