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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
80 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk der Lebensphilosophie!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Essais (Taschenbuch)
Die "Essais" von Montaigne gehören für mich zu den größten Werken der Literaturgeschichte. Sie sind eine Sammlung von in sich abgeschlossenen Betrachtungen zu einem bestimmten Themengebiet. Dabei stellen sie eine Fundgrube der Lebensphilosophie für jeden Interessierten dar. Die Fülle der nützlichen Informationen und Weisheiten ist beinahe endlos und es ist phänomenal, wie jemand viele der wichtigsten Themen des Lebens so anschaulich darstellen kann. Montaignes Werk ist ein Werk über sich selbst, in dem er sich ungeschminkt präsentiert und diese Offenheit macht ihn gerade so sympathisch. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und hat auch keine Probleme über seine intimsten Details zu reden, denn "nichts, was einem Menschen widerfährt, kann unmenschlich sein". Eine absolut befreiende Philosophie! Die Ausgabe enthält nicht den kompletten Text, sondern nur eine gewisse Auswahl. Das ist aber nicht schlimm. Ich habe mittlerweile einen Teil der Komplettausgabe gelesen und festgestellt, dass doch viele Beispiele, die im Text massenhaft verwendet werden, ohne großen Sinnverlust gekürzt werden können. Auf jeden Fall ist diese Ausgabe ein sehr guter Einblick und Überblick über die Essais. Schön ist auch, dass bei jedem verwendeten Zitat, die Quelle angegeben ist. So kann man sehen, welche antike Autoren, dem Autor am Herzen gelegen haben.
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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zeitlose Gedanken und Erkenntnisse,
Von Mag Sarah Krampl "sarahkrampl" (Villach) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Die Essais (Taschenbuch)
Blaise Pascal musste auf Wunsch seines Vaters, die Essais von Montaigne lesen und regelrecht studieren, wobei er sich ihm später in seinem Denken widersetzte. Ich finde, dass die "Essais" leicht lesbar sind und die Gedanken und Überlegungen, die darin vorkommen leicht nachzuvollziehen sind. Somit war die Lektüre für mich ein Vergnügen, denn es gibt einige Philosophen die viel komplizierter und schwerfälliger schreiben. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sich Gedanken und Einstellungen gegenüber unserer "Außen- und Innenwelt" über Jahrhunderte hinweg ähneln und nichts an ihrer Wahrheit einbüßen. Montaigne schrieb diese Gedankenfragmente vor fast 500 Jahren und ich kann mich heute noch mit seinen Gedanken und Gedankengängen identifizieren. Zur Untermalung seiner Gedanken zitiert er hauptsächlich römische Dichter und Philosophen wie Seneca, Lukrez.Er schreibt gleich zu Anfang, dass er die Absicht hat sich durch das Aufschreiben der Essais besser kennenzulernen. Er will dem Leser ein unverfälschtes Bild eines Menschen, einer Menschenseele, eines Menschencharakters darbieten und als Studienobjekt nimmt er sich selbst her. Man erfährt in diesem Werk auch viel über andere Völker, wie andere Menschen leben, über Barbaren und über Südamerika. Er befasst sich auch mit dem Thema "Erziehung" und jedes Thema trägt eine Überschrift. Er schenkt uns ein unverfälschtes, sich deshalb auch wiedersprechendes Bild von sich selbst und von der Welt wie er sie sieht und scheut nicht zurück auch über seine eigenen Schwächen zu sprechen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der wahre Philosoph,
Rezension bezieht sich auf: Essais. Ausw. u. Übers. v. Herbert Lüthy. (Gebundene Ausgabe)
Wenn man Montaigne liest, ist es fast unglaublich, dass dieser Mensch im 16.Jahrhundert gelebt hat. Fast alles an ihm ist modern. Er ist skeptisch, vorurteilslos, bescheiden, schlicht, tolerant, selbstkritisch und aufgeklärt. Er ist sozusagen der Vorreiter der französischen Aufklärung. Ein Beispiel für seine Toleranz und Selbstkritik: Als im 16.Jahrhundert die Europäer Amerika entdeckten und missionierten, ging das Gerücht oder die Tatsache, dass die anwesenden Völker dem Kannibalismus frönen. Die Völker wurde von den Europäern als Barbaren abgestempelt. Montaigne schreibt nun in seinem Essay "Von den Menschenfressern": "Ich bin nicht ungehalten darüber, dass wir die barbarischen Greuel in einer solchen Handlung brandmarken, wohl aber sehr, dass wir, die wir so gut über ihre Fehler urteilen, für die unseren so blind sind. Ich denke, dass es eine schlimmere Barbarei ist, einen Menschen lebendig zu fressen, als tot zu fressen, einen noch von Gefühlen belebten Körper mit Foltern und Qualen zu zerreißen...als ihn zu braten und zu verspeisen, nachdem er verendet ist". Herrlich! Ein weiteres Beispiel für den Beweis, dass M. einer der glänzendsten und geistreichsten Schriftsteller Frankreichs ist: In seinem Essay "Über das Beten" kritisiert er das Beten der Christen, dass nach seiner Meinung nur aus Brauch und Gewohnheit geschieht und dass wir eigentlich nicht beten, sondern unsere Gebete herrsagen und herreden. M. sagt, das Gebet "muss aus dem Herzen kommen und nicht von den Lippen". Kein Wunder, wenn Nietzsche schrieb, mit M. "würde ich es halten, wenn die Aufgabe gestellt wäre, es sich auf der Erde heimisch zu machen". Montaigne ist ohne Zweifel einer der sympathischsten Philosophen, vielleicht auch gerade deshalb, weil er kein systematischer, komplizierter Philosoph ist, sondern einfach und für jedermann, von der Aldiverkäuferin bis zum Proffesor verständlich. Schade finde ich nur, dass in der Manesseausgabe, nicht das Essay "D'un enfant monstrueux" aufgenommen ist. In diesem Essay schreibt M. die für mich elektrisierenden Worte: "Was wir Monstren nennen, ist nicht monströs für Gott, der in seinem ungeheuren Werk die Unendlichkeit von Formen einbegreift, die er darin selbst entwarf". Lesen sie Montaigne!
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