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Die Erziehung des Menschengeschlechts: Berlin 1780
 
 
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Die Erziehung des Menschengeschlechts: Berlin 1780 [Taschenbuch]

Gotthold Ephraim Lessing , Joseph Kiermeier-Debre
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423026308
  • ISBN-13: 978-3423026307
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 11,4 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 284.315 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Mehr über den Autor

Gotthold Ephraim Lessing
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Produktbeschreibungen

Klappentext

Die Erziehung des Menschengeschlechts/ Ernst und Falk. Gespräche für Freimaurer:"Sie wird gewiß kommen, die Zeit eines neuen Evangeliums, die uns selbst in den Elementarbüchern des neuenBundes versprochen wird." Goethe Ephraim Lessing. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Gotthold Ephraim Lessing kam am 22. Januar 1729 in Kamenz/Oberlausitz als Pfarrerssohn und drittes von zwölf Kindern zur Welt. Nach dem Abitur studierte er zunächst Theologie, wandte sich aber bald den philologischen Fächern zu. Der Schriftsteller arbeitete als Dramaturg für das Hamburger Nationaltheater und verfasste zahlreiche berühmte Werke. Privat hatte Lessing 1777/78 sowohl den Tod seines Sohnes als auch den seiner Frau zu verkraften. Er starb am 15. Februar 1781 vereinsamt in Braunschweig. Die Uraufführung seines ››Nathan‹‹ im Jahr 1783 erlebte er nicht mehr. Als bedeutendster Dichter, Denker und Kritiker der Aufklärung, dessen Genialität sogar Goethe bewunderte, gilt er heute als erster moderner Autor Deutschlands.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einfach toll! 7. Juni 2004
Format:Taschenbuch
Lessing zeigt in seinem Werk "Die Erziehung des Menschengeschlechtes" eindeutig, daß auch Religion in der Aufklärung eine große Rolle spielte. Er versucht in 100 Paragraphen die Entwicklung der Menschheitsgeschiche darzustellen, indem er die diese mit der Entwicklung eines Menschen vom Säuglingsstadium bis zum Erwachsenenalter vergleicht und aus Gott einfach ein "normaler" Vater wird.
Dabei ist die Sprache, so wie es typisch für Lessing ist, sehr neutral und sachlich gehalten, so dass dieses Buch eigentlich von jedermann zu lesen ist.
Ein sehr lesenswertes Buch!!!!!!!!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Und was habe ich denn zu versäumen?
Ist nicht die ganze Ewigkeit mein?"
(Lessing, §100)

Diese Sentenz des Augustinus vorangestellt, bietet G.E. Lessing (1729-1781) in 100 Standpunkten eine Entwicklungsidee des Menschen in einer besonderen Weise. Wer Lessing kennt, weiß, dass er für Toleranz Andersdenkenden gegenüber eintritt. Sein "Nathan" gibt weises Beispiel. So ist er in dieser Fragestellung unterwegs, inwieweit Pädagogik und (Religions-)Philosophie zueinander passen oder sogar gemeinsame Vorstellungen entwickelt haben in der Erziehung des Menschen oder des gesamten Geschlechts. Sein Vorbericht deutet bereits darauf hin, dass er behutsam vorgehen möchte, keinen "eilfertigen Wanderer, der nur das Nachtlager erreichen möchte", zum Leser brauche, sondern einen, der bereit ist mit ihm auf einem kleinen Hügel zu stehen, der einen Ausblick über den Tag hinaus ermöglicht und der bereit ist, zu stehen und zu staunen.

In einer Zeit wie der heutigen, in der die begriffliche Schöpfung ohne Stillstand verläuft und doch an die Grenzen der sinnlichen, unbegrifflichen Schöpfung anklopft, ist es vielleicht angebracht, in der Ausübung der Lessingschen Toleranz sich dem anderen Denken zuzuwenden. Wenn man meine, Gott hätte bei allem die Hand im Spiel, dann solle man - von beiden Seiten - auch auf die Irrtümer achten. Dass nun auch Lessing selbst in dieser Schrift einem Irrtum unterliegen könne, schickt er voraus, da allein mit dem Verweis auf Augustinus keine Dogmatik erwartet werden kann, vielmehr ein Gespräch sich als notwendig erweist.

§1: "Was die Erziehung bei dem einzeln Menschen ist, ist die Offenbarung bei dem ganzen Menschengeschlechte." §2: "Erziehung ist Offenbarung, die dem einzelnen Menschen geschieht: und Offenbarung ist Erziehung, die dem Menschengeschlechte geschehen ist, und noch geschieht."

Diese Prämissen sind der Einstieg in das 100 Thesen-Programm, was sich letztendlich wie eine Elementarfibel zu den Elementarbüchern liest, die Lessing im Alten wie Neuen Testament ausmacht. Für Lessing ist die Erziehung und Offenbarung dreigeteilt. In den §§1-53 nimmt er das Alte Testament als Grundlage eines ersten Elementarbuches, die noch nicht an die Vernunft appelliert, sondern die Sinne des Menschen anspricht, ohne jedoch auf die sinnvollen Weiterführungen in die Vernunft zu verzichten. Die Weiterentwicklung des Menschen führt folgerichtig zu einer erhöhten Vernunftsorientierung, so dass das Elementarbuch AT dem Menschen entnommen werden muss und ein neuer Lehrer das Weitere vermittelt. §53: "Ein beßrer Pädagog muss kommen, und dem Kinde das erschöpfte Elementarbuch aus den Händen reißen. - Christus kam."

Christus tritt auf und mit ihm das Neue Testament in den Thesen §§54 -85. Das Christentum wird zu einer Vernunftreligion, einer Religion der hypothetischen Wahrheiten, weil der Mensch in die Schrift Vernunft einbringt und in der neuen Interpretation Vernunft in der Auseinandersetzung zusätzlich gewinnt. Lessings dritter Teil dieser Erziehung ist reine Hypothese, die den Gedanken der Reinkarnation aufnimmt und als möglich postuliert. Wenn Lessing hier höchste Fiktion auffährt, dann nur deshalb, weil er in der Botschaft des Nathans bereits festlegte, dass den Ideen aller Religionen mit gleicher Toleranz zu begegnen ist. Lessing gehört zu den Menschen des 18. Jahrhunderts, die sich nicht festlegen in eine Richtung, die vielmehr in der Abwägung zu Hause sind und den Menschen vermitteln wollen, dass ein Urteil im Sektor der nicht-begrifflichen Wahrheiten schlussendlich mit den Mitteln der diesseitigen Welt unmöglich ist. In Fragen, die ohne Antwort scheinen sollen, zeigt er sich eher naiv, damit der Leser in der Eroberung einer eigenen Postition nicht vorgeformt wird.

Diese Lessing Lektüre ist kurz, deutlich abwägend und eine Empfehlung für Interessierte im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen. (dass Religion wieder zum Thema wird, ist nicht erst seit U. Becks Buch bekannt. Die Ruhrtriennale steht in diesem Jahr im Zeichen des Islams, im nächsten im Zeichen des Buddhismus). Dass die Thesen reinen Entwurfscharakter haben, leugnet Lessing an keiner Stelle. Vielleicht aber zeigt sich in diesem Denkspiel mehr von der ganzen Wahrheit als in dem Versuch, diese Wahrheit mit dem Ernst des Glaubens, der sich der Vernunft bedient, in Besitz zu nehmen, vermutet Heftricht. Aus den gleichen Gründen mag es eben so oder so sein.
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Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Lessing entstammte einer streng lutherischen Pfarrfamilie, schlug aber einen anderen Lebensweg ein als den vom Vater vorgesehenen. Statt der Theologie widmete er sich der Belletristik und dem Theater. Die große geistige Auseinandersetzung mit seiner Herkunft bestritt Lessing erst gegen Ende seines Lebens, während er als Bibliothekar in Wolfenbüttel amtete. Ein publizistischer Streit mit dem orthodoxen Hamburger Hauptpastor Goeze führte zur Entstehung der Schrift Die Erziehung des Menschengeschlechts. Lessing wendet sich darin, wie viele andere Denker der Aufklärung, zwar auch gegen die Buchstabengläubigkeit der theologischen Orthodoxie. Doch im Unterschied zu radikalen Religionskritikern betrachtet er die Lektüre der Bibel und den Gottesglauben als notwendige Entwicklungsstufen zum Vernunftdenken. Er hält die Phasen des Alten und des Neuen Testaments für in der Zeit der Aufklärung und des Vernunftdenkens überwunden: Die Menschen seien nunmehr in der Lage, im Einklang mit der christlichen Moral und aus eigener Überzeugung moralisch richtig zu handeln.
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