Die "Erzählungen" Kafkas sind hier chronologisch nach (angenommenen) Entstehungsdaten geordnet. Diese schöne Zusammenstellung wird also vor allem jene interessieren, die sich noch einmal einen anderen Überblick über diesen Teil von Kafkas Werk verschaffen möchten.
Ich habe das Buch problemlos innerhalb einer Woche durchlesen können und finde: Die Wandlung, die Kafkas Prosa zeigt, ist erstaunlich. Die Erzählweise wird immer lakonischer, weniger gedrechselt, die Sätze stehen immer einsamer da, in ganzer Klarheit, und der Raum um sie ist still. Gleichzeitig bilden sie in jeder Geschichte, jedem Fragment den dunklen Chor, der die Stimme des Erzählers Kafka ist.
Das Buch wird abgerundet durch konzise überlieferungs- und entstehungsgeschichtliche Anmerkungen zu den einzelnen Texten. Texte, die posthum nun also "Erählungen" genannt werden sollen.
P.S. Die Bewertung bezieht sich ausschließlich auf die Buchausgabe.