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Die Errettung der modernen Seele: Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe
 
 
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Die Errettung der modernen Seele: Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe [Gebundene Ausgabe]

Eva Illouz , Michael Adrian
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 412 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (20. April 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518585207
  • ISBN-13: 978-3518585207
  • Originaltitel: Saving the Modern Soul. Therapy, Emotions, and the Culture of Self-Help
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 225.540 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Eva Illouz
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Was macht die moderne Ökonomie mit unseren Gefühlen, fragt Eva Illouz, Professorin für Soziologie in Jerusalem, wie prägt sie unsere Individualität, wie machen wir uns für andere und am Markt interessant? ... Man könnte Eva Illouz eine Utopieforscherin nennen, denn sie will verstehen, wie die persönlichen Utopien des Glücks, der seelischen Gesundheit und des Wohlstands im emotionalen Kapitalismus, wie sie ihn nennt, funktionieren. Welche Ungleichheiten sie schaffen. Und warum sie so viel Leid und Zerrissenheit erzeugen.«

(Elisabeth von Thadden Die Zeit )

»... eine kulturkritische Bestandsaufnahme des umfassenden Siegeszugs der Psychoindustrie und dessen habituellen, ideologischen Konsequenzen.«

(Ina Hartwig Frankfurter Rundschau )

»Mit Peter Sloterdijks Du musst dein Leben ändern und Eva Illouz' Die Errrettung der modernen Seele sind in diesem Frühjahr zwei Bücher erschienen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Sloterdijk ... propagiert nun Techniken, die das Selbst befähigen, der krisenhaften Gegenwart standzuhalten. Eva Illouz plädiert dagegen für Abrüstung im Umgang mit sich selbst. Eines aber ist beiden Büchern gemeinsam: Sie suchen nach Formen, mittels derer sich der Einzelne aus den Klauen zweier hoch elaborierter Welterklärungssysteme befreien kann, der Religion und der Psychoanalyse.«

(Meike Feßmann Der Tagesspiegel )

»Gefühl ist die neue Vernunft, so könnte man Illouz' Buch auf eine Kurzformel bringen. Oder auch: die am eigenen Vorteil interessierte Rationalität heißt jetzt »Emotionsmanagement«. In die vermeintlich warme Sphäre des Privaten ist eine Art Kältemodul eingebaut, das Gefühle im Wortsinn kultiviert und ihnen mithilfe des psychologischen Therapie-Vokabulars eine sprachliche Form gibt. ... Die Deutungsmacht über die menschliche Psyche wird von vielen Seiten beansprucht, das zeigt »Die Errettung der modernen Seele« mit seinen ebenso facettenreichen wie originellen Beobachtungen. Gefühle haben Geschichte, und die Kultur der Selbsthilfe macht sich unvermutete gesellschaftliche Bündnisse zunutze, weiß man nach diesem Buch. Wer die historischen Rettungspläne für die moderne Psyche kennt, kann möglicherweise seine Seele ein wenig in Sicherheit bringen.«

(Jutta Person Literaturen )

»[Illouz] hat ein ausgezeichnetes Buch geschrieben, in dem ihr nichts weniger gelingt, als Glanz und Elend einer von den Begriffen, Erzählungen und Heilsvorstellungen des psychotherapeutischen Diskurses vollständig durchtränkten Kultur zu entfalten. Illouz versucht, gleichsam von innen heraus den Mechanismus dieser Kultur zu verstehen, der all die individuellen und kollektiven Bindekräfte des therapeutischen Narratives hatte entstehen lassen und einen besonderen Umgang mit Gefühlen, einen emotionalen Stil hervorgebracht hat.«

(Thorsten Jantschek Radio Bremen )

»Das Buch von lliouz ist lohnend und lesenswert. Gerade der andere, der soziologische Blick auf psychologische Wissenschaft und Praxis ist eine große Bereicherung und lädt zu einem kritischen Diskurs ein.«

(Esther Grundmann Philosophischer Literaturanzeiger )

Kurzbeschreibung

Wir leben in einer durchpsychologisierten Gesellschaft. Selbsthilfegruppen schießen wie Pilze aus dem Boden, Beziehungsratgeber erzielen gigantische Auflagen und die Einschaltquoten von Serien wie Die Sopranos oder Pseudo-Dokus wie Zwei bei Kallwass lassen die Herzen der Programmacher höher schlagen. Was früher verschämt verschwiegen wurde, gehört in westlichen Gesellschaften heute zum festen Repertoire einer aufgeklärt-bürgerlichen Mittelschicht: der Gang zum Therapeuten. Ehekrisen löst man nicht mehr in den eigenen vier Wänden, sondern in der Praxis eines Paartherapeuten, Spezialpsychiater für Milliardäre helfen bei der seelischen Bewältigung großer Vermögen und jeder Spitzensportler, der etwas auf sich hält, hat einen Psychologen an seiner Seite. In ihrem neuen Buch untersucht die israelische Soziologin Eva Illouz, wie sich der therapeutischen Diskurs auf unser kulturelles und emotionales Leben auswirkt. Sie zeichnet den Siegeszug der Psychoanalyse in den USA nach, der 1909 mit Freuds Amerikareise begann und über die kulturellen Eliten rasch zur festen Verankerung psychologischer Denkmuster zunächst in der amerikanischen Kultur führte. Anhand zahlreicher empirischer Beispiele und mit den scharfen Instrumenten einer kritischen soziologischen Theorie seziert sie die Facetten und Funktionsweisen eines Diskurses, der die Vorstellungen von der Identität des modernen Subjekts tiefgreifend verändert. Therapien und die Kultur der Selbsthilfe, so eines ihrer Ergebnisse, verändern den emotionalen Stil einer Gesellschaft und machen das Leben nicht leichter, sondern im Gegenteil komplizierter.


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5.0 von 5 Sternen Neue und erstaunliche Antworten auf alte Fragen, 4. Juni 2009
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Errettung der modernen Seele: Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe (Gebundene Ausgabe)
Schön, dass ich jedes Jahr auf einige Sachbücher treffe, deren Autoren mir durch ihre Worte eine völlig neue Brille auf die Nase setzen. Der israelischen Soziologie-Professorin Eva Illouz gelang dies mit "Gefühle in Zeiten des Kapitalismus" und "Der Konsum der Romantik" bereits zweimal. Umso gespannter war ich auf ihr neues Buch, das sich einem Thema annimmt, von dem man meint, es sei nun wirklich schon genug abgehandelt worden. Doch gleich auf den ersten Seiten wird klar, dass sich über Sigmund Freud, Psychoanalysen und die Psychologisierung von Gefühlen und Intimität noch sehr viel Neues sagen lässt, wenn man den Blickwinkel und die Betrachtungsdistanz verändert.

Der Ansatz ist wissenschaftlich. Und dennoch kann den Gedankenführungen von Eva Illouz auch ein Leser folgen, der kein Soziologendeutsch spricht oder gerne den Fremdwörterduden benutzt. Kommt hinzu, dass die Autorin den Begriff "Therapie" in einem sehr weiten Sinn auffasst und verwendet. Denn sie versteht unter therapeutischem Diskurs keineswegs nur die konkrete Situation bei einem professionellem Psychologen oder Psychiater. Vielmehr meint sie damit alle Diskussionen der modernen Informationsgesellschaft, in denen es um Beschreibungen und Heilungen der menschlichen Psyche geht. Daher gehören zu den verarbeiteten Quellen auch Zeitschriften wie Ladie's Home Journal, Good Houskeeping, Cosmopolitan, Redbook und Parents. Illouz zitiert aus populären psychologischen Selbsthilferatgebern, Romanen, Filmen, Autobiographien und Talkshows. Sie hat für ihre Forschungsarbeiten und deren Leser nochmals die Schriften der bekannten psychologischen Theoretiker studiert und selber zahlreiche Tiefeninterviews durchgeführt. Und selbst wenn all diese Quellen im wissenschaftlichen Sinne noch nicht repräsentativ sind, reichen sie als Material sicher aus, um den kultursoziologischen Schlüssen von Eva Illouz eine gewisse Beweiskraft zu geben.

Als Mensch der 21. Jahrhunderts kann man sich kaum vorstellen, wie die Welt vor dem Auftritt Sigmund Freuds war. Das amerikanische Magazin Newsweek bezeichnete Freud vor kurzem "als treibende Kraft eines Kneipengequatsches geistiger Normalverbraucher, das unsere Kultur seit einem Jahrhundert in Beschlag genommen hat. Ohne Freud wäre Woody Allen nur ein Trottel und Tony Sopranos nichts weiter als ein Gangster, gäbe es zwar einen Ödipus, aber keinen Ödipuskomplex." Eva Illouz geht nun den Fragen nach, wie und warum das Therapeutische triumphieren konnte. Und meist gelingt es ihr erstaunlich gut, sich kritischen Kulturanalysen zu verweigern, die auf Verdachtshermeneutik beruhen. Illouz ist einfach der verständlichen Meinung, dass Kulturkritik nur möglich ist, wenn wir verstehen, wie Bedeutungen produziert und ins soziale Netz eingeflochten werden.

Die Idee, der Frage nachzugehen, wie es möglich war, dass die Menschen der westlichen Welt ihre Seelen freiwillig auf öffentliche Bühnen trugen, geht auf persönliche Erlebnisse der Autorin zurück. Denn trocken stellt sie fest, es mit Zwanzig nicht mehr ertragen zu haben, dass alle Frauen um sie herum - sie selber eingeschlossen - eine ähnliche psychologische Sprache sprachen, die ebenso viel verhüllte wie neu verschleierte. Irgendwann habe sie dieser Sprache kein Wort mehr geglaubt und damit die notwendige Distanz gewonnen, um über deren Entstehung und Verwendung zu forschen.

Wie Eva Illouz die Arbeiten von Foucault, Weber, Boltanksi, Durkheim und vielen anderen verarbeitet und mit ihren Gedanken verbindet, ist einfach grossartig. Und da sie selber zu den Soziologinnen gehört, die auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge verstehen, haben ihre Beobachtungen und Thesen immer mit dem Alltag der Menschen zu tun, mit ihren ökonomischen Verstrickungen, seelischen Zwängen und geschlechtlichen Eigenheiten. Daher war ich wenig erstaunt, endlich wieder einmal wirklich Neues über männliche und weibliche Rollenverhalten und -erwartungen zu lesen.

Mein Fazit: Ein Buch, bei dem eine Rezension mehrere Seiten umfassen müsste, um dem Inhalt und der Autorin gerecht zu werden. Es gibt auf so viele Fragen so viele mögliche Antworten, dass ich ihm einen möglichst grossen Leserkreis wünsche. Zu ihm zählen auch alle, die sich darüber wundern, warum die therapierte Gesellschaft nicht glücklicher ist und weshalb sich die Grenzen zwischen den Geschlechtern immer mehr vermischen.
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