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Die Eroberung der Natur: Eine Geschichte der deutschen Landschaft [Taschenbuch]

David Blackbourn , Udo Rennert
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 16,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Dezember 2008
David Blackbourn schildert die Geburt des modernen Deutschland aus dem Geist der Natureroberung. In den letzten 250 Jahren wurde gravierend in die Umwelt eingegriffen. Man rodete Wälder, begradigte Flüsse, legte Moore trocken und baute Staudämme, um die Naturgewalten zu zähmen und dem Menschen dienstbar zu machen. Die Umgestaltung der deutschen Landschaft ging einher mit der Mythisierung von Natur und Nation.

Die deutsche Landschaft wurde seit dem 18. Jahrhundert grundlegend und planvoll umgestaltet. David Blackbourn erzählt, wie die Deutschen sich aufmachten zu einem Feldzug gegen ihre Umwelt und wie sie Tier- und Pflanzenwelt, Flüsse und Marschland Schritt für Schritt bezwangen: Von Friedrich dem Großen, der die Trockenlegung von Sumpfland als »Eroberungen von der Barbarei« betrachtete, über den »Bezähmer« des Rheins Johann Gottfried Tulla und den Dammbauer Otto Intze bis zu den Nationalsozialisten, die im Osten »Lebensraum« zu erobern suchten. Landgewinnung und »Rassenpolitik« gingen hier Hand in Hand.

Blackbourn beschreibt das Werden der deutschen Landschaft und erklärt gleichzeitig, wie sich Deutschland zu einem modernen Staat entwickelte. Er eröffnet dem Leser einen einzigartigen Blickwinkel, der hilft, die deutsche Geschichte besser zu begreifen. Dabei rührt er aber auch an Probleme, die heute aktueller sind als je: den Klimawandel und das Aussterben von immer mehr Tier- und Pflanzenarten.

• Deutschland aus natur- und kulturhistorischer Perspektive – ein etwas anderer Blick auf die deutsche Geschichte
• David Blackbourn ist einer der besten Kenner der deutschen Geschichte


Wird oft zusammen gekauft

Die Eroberung der Natur: Eine Geschichte der deutschen Landschaft + Kulturgeschichte des Klimas: Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung + Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends
Preis für alle drei: EUR 39,80

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 592 Seiten
  • Verlag: Pantheon Verlag; Auflage: 3 (1. Dezember 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 357055063X
  • ISBN-13: 978-3570550632
  • Originaltitel: The Conquest of Nature. Water, Landscape and the Making of Modern Germany
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,6 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 36.660 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine fulminante, historisch weit ausholende und gleichzeitig methodisch tief schürfende, eine äusserst unterhaltsame, mit rund 600 Seiten fast kurz wirkende Studie darüber, wie die deutsche Landschaft aus politischen und ökonomischen Szenarien heraus entstanden ist und auf unsere Seelenlandschaft zurückweist.... was Blackbourns Buch so überaus lesenswert macht, so vergnüglich, sind jenseits der Methodenvielfalt die Virtuosität des Stils, die gut platzierten Anekdoten, die ironischen Abfederungen, die lakonischen Gesten.... eine atemlose Lektüre." (Die Zeit)

"Brillant ... Ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung." (Ian Kershaw)

"Das Buch ist glänzend geschrieben und reich an informativen Details." (Ute Frevert, NZZ)

Klappentext

"Eine fulminante, tief schürfende, äußerst unterhaltsame Studie darüber, wie die deutsche Landschaft aus politischen und ökonomischen Szenarien heraus entstanden ist und auf unsere Seelenlandschaft zurückweist... eine atemlose Lektüre."
Die Zeit

"Ein lesenswertes Buch für jeden, der sich für Naturschutz oder die deutsche Geschichte interessiert."
Süddeutsche Zeitung

"Eine fulminante, historisch weit ausholende und gleichzeitig methodisch tief schürfende, eine äusserst unterhaltsame, mit rund 600 Seiten fast kurz wirkende Studie darüber, wie die deutsche Landschaft aus politischen und ökonomischen Szenarien heraus entstanden ist und auf unsere Seelenlandschaft zurückweist.... was Blackbourns Buch so überaus lesenswert macht, so vergnüglich, sind jenseits der Methodenvielfalt die Virtuosität des Stils, die gut platzierten Anekdoten, die ironischen Abfederungen, die lakonischen Gesten.... eine atemlose Lektüre."
Die Zeit


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Es ist nun schon wieder zehn Jahre her, dass im Osten Deutschlands und in den angrenzenden Gebieten Polens und Tschechiens die Elbe, die Oder und andere Flüsse über die Ufer traten und ein wirklich verheerendes "Jahrhunderthochwasser", das ausnahmsweise diesen Superlativ einmal verdiente, große Gebiete dieser Länder überflutete. Mehr als hundert Polen und Tschechen verloren ihr Leben, Tausende Familien wurden obdachlos. In kleinerem Ausmaß spielte sich dasselbe im November 2007 an den Küsten der Nordsee ab mit der ernüchternden Erkenntnis, dass trotz aller Errungenschaften moderner Technik der Mensch offensichtlich nicht in der Lage ist, die Kräfte der natur zu beherrschen. Und doch hat er es immer wieder versucht.

Von diesen Projekten handelt dieses erstaunliche und lesenswerte, dabei überaus informative und lehrreiche Sachbuch des amerikanischen Historikers David Blackbourne, der an der Harvard Universität Europäische Geschichte lehrt und als einer der ausgewiesensten Kenner der Entwicklung des modernen Deutschland gilt.

In seinem neuen Buch versucht er am Beispiel der grundlegenden Veränderung und Umgestaltung der deutschen Landschaft seit dem 18. Jahrhundert aufzuzeigen, wie diese planvollen Projekte etwas zu tun hatten und haben mit der ureigenen deutschen Geschichte. Die Deutschen machten sich seit dieser Zeit auf zu einem regelrechten Feldzug gegen ihre Umwelt und bezwangen zielstrebig die Tier- und Pflanzenwelt, damals noch wilde Flüsse wurden begradigt und schiffbar gemacht und weite Flächen von Mooren, Sümpfen und Marschland wurden trockengelegt und wirtschaftlich nutzbar gemacht.

Von Friedrich dem Großen, der die Trockenlegung von Sumpfland als "Eroberungen von der Barbarei" bezeichnete, spannt Blackbourne den historischen und kulturgeschichtlichen Bogen über Johann Gottfried Tulla, den "Bändiger des Rheins" und den Dammbauer Otto Intze bis hin zu den Nationalsozialisten, deren Ziel die Eroberung von "Lebensraum" im Osten war.

Blackbourne zeigt minutiös auf, wie dabei Landgewinnung modernster Art und nationalsozialistische "Rassenpolitik" Hand in Hand gingen.
Dabei hatten schon früh Intellektuelle und Gelehrte darauf hingewiesen, dass diese Anstrengung zum Wohle der ganzen Menschheitsgattung unternommen würden. Schon 1780 sagte der Schotte James Dunbar: "Wir sollten lernen, gegen die Naturgewalten zu kämpfen, nicht gegen unsere eigene Gattung." Diese Ansicht setzte sich über Jahrhunderte in der deutschen Geistesgeschichte fort. Blackbourne zitiert Sigmund Freud aus dessen 1915 erschienenem Aufsatz "Zeitgemäßes über Krieg und Tod", wo Freud die Überzeugung vertrat, dass "die technischen Fortschritte in der Beherrschung der Natur" einen Glauben an die friedliche Regelung menschlicher Konflikte bestärkt hätten.

Walter Benjamin, marxistischer Kulturkritiker, stieß nach dem Ersten Weltkrieg in dasselbe Horn, als er beklagte, anstatt Flüsse zu kanalisieren, lenke die Gesellschaft den Menschenstrom in das Bett ihrer Schützengräben.

Blackbourne zeigt auf, dass die historische Wirklichkeit anders war. "Weit häufiger als wir denken, war die Entwässerung eines Sumpfes oder die Umleitung eines Flusses weniger das 'moralische Äquivalent des Krieges' ( um William James zu zitieren), als das Abfallprodukt oder die Dienerin des Krieges."
Bei der Abwägung, ob er bei seiner wissenschaftlichen Arbeit eher der pessimistischen Sicht zuneige, die die mörderischen Angriffe des Menschen als quasi-religiösen Sündenfall bewertet (vgl. die ganze Debatte in Deutschland seit etwa 1980, die Gründung von Bürgerinitiativen und den Grünen und die Diskussionskultur damals) und einer optimistischen Sicht, die die Unterwerfung der Natur als Befreiung für den Menschen bewertet, zitiert Blackbourn den amerikanischen Umwelthistoriker Richard White:
"Die Forderung nach einer Rückkehr zur Natur ist eine Pose. Sie ist ein religiöses Ritual, in dem die Reue über unsere Sünden und ein Gelöbnis, nicht mehr zu sündigen, die Wiederherstellung einer Reinheit verheißen. Manche glauben, dass Sünden vergehen. Doch Geschichte vergeht nicht."
Dies detailliert und faktenreich darzustellen, ist das große Verdienst dieses außerordentlichen Buches. Man sollte es allen mit diesen Fragen befassten Politikern, Verwaltungsbeamten und Landschaftsplanern als korrektive Lektüre auf den Dienstschreibtisch legen. Gerade weil das Buch ihre Tätigkeit differenziert beschreibt und bewertet, könnten sie großen Gewinn daraus ziehen.

Für alle anderen an deutscher Geschichte interessierte Leser ist das Buch ein Hochgenuss. Besonders hingewiesen sei auf Blackbournes Nachwort "Wo alles anfing", in dem er sich speziell mit dem Oderbruch und seiner Zukunft befasst und dabei literarische Quellen (Grass, Fontane, Christa Wolf) hinzuzieht.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesenswert 17. Oktober 2007
Format:Taschenbuch
Der Autor gibt interessante, aufregende und spannende Einblicke in die deutsche (Landschafts)Geschiche. Die Leserin/der Leser ist immer wieder erstaunt, welche grossen landschaftlichen Änderungen mit Muskelkraft erreicht wurden. Der Blick auf die hiesige Kulturlandschaft, aber auch auf aktuelle Veränderungen, wird geschärft. Vielleicht wertet man auch Forderungen nach dem unreflektierten Erhalt bestimmter Landschaftsbilder anders, wenn die Erkenntnis kommt, dass auch diese Gegenden schon lange von Menschenhand umstrukturiert wurden.

In jedem Fall wunderbar zu lesen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesevergnügen 4. Mai 2008
Format:Taschenbuch
Auf über 400 Seiten (plus 150 Seiten Anhang) schildert uns David Blackbourn wie die Deutschen in den letzten 250 Jahren ihre Landschaft umgestaltet haben.
Angefangen bei der Trockenlegung der Sümpfe und Moore durch Friedrich dem Großen, über Begradigungungen von Flußläufen, Talsperrenbau im Westen und Eroberung von "Lebensraum" durch die Nazis im Osten, bis zur Bekämpfung des Hochwassers im Oderbruch in den letzten Jahren reicht sein Kaleidoskop.
Blackbourn zeigt uns, daß der Eingriff in die Natur seinen Preis hat (beispielsweise durch den Rückgang der Sumpfgladiole durch Trockenlegung der Überschwemmungsgebiete im Rahmen der Rheinbegradigung innerhalb weniger Jahrzehnte).
Auch Berufe sterben aus, so z.B. bei der Rheinbegradigung: Goldwäscher, Schilfrohrschneider und Vogelsteller.
Demgegenüber steht die wirtschaftliche Prosperität. Aber auch die Natur profitiert manchmal vom Umbau: z.B. Ansteigen der Käfervielfalt im Rahmen des Talsperrenbaus.
Einige Begriffe, wie z.B. "weiße Kohle" (für Wasserkraft), waren neu für mich.
Den Terminus "hydrologisches Chinasyndrom" (für Probleme bei der Flußströmung beim Bau bayerischer Talsperren) führt Blackbourn sogar neu in die Literatur ein.
Wegen seiner lebendigen Darstellung, inklusive diverser Anektoden über die handelnden Protagonisten - meist Ingenieure, ist "Die Eroberung der Natur" ein Musterbeispiel für gelungene Geschichtsschreibung.
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