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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Krieg - ein schwieriges Thema,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Ernten des Schreckens (Broschiert)
Markus K. Korb ist mittlerweile ein alter Bekannter. Neben Mitarbeit bei diversen Anthologien, zeichnete er im Blitz Verlag einige Jahre lang für die Edgar Allen Poe Edition als Herausgeber verantwortlich, legte daneben in verschiedenen Verlagen immer wieder beredt Beispiel seiner Fabulierkunst in entsprechenden Collectionen vor.Die zweite derartige Sammlung von Kurzgeschichten und Novellen aus dem Hause Atlantis halten wir nun in Händen. Und der Autor hat sich eines ungewöhnlichen Themas angenommen. Es geht, gesehen durch die phantastische Brille, um Begegnungen mit dem Krieg. Wer nun annimmt, dass wir packende Military-SF geboten bekommen, oder dass das Bild von Landser im Weltall bemüht wird, der sieht sich, Gott und Korb sei Dank, eines Besseren belehrt. Wie der Autor in seinem Vorwort ausführt, geht es ihm nicht um simple Effekthascherei, sondern darzustellen, dass Krieg als solches viel zu schrecklich ist, als dass man an dieses Thema leichtfertig herangehen könnte. So greift er sich Szenen heraus, die Menschen zu Kriegzeiten zeigen. Menschen, die leben und leiden, Menschen, die über sich hinauswachsen, Menschen, die selbst im Angesichts der Perversion des Krieges menschlich bleiben und handeln. Das ist weit von jedweder Verharmlosung entfernt, das birgt keine Hurra-Mentalität, sondern soll und macht nachdenklich. Nicht immer geht es direkt auf die Schlachtfelder, stehen die Soldaten im Mittelpunkt der Geschichten. Oftmals sind es ja gerade die Zivilisten, die am Meisten unter der Unmenschlichkeit und der Perversion des Kampfes mit allen Mitteln zu leiden haben. Und dies zeit der Autor zum Teil exemplarisch. Eröffnet wird der Reigen von einer Story, die in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges angesiedelt ist. US-Truppen und Überbleibsel der Wehrmacht stehen sich an der Westfront gegenüber. Am örtlichen Kirchturm hängt, seit Tagen schon, ein toter amerikanischer Fallschirmspringer. Scharfschützen aus beiden Lagern haben dafür gesorgt, dass eine Rettung, ja eine Bergung der Leiche nicht möglich war. Als ein Wehrmachtsangehöriger sich aufmacht, den Toten zu bergen geht es auch um die Frage, ob die Menschlichkeit letztlich über den Krieg siegen kann... Es folgt eine kurze Geschichte um die Rettung Schiffbrüchiger im II Weltkrieg durch ein Geisterschiff ' wohl die schwächste der enthaltenen Stories. Danach begleiten wir einen Verbrecher auf seiner Flucht vor den Cops. Es gelingt ihm doch tatsächlich, dem Sheriff zu entkommen, als er sich dann aber mitten in der Wüste Neu-Mexikos vom gelungenen Überfall ausruhen will, wird er von einem Blitz erleuchtet.. Eine, wenn nicht die intensivste und ergreifendste Geschichte folgt, als wir einen Juden auf der Fahrt ins KZ begleiten. Zusammengepfercht im Viehwaggon erinnert er sich an seine Jugend im ersten Weltkrieg. Damals hat er in den Schützengräben einen Mann kennengelernt, der sein wahres Wesen schon damals offenbart hat. Hätte er damals nur abgedrückt, ihm und der Welt wäre Vieles erspart geblieben ... Atmosphärisch ungeheuer dicht, inhaltlich minutiös recherchiert führt uns der Autor hier nicht nur in die Schützengräben des ersten Weltkrieges, sondern zeichnet uns auf wenigen Seiten einen Ich-Erzähler, der ob seiner Menschlichkeit den Leser packt. In 'Eisenfresser' entführt uns der Autor in die dritte Welt. Hier, abseits der Weltöffentlichkeit werden Schiffe aus allen Herren Länder, egal ob sie verseucht oder marode sind von Arbeitern, die eher Sklaven gleichen verschrottet ' bis die Schweißer tief in einem Forschungsschiff der NATO auf eine neuartige Waffe stoßen ... In 'Tunnelratten' gehen wir mit dem amerikanischen GIs auf die Jagd nach den Vietkong ' und finden in deren klaustrophobisch engen Tunnelsystemen weit mehr, als erwartet.. 'Die ultimative Waffe' berichtet von einer Zukunft, in der die befriedete Menschheit nur mehr eine einzige Waffe als Museumsobjekt aufbewahrt ' eine Waffe, die eventuelle Gewalttäter dazu verleiten soll, einen tödlichen Fehler zu begehen .. 'Das Dünenhaus', 'Meister Wieland' (ein geldgieriger Müller streckt sein Mehl auf gar widerliche Art und Weise) und 'Der Knochenturm' (zwei Kinder öffnen einen seit dem Mittelalter verschlossenen Turm um in den Gerippen nach Schätzen zu suchen und bezahlen ihre Schatzsuche mit ihrem Leben) sind solide Beiträge, ohne dass sie aus dem bunten Strauß der Beiträge sonderlich herausragen. Die Novelle 'Ins dunkle Herz' schließt den Band ab. Auf den Spuren Joseph Conrads und Henry Rider Haggards folgen wir zwei römischen Legionären im Auftrag Neros auf deren Suche nach den Quellen des Nils und der Unsterblichkeit. Auch hier überzeugt der Autor neben seiner sehr stimmungsvollen Ausarbeitung der farbenprächtigen Kulisse und der interessanten Figuren durch großes Fachwissen, das unauffällig aber sehr wirksam zur inneren Überzeugungskraft der Geschichte beiträgt. In den elf im Buch enthaltenen Geschichten zeigt der Autor sein Können zum Teil exemplarisch auf. Stilistisch ansprechend versteht er es immer wieder seine Figuren mit einigen wenigen Sätzen zu charakterisieren, dabei unauffällig aber deutlich zu dokumentieren, dass Krieg immer das Schlechteste aus den Menschen hervorlockt, dass die Menschlichkeit dabei auf der Strecke bleibt. Ein wichtiges, ein mutiges und abwechslungsreiches Buch, das jedem Freund anspruchsvoller Phantastik ans Herz gelegt sei. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4.0 von 5 Sternen
Abwechslungsreiche Gemälde über den Schrecken des Krieges,
Rezension bezieht sich auf: Die Ernten des Schreckens (Broschiert)
Ein Horror-Story-Band über den Krieg?Muss das sein? Aber wer sich darüber wagt, wird mit guten, schockierenden, schwarzhumorigen Stories belohnt. Meine Lieblingsgeschichten, die mir am intensivsten in Erinnerung geblieben sind: "Die ultimative Waffe" Eine Story mit futuristischen Elementen "Meister Wieland" Die düsterste Geschichte des Bandes, aus der Sicht eines Jungen, der als Geselle in einer Mühle arbeitet "Der Knochenturm" Eine gothische Schauergeschichte im Stile eines Horace Walpole oder Edgar Allan Poe Diese Geschichten bilden erstens einen guten Überblick über die Bandbreite des Autors, der sehr facettenreich schreiben kann, zweitens bieten sie ein breites Spektrum zum Thema Krieg, das von verschiedenen Seiten und Erzählperspektiven beleuchtet wird, aber auch historisch abwechslungsreich ist. Beispielsweise spielt eine Geschichte im alten Rom zu Zeiten Neros. Leider bin ich auch einige Tipp- und Rechtschreibfehler gestoßen, die mich teilweise aus der Handlung gerissen haben. Sonst jedoch ein prima Band mit tollen Illustrationen von Björn Ian Craig und einem blutroten, intensiven Cover von Mark Freier, von dem man sonst detailliertere Arbeiten kennt, doch in diesem Fall passt das abstrakte Gemälde zu den Schrecken des Krieges. Dazu gibt es noch ein Vorwort vom Autor höchstpersönlich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Überzeugt durch fantasievolle und abwechslungsreiche Plots,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Ernten des Schreckens (Broschiert)
Inhalt:Fallhöhe Die Rettung Menschenmaterial Die ultimative Waffe Eisenfresser Das Dünenhaus Meister Wieland Der Knochenturm Im Namen der Dreifaltigkeit Tunnelratten Ins dunkle Herz Ein Kurzgeschichtenband, verfasst von nur einem Autor ist immer ein Wagnis. Häufig stagniert die Qualität auf einem bestimmten Niveau oder der Schreiber beginnt sich zu wiederholen. Dass sich 'Ernten des Schreckens' einem einzigen Grundthema widmet scheint die Sachlage im ersten Licht nicht besser erscheinen zu lassen. Doch Markus Korb vermag abermals zu überraschen und liefert ein erstaunlich abwechslungsreiches Konglomerat verschiedenster Storys rund um den Krieg und der damit verbundenen Schrecken ab. Das beginnt allein schon mit den Schauplätzen, denn Kriege wurden zu jeder Zeit und fast an jedem Winkel der Erde geführt. So entführt uns der Autor in die düsteren Szenarien des ersten und zweiten Weltkriegs, zu den grausigen Schlachtfeldern Vietnams, in das, vom dreißigjährigen Krieg gebeutelte Deutschland und sogar in die Zukunft. Nicht immer ist der Krieg selbst der Schauplatz des Geschehens, bisweilen wird auch der sekundäre Schrecken zum Plot einer Story. So geschehen beispielsweise in der Geschichte 'Meister Wieland', einer der beklemmendsten und düstersten Erzählungen des Bandes, beschrieben aus der Sicht eines Jungen, der als Gehilfe bei dem Müller arbeitet. Ein Novum stellt 'Die ultimative Waffe' dar die einzige Science-Fiction-Geschichte in der Sammlung, die aber nicht nur einen Fremdkörper in dem Buch darstellt, sondern auch ein Symbol für die Vielfältigkeit der Thematik ist. 'Der Knochenturm' indes, bildet eine gelungene Hommage an Edgar Allan Poe und seine berühmte Erzählung 'Die Maske des roten Todes'. Ein wenig zäh gestaltet sich, trotz ihrer Kürze, die Geschichte vom Dünenhaus, die kaum im Gedächtnis des Lesers haften bleiben dürfte. Fast schon zynisch mit viel schwarzem Humor angefüllt ist die Erzählung 'Im Namen der Dreifaltigkeit', in der es um die Erprobung einer grauenhaften Massenvernichtungswaffe geht. Hätte Stephen King eine Horror-Story zu 'Apocalypse Now' geschrieben, wäre sicherlich etwas Ähnliches wie 'Tunnelratten' dabei herausgekommen, einer Geschichte, die eine intensive Atmosphäre zu verzeichnen hat und den Leser bis zuletzt fesselt. Das Herzstück der Storysammlung ist aber 'Ins dunkle Herz', das nicht umsonst mit einem Zitat aus Joseph Conrads Novelle 'Herz der Finsternis' beginnt. Die längste Kurzgeschichte des Bandes ist mit 66 großformatigen und engbedruckten Seiten bereits selbst eine kleine Novelle. Die Zeit von Kaiser Nero wirkt wie ein Anachronismus angesichts des Themas und der Gestaltung des Buches und passt doch so gut zum Gesamtbild der Sammlung. Titus und Valerius sind zwei gehorsame Soldaten, die nur den Dienst für Rom kennen und für ihren Kaiser selbst eine Reise in das unerforschte Afrika machen. Die Geschichte wurde packend erzählt und ist angefüllt mit allerlei Abenteuern vor der faszinierenden Kulisse des schwarzen Kontinents. Der Plot ist anspruchsvoll und überaus originell in Szene gesetzt worden. Leider muss man bei der Lektüre ein unbefriedigendes Lektorat in Kauf nehmen. Da werden Dialoge schon mal 'gegrinst'. Auch das Format und die Schriftgröße dürften ruhig ein wenig gefälliger sein. Doch die grandiosen, bizarren Innenillustrationen von Björn Ian Craig entschädigen für den einen oder anderen Mängel. Mark Freier indes hat eine für ihn eher untypische, aber nichtsdestoweniger eindringliche Covergrafik zu dem Buch beigesteuert. Der Autor Markus Korb schrieb gar extra ein Vorwort und rundet das Buch somit ideal ab. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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