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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fundierte Studie der Spaßgesellschaft, 5. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Erlebnisgesellschaft: Kultursoziologie der Gegenwart (Taschenbuch)
Eventkultur und Spaßgesellschaft sind Schlagwörter, die schon seit einiger Zeit durch die Medien geistern. Dabei ist oft alles andere als klar, was sich dahinter eigentlich verbergen soll. Mit diesem Band legt Gerhard Schulze eine umfangreiche Studie der kulturellen Entwicklungen vor, die sich hinter diesen Schlagworten verbergen. Zunächst arbeitet er die Ästhetisierung des Alltags heraus, womit Schulze sich auf die zunehmende Orientierung der Menschen an ihren individuellen Lebensplänen, Lebensstilen und eigenen Vorlieben und eben nicht mehr an tradierten Milieus faßt. Dann wendet er sich detaillierter den Lebensstilen zu und versucht zunächst die sie konstituierenden Prozesse zu erläutern. Dem folgt eine Untersuchung über Lebensstile in Deutschland und welchen Spannungen sie unterliegen. Von hier an wendet sich Schulze den sozialen Milieus zu: Ihre Segmentierungsfunktion, ihre spezifische Konstruktion von Wirklichkeit und der Zusammenhang einer in Milieus zerfallende Gesellschaft. Damit ist - nach rund 400 Seiten - die Grundlage geschaffen, um sich dem veränderten Verständnis von Kultur zu widmen. Kultur wird zur Jagd nach dem Erlebnis und traditionelle kulturelle Unterschiede zerfallen in Szenen, in denen diese Erlebnisse gesucht werden. Schließlich wendet sich Schulze noch den Konsequenzen für die Kulturpolitik und dem Prozeß des Übergangs in Deutschland zu. Am Ende des Buches finden sich umfangreiche Anhänge, in denen Schulze sein empirisches Datenmaterial ausbreitet und ein Glossar. Das Buch ist rundum gelungen und interessant, aber alles andere als Bettlektüre. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
The Big-Bang-Ballad der deutschen Kultursoziologie, 31. März 2010
Eigentlich erübrigt sich eine weitere Rezension der "Erlebnisgesellschaft". Als Standardwerk der Soziologie, vieler Werber und des Zielgruppenmarketings wissen viele bereits, was sie erwartet. Zudem, weil den bestehenden älteren Rezensionen nicht viel hinzuzufügen ist. Lesen sollte man das Buch nur in Phasen gesteigerter Aufnahmefähigkeit. Wer gründlich liest, wird durch herrliche Zynismen, attributive Überhöhungen und erstaunlich realistische Zustandsbeschreibungen belohnt. Zu germanistischer Höchstform gerät Schulze im Rahmen seiner "Milieubeschreibungen". Man müsste sich wahrscheinlich gleich "mit-genieren", falls man Personen kennt, die in Häusern mit schmiedeeisenen Gittern, Plastikbalkonmöbeln und baumelnden Blumenampeln leben - nach Schulze alles schunkelnde und stampfende Tölpel einer manisch auf Gemütlichkeit getrimmten Harmoniemilieu-Szene, die sich sommers auf proletarischen Wohnwagencamps an der Adria einfindet um dort über das hiesige Preisgefüge zu lästern oder die Schmutzfänger einer roten Mercedes C-Klasse zu loben. Für Leser die einer elaborierten Sprache mächtig sind, wird die "Erlebnisgesellschaft" garantiert zum Mega-Event. Würden alle Soziologen so gut schreiben, gäbe es in Werbung und Marketing wohl kaum mehr Kommunikationswissenschafter.
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Prägnanter kultursoziologischer Überblick, 19. August 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Erlebnisgesellschaft: Kultursoziologie der Gegenwart (Taschenbuch)
Dieses Buch von Gerhard Schulze ist für den kultursoziologisch Interessierten eine Art Offenbarung. Auf einer empirischen Studie beruhend teilt er die (west)bundesdeutsche Gesellschaft nach kultursoziologischen Kriterien ein und findet dabei 5 wesentliche Milieus: das Niveaumilieu, Harmoniemilieu, Integrationsmilieu, Unterhaltungsmilieu und Selbstverwirklichungsmilieu Der methodische Teil ist weniger interessant, dafür sind die Milieubeschreibungen sehr bissig und absolut empfehlenswert. Essentiell zum Verständis der Gesellschaft und zur Orientierung in derselbigen.
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