Das Buch ist ein subtiler Horrorroman in der Tradition der 'Gothic novel': Ein Ehepaar zieht aus finanziellen Gründen aufs Land, in ein möbliertes Haus, dessen Besitzer eine Reise macht und geheimnisvolle Dinge in ein verschlossenes Zimmer gesperrt hat. Vom ersten Absatz, in dem die Frau durch das Fenster beobachtet, wie Jungs mit einem Vogel Baseball spielen, durchzieht ein namenloser Schrecken die Handlung, auf den man nur noch mit Apathie reagieren kann. Der Mann, geschäftlich unter Druck und in immer obskurere Unternehmungen involviert, terrorisiert die Frau zunehmend. Ihr Bruder, der sich Geld leihen will, der Arzt, der ihr hohe Rechnungen schickt, die Freundin, die sie in Übersee anruft, alle kosten Geld, das keiner verdient, und schon das läßt das Netz immer enger werden. Sie will einen Roman schreiben, aber bringt nichts zustande. Zudem scheint ein geheimnisvoller Unbekannter sich Zutritt zu ihrem Haus zu verschaffen. Dieser Mann entpuppt sich als der Hausbesitzer McCandless, der in dem verschlossenen Zimmer uralte Bücher aufbewahrt. Die Affäre mit ihm wird für die Frau kurzzeitig ein Hort der Ruhe, aber auch in den Büchern spiegelt sich der Wahnsinn einer haltlosen Welt, und McCandless reflektiert nur, was ihr Mann, der mit einem halb-durchgedrehten Prediger Geschäfte macht, ausführt. Dieses Buch ist in jeder Hinsicht ein Meisterwerk: Als Hitchcock-artiger, vielschichtiger psychologischer Thriller, als Horror-Roman um unbekannte Räume und ungewisse Abwesenheit, als Liebesgeschichte inmitten einer zynisch dahinhastenden Welt und als Portrait einer Gesellschaft am Rande des Abgrunds.