Eines hat sich auch in diesem Buch mal wieder gezeigt: Chaotische Heldinnen haben Hochkonjunktur!
Sonja Rheinfall schreibt Kolumnen über ihr Leben als alleinerziehende Mutter für eine Frauenzeitschrift - bis sie Knall auf Fall, ohne Mitteilung von der neuen Chefredakteurin, nicht mehr veröffentlicht wird und ohne Job und Einkommen dasteht. Wie soll sie nur sich und ihre pubertierenden Kinder (der ständig besoffene und dann kotzende Abiturient Alex und ihre 14jährige nur stinkige Tochter Greta plus deren Freundin Toni, die auch im Haushalt lebt) weiter durchbringen? Bis Sonja auf die Idee kommt, unter männlichem Pseudonym, als alleinerziehender Vater, genau die gleichen Kolumnen anzubieten und nun überwältigenden Erfolg hat. Der Erfolg beruht auch darauf, dass sie ein äußerst attraktives Foto ihres angeblichen Selbst mitschickt, das zu einem Mann gehört, der keine Ahnung von seiner Rolle hat - Verwicklungen folgen nach.
Selten habe ich eine so dünne Geschichte so schlecht dargeboten gelesen. Ein Viertel des Buches beschreibt erstmal die Situation von Sonja vor der Idee des männlichen Pseudonyms. Wir lernen sie als Chaotin kennen, die sich von ihren Kindern alles bieten lässt und dennoch lieb für sie sorgt. Über ihre Vorgeschichte oder den Vater der Kinder wird nie etwas erzählt, ebenfalls hat Sonja es nie für nötig befunden je mit den Eltern von Toni, die ja bei ihr lebt und mitversorgt wird, Kontakt aufzunehmen - es ist halt alles, wie es ist. Dann folgt die Pseudonymidee, Geld kommt wieder rein, Probleme folgen, denn alle wollen den erfolgreichen Autor kennen lernen. Sonja hangelt sich von einer vorläufigen Notlösung zur nächsten, MASSENWEISE GLÜCKLICHE ZUFÄLLE folgen und zum Schluß ist alles "Friede, Freude, Eierkuchen" -
Vorsicht Spoiler!
... der echte Mann hinter ihrem erschummelten Portrait wird zum (natürlich geschiedenen) Traummann, mit dem sie ein Musical schreibt, die Kinder sind plötzlich nicht mehr so egoistisch, die Wahrheit kommt heraus und sie triumphiert über die eklige Chefredakteurin ...
Fazit: Wohlverstanden - ich bin sehr für Happy Ends, aber sie müssen nachvollziehbar und glaubwürdig vorbereitet werden. Und die Geschichte muss eine gewisse Spannung und (bei dieser Art Buch) Witz beinhalten - nichts davon habe ich bei "Die Erfolgsmasche" gefunden und kann daher nur die schlechteste Bewertung geben.