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Die Erfindung des jüdischen Volkes: Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand
 
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Die Erfindung des jüdischen Volkes: Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand [Gebundene Ausgabe]

Shlomo Sand , Alice Meroz
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Shlomo Sand hat sich einer der Aufgaben der modernen Geschichtsforschung gestellt, indem er sinnstiftende Geschichtsbilder der Kritik unterzieht. Er tut dies radikal, kenntnisreich und mit großem Mut … Über seine Thesen wurde in Israel, Frankreich und in der angelsächsischen Welt bereits heftig debattiert.«  Klaus Bringmann, SZ vom 13.4 »Sand weist nach, dass die Behauptung, Juden seien ein Volk und direkte Nachfahren alter Judäer aus den Tagen der Bibel, wissenschaftlich unhaltbar und vor allem politisch motiviert ist. Er entlarvt den zionistischen Gründungsmythos als Erfindung des 19. Jahrhunderts und attackiert ihn vehement.« WDR 5, Carsten Hueck, 19.04.2010 »Scharfzüngig und pointiert nimmt Sand den zionistischen Gründungsmythos ins Visier, ohne dabei in Polemik abzugleiten. Dafür ist das aufregend zu lesende Buch viel zu nachdenklich und klug geschrieben. Politisch brisant sind seine Schlussfolgerungen gleichwohl.« Carsten Dippel, Rheinischer Merkur, 20. Mai 2010

Kurzbeschreibung

Gibt es ein jüdisches Volk? Nein, sagt der israelische Historiker Shlomo Sand und stellt damit den Gründungsmythos Israels radikal in Frage. Vertreibung durch die Römer? Exodus? Rückkehr nach 2000 Jahren ins Land der Väter? Alles Erfindungen europäischer Zionisten im 19. Jahrhundert, schreibt Sand in seinem aufsehenerregenden Buch, das in Israel und Frankreich zum Bestseller wurde und heftige Kontroversen ausgelöst hat.  Sand gehört einer Gruppe israelischer Historiker an, die sich kritisch mit der Geschichte Israels und des Zionismus befassen. Nicht das Existenzrecht Israels stellen sie in Frage, sondern den auf Legenden beruhenden Alleinanspruch auf das Gelobte Land. Das Judentum, so Sand, ist eine religiöse, keine ethnische Gemeinschaft. Wenn überhaupt, sind eher die Palästinenser als die aus Europa eingewanderten Juden ethnische Nachkommen der biblischen Israeliten. Bei aller Provokation stellt Sands Buch eine fundierte Auseinandersetzung mit der 3000-jährigen Geschichte des Judentums dar. Doch weil der Autor als engagierter Vorkämpfer für eine offenere Politik Israels gegenüber seinen arabischen Nachbarn auftritt, ist es vor allem als Streitschrift wahrgenommen worden. Gerade in Deutschland wird das Buch für Aufsehen und breite Diskussionen sorgen.

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101 von 114 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen gemeinsam über Provokationen nachdenken, 5. Mai 2010
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Erfindung des jüdischen Volkes: Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand (Gebundene Ausgabe)
Gerade wir Deutschen haben es schwer wenn es um Israel geht. Schauen wir uns allein die Biografie des Autoren an. 1946 wurde er als Kind polnischer Juden in Linz geboren. 1949 ging die Familie nach Israel. Shlomo Sand studierte Sozialwissenschaften in Paris und lehrt heute an der Universität in Tel Aviv. In seinem Land Israel gehört er zu den führenden Intellektuellen und zugleich zu den schärfsten Kritikern der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern.

So widmet der Autor sein Buch allen Flüchtlingen die das Land erreichten, und all jenen, die es verlassen mussten. Allein diese Widmung macht bereits den mächtigen Spannungsbogen spürbar in dem wir uns befinden wenn wir auf die über 3000 - jährige Geschichte des Judentums schauen.

Zu Beginn klärt der Autor Begriffe wie Nation und Mythos. Er ist dicht an der Bibel und an Gott und verwundert mich mit revolutionären Gedanken, mit denen er sicher bei vielen nicht gut ankommt. "Ich halte die Juden nicht für ein Volk, denn der heutige Gebrauch des Begriffes zielt auf eine Gruppe von Menschen ab, die ein bestimmtes Territorium bewohnt, auf dem sich eine bestimmte Alltagskultur entwickelt hat . . ." so schreibt der Autor und sieht dies im vorliegenden Falle als nicht gegeben an.

Es kommt noch provokativer. Sand stellt in keiner Zeile seines Buches das Existenzrecht des Staates Israel in Frage, aber den Alleinanspruch auf das Gelobte Land schon. Er bezeichnet die Juden als religiöse Gemeinschaft, keinesfalls als ethnische Gemeinschaft. Das birgt Konflikte in sich. Aber Shlomo Sand steht nicht allein mit seiner Meinung im eigenen Land.

Und er geht noch einen Schritt weiter in seinen spektakulären Überlegungen. Seiner Ansicht nach sind heute viel eher die Palästinenser die ethnischen Nachkommen der biblischen Israeliten.

Wenn der Leser bereit ist mit dem Autoren gemeinsam über solche Provokationen nachzudenken und nachzuvollziehen wie Shlomo Sand zu diesen Überzeugungen gekommen ist, wird er dieses Buch wie einen Krimi verschlingen. Für mich war es das Interessanteste was ich in den letzten Jahren zu diesem Thema auf deutsch zu lesen bekam. Wer über Israel nachdenken will, der kommt an diesem Buch nicht vorbei.
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37 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gegen den Strom, 2. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Erfindung des jüdischen Volkes: Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand (Gebundene Ausgabe)
"Wir Deutschen haben eben ein besonderes Verhältnis zum Staat Israel". Dieser Satz wird nur zu gerne gebraucht, wenn es darum geht, ethnische Säuberungen, Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen oder die Praxis der "Verwaltungshaft" Israels kleinzureden.

Als Nächstes folgt dann unverzüglich der Hinweis auf das Existenzrecht Israels. Als Begründung hierfür wird fast immer die Niederschlagung des Bar-Kochba-Aufstandes im Jahre 135 n. Chr. angeführt, die angeblich zur Vertreibung des jüdischen Volkes aus ihrem Heimatland Judäa führte. Wer etwas anderes zu sagen wagte, der bekam sehr schnell die weltweit reichende Macht der "Anti-Defamation League" zu spüren.

Seit einigen Jahren sind es jüdische Wissenschaftler und Gelehrte, die sich mutig mit der eigenen Geschichte zu beschäftigen beginnen. Israel Finkelstein und Neil A. Silberman machten mit ihrem Werk "Keine Posaunen vor Jericho" 2003 den Anfang. Norman G. Finkelstein folgte 2005 mit seinem Buch "On the Misuse of Anti-Semitism and the Abuse of History". Ilsan Pappe veröffentliche 2007 "The Ethnic Cleansing of Palestine".

Nun also Shlomo Sand. Akribisch setzt er sich mit dem Dogma von der Vertreibung des jüdischen Volkes auseinander. Er führt es schnell und überzeugend ad absurdum. Die Juden sind kein Volk, sondern eine Religionsgemeinschaft.

Man muss kein Prophet sein, um festzustellen, dass Sands Werk keine kurzfristigen Auswirkungen auf den Nahostkonflikt oder auf die bemitleidenswerte Situation der Nichtjuden im Staate Israel haben wird. Bei diesem Buch handelt es sich nämlich "nur" um eine intellektuelle Auseinandersetzung, die an den Grundfesten des Judentums rüttelt. Macht wird heutzutage aber nicht von Intellektuellen ausgeübt, sondern von Medienmogulen und Politikern.

Dieses Buch ein Muss für all diejenigen, die an einer sachlichen Diskussion zum Thema Judentum interessiert sind.
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34 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Respekt, 10. Mai 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Erfindung des jüdischen Volkes: Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand (Gebundene Ausgabe)
Ich will nicht viel drum herumreden. Das Buch ist genial und ich bin froh, dass es auch unter den Juden solche mutigen Revisionisten gibt. Der Autor hat Respekt verdient. Die Eltern des Autors sind vor den Nazis geflohen und in Israel wird dieser Mann aufgrund seines Revisionismus als Nazi beschimpft. Wie pervers ist das denn? Möge sich jeder seine eigene Meinung bilden, was auf der Welt hinter den Kulissen passiert. Aber dieses Buch sollte auf jeden Fall zur Meinungsbildung beitragen.
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