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Die Erfindung des jüdischen Volkes: Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand
 
 
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Die Erfindung des jüdischen Volkes: Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand [Taschenbuch]

Shlomo Sand , Alice Meroz
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Shlomo Sand hat sich einer der Aufgaben der modernen Geschichtsforschung gestellt, indem er sinnstiftende Geschichtsbilder der Kritik unterzieht. Er tut dies radikal, kenntnisreich und mit großem Mut Über seine Thesen wurde in Israel, Frankreich und in der angelsächsischen Welt bereits heftig debattiert." (Klaus Bringmann, SZ vom 13.4)

"Sand weist nach, dass die Behauptung, Juden seien ein Volk und direkte Nachfahren alter Judäer aus den Tagen der Bibel, wissenschaftlich unhaltbar und vor allem politisch motiviert ist. Er entlarvt den zionistischen Gründungsmythos als Erfindung des 19. Jahrhunderts und attackiert ihn vehement." (WDR 5, Carsten Hueck, 19.04.2010)

"Scharfzüngig und pointiert nimmt Sand den zionistischen Gründungsmythos ins Visier, ohne dabei in Polemik abzugleiten. Dafür ist das aufregend zu lesende Buch viel zu nachdenklich und klug geschrieben. Politisch brisant sind seine Schlussfolgerungen gleichwohl." (Carsten Dippel, Rheinischer Merkur, 20. Mai 2010)

Kurzbeschreibung

Gibt es ein jüdisches Volk? Nein, sagt der israelische Historiker Shlomo Sand und stellt damit den Gründungsmythos Israels radikal in Frage. Vertreibung durch die Römer? Exodus? Rückkehr nach 2000 Jahren ins Land der Väter? Alles Erfindungen europäischer Zionisten im 19. Jahrhundert, schreibt Sand in seinem aufsehenerregenden Buch, das in Israel und Frankreich zum Bestseller wurde und heftige Kontroversen ausgelöst hat.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
103 von 119 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Gerade wir Deutschen haben es schwer wenn es um Israel geht. Schauen wir uns allein die Biografie des Autoren an. 1946 wurde er als Kind polnischer Juden in Linz geboren. 1949 ging die Familie nach Israel. Shlomo Sand studierte Sozialwissenschaften in Paris und lehrt heute an der Universität in Tel Aviv. In seinem Land Israel gehört er zu den führenden Intellektuellen und zugleich zu den schärfsten Kritikern der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern.

So widmet der Autor sein Buch allen Flüchtlingen die das Land erreichten, und all jenen, die es verlassen mussten. Allein diese Widmung macht bereits den mächtigen Spannungsbogen spürbar in dem wir uns befinden wenn wir auf die über 3000 - jährige Geschichte des Judentums schauen.

Zu Beginn klärt der Autor Begriffe wie Nation und Mythos. Er ist dicht an der Bibel und an Gott und verwundert mich mit revolutionären Gedanken, mit denen er sicher bei vielen nicht gut ankommt. "Ich halte die Juden nicht für ein Volk, denn der heutige Gebrauch des Begriffes zielt auf eine Gruppe von Menschen ab, die ein bestimmtes Territorium bewohnt, auf dem sich eine bestimmte Alltagskultur entwickelt hat . . ." so schreibt der Autor und sieht dies im vorliegenden Falle als nicht gegeben an.

Es kommt noch provokativer. Sand stellt in keiner Zeile seines Buches das Existenzrecht des Staates Israel in Frage, aber den Alleinanspruch auf das Gelobte Land schon. Er bezeichnet die Juden als religiöse Gemeinschaft, keinesfalls als ethnische Gemeinschaft. Das birgt Konflikte in sich. Aber Shlomo Sand steht nicht allein mit seiner Meinung im eigenen Land.

Und er geht noch einen Schritt weiter in seinen spektakulären Überlegungen. Seiner Ansicht nach sind heute viel eher die Palästinenser die ethnischen Nachkommen der biblischen Israeliten.

Wenn der Leser bereit ist mit dem Autoren gemeinsam über solche Provokationen nachzudenken und nachzuvollziehen wie Shlomo Sand zu diesen Überzeugungen gekommen ist, wird er dieses Buch wie einen Krimi verschlingen. Für mich war es das Interessanteste was ich in den letzten Jahren zu diesem Thema auf deutsch zu lesen bekam. Wer über Israel nachdenken will, der kommt an diesem Buch nicht vorbei.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
@Für den Leser meiner Rezension!!!
Auf Amazon werden Rezensionen schon lange nicht mehr anhand ihrer Behilflichkeit und anhand ihres Informationsgehalts bewertet, sondern lediglich nach Politischer/Religiöser Weltsicht, und/oder nach Geschmack und "dank" Trolle, Hater und Internet-Tough-Guys, sind die Bewertungen der jeweiligen Rezensionen sowieso kaum noch ernst zu nehmen... Ich bitte daher den Leser meiner Rezension, meine/jede Rezension NICHT anhand der Kundenbewertungen vorzuverurteilen... DANKE!

Komme ich nun zum Buch: >>Die Erfindung des jüdischen Volkes: Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand. von Shlomo Sand<<

Zuerst muss erwähnt werden, dass der Autor Shlomo Sand als engagierter Vorkämpfer für eine offene Politik Israels gegenüber seinen arabischen Nachbarn auftritt, wodurch das Buch für manche "Kunden"/Lesern als Streitschrift wahrgenommen wurde/wird. Des Weiteren sollte angemerkt werden, dass Shlomo Sand sein Buch in erster Linie für das israelische "Volk" geschrieben hat, weswegen der Leser sich nicht wundern möchte, wenn Er/Sie das eine, oder andere National-Geschichtsbezogene nicht versteht/kennt.

Shlomo Sand schreibt in seinem Buch über das, was viele (vor allem auch jüdische) Historiker/Wissenschaftler vor ihm schon thematisiert haben.
Die Juden sind eine religiöse Gemeinschaft, KEINE ethnische Gemeinschaft.
Die heutigen Palästinenser sind die ethnischen Nachkommen der biblischen Israeliten, NICHT die aus Europa eingewanderten Juden.
Der auf Legenden beruhende Alleinanspruch auf das Gelobte Land wird in Frage gestellt, NICHT das Existenzrecht Israels.

Die Aussagen in Sands Buch, wurden in insgesamt fünf Kapiteln eingeteilt.

I. Nationen erschaffen: Souveränität und Gleichheit
II. Mythohistorie: Am Anfang schuf Gott die Nation
III. Die Erfindung des Exils: Bekehrung und Konversion
IV. Regionen des Schweigens: Auf der Suche nach der verlorenen (jüdischen) Zeit
V. WIR sind SIE: Identitätspolitik in Israel

Jedes Kapitel beginnt mit genialen Zitaten diverser Personen, oder aus der Unabhängigkeitserklärung/dem Grundlagengesetz des Staates Israel, welche zum Ersten dem Leser verdeutlichen, wie irrational doch die israelischen Argumentationen:
"Die heutigen Juden - außerhalb Israels - sind vertriebene Opfer der Gojim.", oder: "Palästina ist einst ein Land ohne Volk gewesen." sind und zum Zweiten die Aussagen Sands bekräftigen!

Hier einige Beispiele (ACHTUNG: SPOILER !!!):

"Eine Nation (...) ist eine Gruppe von Menschen, die durch einen gemeinsamen Irrtum hinsichtlich ihrer Abstammung und eine gemeinsame Abneigung gegen ihre Nachbarn geeint ist!"
-Karl Deutsch-

"Möglicherweise gibt es gar keine Verbindung zwischen meinen Vorfahren und dem alten Israel. (...) Nach dem Jahre 965 waren die Chasaren zwar keine organisierte Macht mehr, doch könnte ihr Judentum fortbestanden haben, und es ist gut möglich, dass viele osteuropäische Juden Nachkommen der Chasaren und jener Völker sind, über die sie herrschten. Vielleicht bin ich einer von ihnen. Wer weiß? Und wen interessiert das eigentlich?"
-Isaac Asimov-

"Der Staat Israel (...) erstrebt eine Entwicklung zum Wohle aller seiner Einwohner; er ist den Prinzipien der Freiheit, Gerechtigkeit und des Friedens gemäß der Version der Propheten Israels verpflichtet; er lässt gleiche gesellschaftliche und politische Rechte für alle seine Bürger ohne Ansehen von Religion, Rasse, oder Geschlecht gelten; er garantiert die Freiheit der Religion, des Gewissens, der Sprache, der Erziehung und der Kultur."
-Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel, 1948-

UND GLEICH DARUNTER (unfreiwillig komisch!):

"Eine Kandidatenliste wird nicht zu den Knessetwahlen zugelassen, wenn ihre Ziele, oder Taten, explizit oder implizit, eines der folgenden Kriterien erfüllen:
1) Ablehnung der Existenz des Staates Israel als Staat des jüdischen Volkes;
2) Ablehnung des demokratischen Charakters des Staates;
3) Anstiftung zum Rassismus."
-Grundlagengesetze des Staates Israel; die Knesset, Paragraph 7a, 1985-

Bei allem Verständnis für das Recht auf eigene Meinung, kann ich aber beim besten Willen nicht verstehen, wie dem Buch >>Die Erfindung des jüdischen Volkes<< ein lausiger Stern vergeben werden konnte/kann? Das Gefühl kommt bei mir auf, als hätten die "Kunden", die das taten, das Buch gar nicht gelesen..!

Alleine die Tatsache, dass in BRDeutschland (und allgemein außerhalb Israels), den Bürgern propagiert wurde/wird, dass die Juden keine Rasse/Volk (ethnische Gemeinschaft), sondern eine Glaubensgemeinschaft darstellen, womit der NS-Rassenwahn (bezüglich des Judentums) ad absurdum geführt wurde, und Dr. Thilo Sarrazin mit seiner (versehentlichen) Bemerkung: "Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen.", als Ewiggestriger und unkonventioneller Antisemit verschrienen wurde, müsste jedem klar denkenden "Kunden"/Leser zu verstehen geben, dass Sand eine historische Wahrheit schreibt.

Die Sorte von "Kunden"/Lesern, die das Buch >>Die Erfindung des jüdischen Volkes<< mit einen Stern bewertet haben
(vermutlich, wegen einer pro-zionistischen Weltsicht, oder, weil Sie tatsächlich das Buch nicht gelesen haben),
möchte dies doch bitte Berücksichtigen!

Weitere Bücher, die sich der Leser meiner Rezension zulegen sollte/kann, falls Er/Sie nach diesem Buch weiteres Interesse an einer sachlichen Diskussion zum Thema Judentum und/oder Israel besitzt, sind u.a.:

>>Keine Posaunen vor Jericho: Die archäologische Wahrheit über die Bibel. von Israel Finkelstein und Neil A. Silberman<<
>>Der dreizehnte Stamm. Das Reich der Chasaren und sein Erbe. von Arthur Koestler<<
>>Es war einmal ein Palästina: Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. von Tom Segev und Doris Gerstner<<
>>Antisemitismus als politische Waffe: Israel, Amerika und der Missbrauch der Geschichte. von Norman G. Finkelstein<<

"Auf Mythen und geschichtlichen Unwahrheiten kann man keinen Frieden aufbauen."
-Arn Strohmeyer-

***** von 5 Sternen!

Dipl.-Ing. D.I.S.
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40 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gegen den Strom 2. Juli 2010
Format:Gebundene Ausgabe
"Wir Deutschen haben eben ein besonderes Verhältnis zum Staat Israel". Dieser Satz wird nur zu gerne gebraucht, wenn es darum geht, ethnische Säuberungen, Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen oder die Praxis der "Verwaltungshaft" Israels kleinzureden.

Als Nächstes folgt dann unverzüglich der Hinweis auf das Existenzrecht Israels. Als Begründung hierfür wird fast immer die Niederschlagung des Bar-Kochba-Aufstandes im Jahre 135 n. Chr. angeführt, die angeblich zur Vertreibung des jüdischen Volkes aus ihrem Heimatland Judäa führte. Wer etwas anderes zu sagen wagte, der bekam sehr schnell die weltweit reichende Macht der "Anti-Defamation League" zu spüren.

Seit einigen Jahren sind es jüdische Wissenschaftler und Gelehrte, die sich mutig mit der eigenen Geschichte zu beschäftigen beginnen. Israel Finkelstein und Neil A. Silberman machten mit ihrem Werk "Keine Posaunen vor Jericho" 2003 den Anfang. Norman G. Finkelstein folgte 2005 mit seinem Buch "On the Misuse of Anti-Semitism and the Abuse of History". Ilsan Pappe veröffentliche 2007 "The Ethnic Cleansing of Palestine".

Nun also Shlomo Sand. Akribisch setzt er sich mit dem Dogma von der Vertreibung des jüdischen Volkes auseinander. Er führt es schnell und überzeugend ad absurdum. Die Juden sind kein Volk, sondern eine Religionsgemeinschaft.

Man muss kein Prophet sein, um festzustellen, dass Sands Werk keine kurzfristigen Auswirkungen auf den Nahostkonflikt oder auf die bemitleidenswerte Situation der Nichtjuden im Staate Israel haben wird. Bei diesem Buch handelt es sich nämlich "nur" um eine intellektuelle Auseinandersetzung, die an den Grundfesten des Judentums rüttelt. Macht wird heutzutage aber nicht von Intellektuellen ausgeübt, sondern von Medienmogulen und Politikern.

Dieses Buch ein Muss für all diejenigen, die an einer sachlichen Diskussion zum Thema Judentum interessiert sind.
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Veröffentlicht am 10. Mai 2010 von Schoenholz
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