15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sehr Empfehlenswert!, 26. Dezember 2002
„Die Erfindung der Einsamkeit" besteht aus zwei Erzählungen:
Das „Porträt eines Unsichtbaren" ist eine autobiographische Erzählung Austers und gleichzeitig eine brilliante Kostprobe seiner literarischen Qualitäten. Der plötzliche und unerwartete Tod seines Vaters ist Anlass für Auster, diesen Menschen, der in vielerlei Hinsicht unnahbar, mysteriös und daher „unsichtbar" schien, in einer Erzählung zu porträtieren.
Die Story ist fragmentiert in kleine Absätze, die oft nur mit einem Stichwort, mit dem auslösenden Gedanken beginnen. Durch diese Erzähltechnik gelingt es Auster in faszinierender Form, den Leser in den Gedankenfluss einzubinden, der vulkanartig mit plötzlichen und heftigen Ausbrüchen verläuft. Der zähe Kampf mit widersprüchlichen Gedanken, die Wucht der Gegensätze, die sich in einem Menschen - hier im Vater - vereinen können, machen die Faszination dieser Geschichte aus.
Ganz Auster-typisch hat das „Porträt eines Unsichtbaren" die typischen Wendungen und Umwege, die Paul Austers Literatur so vielschichtig und spannend machen. Es bleibt natürlich nicht bei einem schlichten Porträt, sondern die Geschichte avanciert zu einem komplexen Mikrokosmos - unglaubliche, aber doch wahre Begebenheiten eingeschlossen.
Die zweite Erzählung „Buch der Erinnerung" ist eher Auster-Kennern zu empfehlen, die sich mit der Biographie und Bibliographie des Autors besser auskennen.
Dennoch: Alleine für das Porträt eines Unsichtbaren lohnt sich die Lektüre. Sehr empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Buch voller Wahrheiten, 29. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Der Vater des erfolgreichen Schriftstellers Paul Auster (u.a. "Die New York-Trilogie" ist verstorben. Der Sohn macht sich auf die Suche geistige Suche nach seinem Vater, der ihm allzu fremd war. Voller dichterischer Erzählkraft gelingt es dem Amerikaner Paul Auster eine Geschichte zu erzählen, die ein jeder mitzufühlen weiß. Voller schöpferischer Wahrheiten erzählt der Bestsellerautor in zwei Teilen ("Porträt eines Unsichtbaren" und "Buch der Erinnerung") von sich und seinem Vater und läßt den Leser an einem Leben teilhaben wie es realistischer nicht beschrieben werden könnte. Eine wunderbar erzählte Geschichte, die erahnen läßt, warum der Autor so erfolgreich ist. Er hat einfach das Können, die Leser in seinen Bann zu ziehen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Von der Unfähigkeit, still in seinem Zimmer zu bleiben, 18. November 2006
Paul Auster wird zurecht hochgelobt. Bücher, wie "Im Land der letzten Dinge" gehören zu meinen alltime favorites. In "Die Erfindung der Einsamkeit" - seinem Erstlingswerk, für das sich zunächst auch kein Verleger auftreiben ließ - teilt uns der Autor in zwei autobiographischen Erzählungen seinen Umgang mit dem Tod (des Vaters), Fragmente aus seiner Kindheit, Jugend und seinem Parisaufenthalt mit. Handwerklich ist zu beklagen, daß in beiden Erzählungen der Spannungsbogen irgendwie abhanden gekommen ist. Sie "plaudern" sich dahin. Der Autor und der Ich-Erzähler sind viel zu deutlich ein und derselbe. Auster schöpft vollständig aus eigenen Lebenserfahrungen und nicht aus seiner Phantasie. Dieser Distanzverlust schadet mehr, durch das Abhandenkommen der klaren Linie, als er mit dem Gewinn von Authentizität wett machen kann. Einzig tröstlich bei der Sache: Selbst geniale Schriftsteller wie Auster haben mit solchen Romanen angefangen, was "Die Erfindung der Einsamkeit" zumindest zu einem lehrreichen Beispiel macht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein