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Die Erfindung der Deutschen: Wie wir wurden, was wir sind. Ein SPIEGEL-Buch
 
 
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Die Erfindung der Deutschen: Wie wir wurden, was wir sind. Ein SPIEGEL-Buch [Gebundene Ausgabe]

Klaus Wiegrefe , Dietmar Pieper
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: DVA Sachbuch; Auflage: 3 (20. August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421043183
  • ISBN-13: 978-3421043184
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 282.089 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redkation

Der Weg zur Einheit eines Nationalstaats ist in aller Regel lang und mit Mühen verbunden. Dies gilt erst recht für Deutschland, wie die durchweg lesenswerten Aufsätze dieses Bandes deutlich machen, die in der Gesamtschau einen vollständigen Überblick über die deutsche Geschichte von ihren Anfängen bis in die Gegenwart geben -- und das mit all ihren Brüchen und Wendemarken.

„Dass es Deutsche gibt, ist zuerst den Vorfahren der heutigen Italiener aufgefallen“, schreiben die beiden Herausgeber in ihrem einführenden Beitrag über die „Geburt einer Nation“. Zur Zeit des auch über Nord- und Mittelitalien herrschenden Otto des Großen (912 bis 973) nämlich „kamen immer häufiger Heeresaufgebote aus dem Norden über die Alpen. Und die Südländer beobachteten, dass die Besucher manches gemein hatten. Sie gaben den Fremdlingen den Namen ‚Teutonici‘, in Anlehnung an die Teutonen, die vor Christi Geburt über die Römer hergefallen waren.“

Obwohl die Angehörigen der fränkischen, bayerischen oder thüringischen Stämme sich selbst zu dieser Zeit noch gar nicht als Angehörige eines Volkes empfanden, fand die lateinische Bezeichnung auch in ihren Landen bald schon Verbreitung. Doch es sollte noch bis zur Wende zum 16. Jahrhundert dauern, bis im Namen einer „teutschen“ Identität erstmals politische Forderungen laut wurden -- auf der Grundlage einer durchweg konstruierten Geschichte der Deutschen, die angeblich bis ins in die Antike reichte.

Bis die nationale Idee dann tatsächlich zu einem Massenphänomen wurde und 1871 schließlich in der Reichsgründung gipfeln konnte, war es von da an ein weiter Weg. Diesen zeichnet der Band ebenso nach wie die darauf folgende, äußerst wechselvolle Geschichte deutscher Staatlichkeit. So bieten die knapp gehaltenen, aber nirgends ihren Sachverhalt unangemessen verkürzenden Essays eine durchgehend lehrreiche wie kurzweilige Lektüre. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de

Pressestimmen

"Es ist offensichtlich, dass hier vornehmlich versierte Redakteure die Feder in der Hand hielten: die Essays sind spritzig, anschaulich und für gebildete, geschichtsfremde Menschen leicht verständlich." (www.lesedetektiv.de)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein langer Prozeß 12. Oktober 2007
Von Emilia
Der Spiegel widmet sich in letzter Zeit vermehrt der deutschen Geschichte, nein, keineswegs nur der des 20. Jahrhunderts, auch Spezial-Themen wie Preußen wurden dieses Jahr dem Leser präsentiert. Nun ist das im Frühjahr erschienene Special Die Erfindung der Deutschen  Wie wir wurden, was wir sind als Buch herausgekommen. Es bietet zahlreiche interessante Beiträge von Spiegel-Redakteuren und Historikern.
Eindrucksvoll wird dargestellt, daß der Weg zur nationalen Einheit höchst langwierig und mühevoll sein kann. Von Karl dem Großen bis zu Bismarck und sogar noch ein wenig darüber hinaus reicht die Zeitspanne, in denen die Autoren Meilensteine der Entwicklung des Deutschwerdens erkennen. Gleich zu Anfang verdeutlicht eine farbige Karte aus dem Jahre 1547 wie reich an Einzelherrschaftsbereichen das Heilige Römische Reich Deutscher Nation damals war. Wobei selbst dieses ja schon eine Vorstufe der Einigung war. Jahrhunderte zuvor zogen verschiedene Stämme durch die Lande, ohne daß Gemeinsamkeiten vorhanden waren. Und ohne, daß ein Kaiser oder König etwas geplant hatte, verschmolzen die Geschlechter aus Bayern, Sachsen, Thüringen oder Schwaben in Schüben zu einem Volk.
Stück für Stück schildern die Autoren, was es war, was jene einte, die immer mehr Gemeinsamkeiten entdeckten, aus denen sich später eine gemeinsame Abstammung ableitete. Am Anfang stand: die Sprache.
Neben der Erfindung des Buchdruckes und der Luther-Bibel sehen die Autoren die Leistungen des Königsberger Gelehrten Johann Christoph Gottsched für die deutsche Sprache als eine der wesentlichen Vorstufen zur gemeinsamen deutschen Identität.
Erst waren es nur Studenten und Intellektuelle, die nach Gemeinsamkeiten suchten, später kam das Bürgertum hinzu. Doch: Die ,Deutsche Bewegung (ab Mitte des 18. Jahrhunderts)  ist noch keine nationale Bewegung im engeren Sinne, hat kein politisches Programm und keine politische Mitte.
Aber auch über Rückschläge im Prozeß der Deutschwerdung schreiben die Autoren. Ob Dreißigjähriger Krieg, Niederlage der damals linken und antiautoritären Burschenschaften oder die an der Vielzahl ihrer Modernisierungsaufgaben scheiternde Frankfurter Paulskirche, alles warf die Nation in ihrer Werdung zurück.
Die Spiegel-Redakteure beschreiben die deutsche Nationenfindung als einen Prozeß, der von der Mitte der Gesellschaft angestoßen wurde, der aber später von den Herrschenden ausgenutzt wurde, um ihre Untertanen in ihrem Sinne zu lenken. Die Koppelung von Vaterlandsliebe und Heldentod blieb einem Mathematikprofessor überlassen: Thomas Abbt. Sein Aufruf zum ,Tod für das Vaterland, 1761 erschienen, wertete den Krieg völlig um, so Ute Planert, Professorin für Neuere Geschichte, und sie erwähnt, wie Regierende sich diese Opferbereitschaft zunutze machten. Die Identifikation war da, und die Heimat mußte nach außen hin aus dem eigenen Willen verteidigt werden.
Während die Autoren den Nationalismus bis 1871 als liberal, positiv und natürlich bewerten, heißt es weiter: Im neuen Reich aber veränderte sich sein Charakter. Er wurde zunehmend nicht nur durch konservative, arrogante, expansionistische Elemente bestimmt, im Schatten heftiger industrieller Depressionen geriet der Nationalismus auch zum Kompensationsmittel, das über Widrigkeiten des Alltagslebens hinweghalf  Hiernach hätten Politik und Wirtschaft den Nationalismus benutzt, wo sie zuvor als Mitläufer von Sprache und Kultur ihn beflügelt hätten.
Doch wer hat die Deutschen denn nun erfunden? Schließlich lautet der Titel Die Erfindung der Deutschen, was eher den Eindruck von Künstlichkeit, denn Natürlichkeit vermittelt. Doch nein, Deutsche brauchen jetzt nicht in eine Identitätskrise zu stürzen, die Spiegel-Redakteure bestätigen äußerst anschaulich, daß die Deutschen kein Produkt aus der Retorte sind, nur gab es die Deutschen eben nicht vom Anfang der Menschheitsgeschichte an  auch wenn diese Theorie zeitweise im Trend lag. Wie wir wurden, was wird sind, so der Untertitel, gibt denn auch einen wesentlichen Hinweis auf einen Prozeß des Werdens, der in erster Linie natürlichen Entwicklungen folgte, zeitweise jedoch von der Mitte oder oben aus der Gesellschaft angestoßen wurde.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland Roth TOP 500 REZENSENT
Wie wird aus Stämmen, die nicht einmal dieselbe Sprache sprechen, ein Volk? Seit wann gibt es den deutschen Nationalstaat, und was überhaupt ist eine Nation? In gewohnt anschaulicher Manier schildern die Autoren des SPIEGEL-Bandes die Entwicklung der Deutschen von der Germanenzeit bis zur heutigen Ortsbestimmung des Landes in Europa und auf der Weltbühne...

Diese Beschreibung ist absolut passend für dieses interessante Werk. Minutiös beschreibt es die Entwicklung der Deutschen vom Anfang bis über die Reichsgründung 1871 hinaus, was wahrlich ein weiter Weg war. Diesen zeichnet der Band ebenso effektvoll nach wie die neuere, recht wechselvolle Geschichte deutschen Staatswesens. Die Essays sind mehr als eine lehrreiche Lektüre und zeigen einen umfassenden Überblick über den Weg der Deutschen bis zum heutigen Tag. Zahlreiche und zudem interessante Beiträge von Spiegel-Redakteuren und Historikern werten das Buch mehrfach auf und machen es zu einem besonderen Dokument der Zeitgeschichte. Überaus empfehlenswert!
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Von RolandP
Von Amazon bestätigter Kauf
Das Buch ist Klasse! Habe das Buch schon fertig gelesen. Trotzdem habe ich es noch oft danach genommen und einzelne Buchbereiche gelesen. Es ist trotz des eher langweilig wirkenden Themas sehr spannend und unterhaltsam geschrieben. Wer sich für deutsche Geschichte grundsätzlich interessiert und wissenschaftliche Veröffentlichungen zu kompliziert findet, sollte sich dieses Buch zulegen.
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