"Die Erfinder des Todes" ist mein erstes Buch von Val McDermid und selten war ich so hin- und hergerissen zwischen totaler Spannung und zwischen Ungläubigkeit.
Das Buch wirkt auf mich als hätte die Autorin nicht gewusst, wohin mit ihren vielen Ideen und hat deshalb alle in ein einziges Buch gepackt. Das ist für den Leser zuviel des Guten.
Fiona Cameron ist Psychologin und hat sich darauf spezialisiert, der Met Police bei ihren Ermittlungen zu helfen. Doch bei der Vergewaltigung und Tötung von Susan Blanchard wurde ihr Gutachten nicht beachtet und ein anderer Täter verhaftet. Fiona hat sich geschworen, nie wieder mit der Met zusammenzuarbeiten. Und das, obwohl ihr bester Freund Steve mit diesem Fall betraut war.
Inzwischen geschehen in Fionas privatem Umfeld merkwürdige Morde. Zwei Kriminalschriftsteller wurden ermordet. Besonders schauerlich daran ist, dass der Mörder eines ihrer Bücher als Vorlage benutzte, um die Autoren ihre eigenen Worte am eigenen Liebe spüren zu lassen. Was zunächst nur als Zufall erschien, bereitet Fiona doch zunehmend Angst-zumal ihr Lebensgefährte Kit Martin selbst ein Thrillerautor ist...
Dieser Handlungsstrang wurde von McDermid meisterhaft ausgeführt. Aus Tagebucheinträgen des Mörders erfährt man, wie er vorgeht. Parallel dazu tappt die Polizei lange im Dunkeln. Und die Spannung und die Angst um Kit werden beim Lesen fast unerträglich. Auch dass sich die Profilerin Fiona mit der Polizei zerstritten hat und auf eigene Faust ermittelt ist sehr spannend und auch sehr gut beschrieben.
Ich werde auf jeden Fall noch einmal zu Val McDermid greifen, weil mich der großartige Teil des Buches davon überzeugen, dass sie spannende Bücher schreiben muss. Schade nur, dass ihr Übereifer ihr selbst im Weg stand.