Dagmar Gersdorff ist mit ihrer gerade erschienen Biographie "Die Erde ist mir Heimat nicht geworden", gelungen uns Lesern ein lebendiges Bild der Romantik Dichterin Karoline von Günderode zu zeigen. Bücher die zu bestimmten Jahrestagen erscheinen, hier das 200te Todesjahr (1806)von der Günderrode, sind oftmals mit vorsicht zu geniessen da den Büchern das "Neue" fehlt und meistens nur die Medienpräsenz der Personen von Seiten der Verlagshäuser ausgenützt wird. Nicht so bei Dagmar Gersdorffs neuestem Werk, hier werden selbst dem Günderrode Kenner immer wieder neue noch unentdeckte Seiten und Interpretationen geschenkt.
Das Herausragende dieses Werks ist vorallem die Interpretation der Briefe die von der Dichterin handeln, so verstanden werden können die Probleme, Ängst und Denkweisen der Günderrode nur von einer Frau. Dies ist es auch was diese Biographie von der bisherigen von Markus Hille verfaßten unterscheidet: die weibliche Sicht der Dinge, und dies zeichnet ein klares und immer noch aktuelles Bild der Frau /en Problematik auf, nämlich die Befreiung.
Wenn ich persönlich etwas zu kritisieren hätte, so wäre dies die Unterlassung des Abdrucks der zitierten Briefe, die noch nicht veröffentlicht wurden im Anhang; so bleiben sie leider weiterhin,im FreienDeutschenHochstift dem "gewöhnlichen" Günderrode-Liebhaber verschlossen.
Die Illustrationen runden dieses hervoragende Buch ab.
Wer Dagmar Gersdorff bisherige Biographien kannte hat sicherlich auch nichts anderes als ein herausragendes Werk erwartet.