- Gebundene Ausgabe: 269 Seiten
- Verlag: List (1999)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3471794034
- ISBN-13: 978-3471794036
- Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,2 x 2,6 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 231.142 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktinformation
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Seit Kindestagen hatte Daniel vom Onkel immer nur gehört, er wäre eines Tages der Alleinerbe, würde alles erhalten -- und gerade in der letzten Zeit hatte er ihm immer wieder erklärt, im Falle seines Todes vor allem auch an die Konten in Hamburg und Panama zu denken. Doch nun zieht sich alles lange hin -- der Testamentsvollstrecker hat keine Eile damit, ihm sein Geld zukommen zu lassen, und so beschließt er, selber hinzufliegen und nach dem Rechten zu sehen. Zumal er in der Zwischenzeit erfahren hat, dass die Konten in Hamburg in den vergangenen Wochen aufgelöst worden wären. In Carracas erwartet ihn ein Sumpf; er weiß nicht mehr, wem er noch trauen kann und wem nicht. Alle scheinen miteinander unter einer Decke zu stecken, in irgendeiner Form miteinander zu tun zu haben. Vertrauensvoll wendet er sich an den erst besten Rechtsanwalt, erzählt seine Geschichte auch einer Frau, die sich seiner annimmt. Er erreicht auch etwas -- ein kleines bisschen zumindest. Die Summen, die in Hamburg deponiert waren, erhält er; doch die Konten in Panama sind ebenfalls längst abgeräumt, und das Bankgeheimnis ist dort noch viel strenger als in der Schweiz. Er beginnt einen aussichtslosen Kampf um sein Erbe...
Vor einiger Zeit hatte ich den Autor aus einigen Passagen des damals noch unvollendeten Manuskripts zu diesem Buch lesen gehört und seither gespannt auf das Erscheinen gewartet. Sehr nachfühlbar ist der Gemütszustand Daniel Löws geschildert; der arme Poet -- er ist Lyriker --, dem ein Vermögen winkt, und der sich dazu erstmal mit Recht, Strategie und Pokertricks bewaffnen müsste. Etwas, das er eigentlich gar nicht will: er möchte einfach hingehen, sein Recht erhalten, wäre auch jederzeit dazu bereit, einen Teil davon abzutreten -- und danach wieder in Ruhe gelassen zu werden und an seinen Schreibtisch zurückkehren. Doch in Carracas läuft alles ganz anders; und genau dieser Zustand, wenn jeder, an den man sich vertrauensvoll wendet, auch sein eigenes Süppchen kocht, und ihn immer wieder reinlegt, erinnert beinahe an einen Gruselfilm. Oh ja, Daniel Löw -- ich habe mit dir gelitten. Und trotzdem auch: recht geschieht dir. Hättest du dich mit deinem Onkel unterhalten, hättest ihn besucht, wie er es dir immer wieder vorgeschlagen und auch finanziert hatte, du wärst wahrscheinlich tatsächlich mit deinem Erbe nach Hause gegangen.
In Rückblenden wird dies auch immer wieder erzählt: die vielen Kränkungen, die der Onkel hingenommen hatte, weil Daniel die versprochene gemeinsame Zeit so weit wie möglich abzukürzen versuchte.
Anfangs hat dieses Buch ziemlich geholpert, es war nicht besonders stimmig. Das wurde im Verlauf der Geschichte besser, einige Passagen waren sogar ausgesprochen gut gelungen -- wie jener Rückblick, als Daniel die letzte Begegnung Revue passieren lässt. Doch gerade an den Dialogen wird der Erzählfluss wieder gehemmt; eigentlich sollte das gesprochene Sprache sein, aber dazu ist sie zu gespreizt. Zudem hatte ich den Eindruck, dass eine Person, die angeblich seit Jahren in Carracas lebt, aber ursprünglich aus Speyer stammt und jetzt Deutsch mit Dialekteinflüssen spricht -- nun, für mich klang dieser Dialekt nicht nach der Pfalz, sondern nach Berlin.
Nach dem schönen Buch Die Unruhe der Stella Federspiel und den verlesenen Passagen hatte ich mir eigentlich mehr von der "Erbschaft" erwartet. --Daniela Ecker
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