Die Erbschaft ist ein dünnes Büchlein über eine unheilbar kranke Schriftstellerin, die einen jungen Lektor einstellt, um ihr, die sie selbst schleichend immer kränker werden wird, bei ihrem literarischen Nachlass, dem "großen Roman" zu helfen. Liebäugelt Connie Palmen nach dem Tod Ischa Meyers (und dessen Aufbereitung im Buch IM) nun selbst mit dem Gedanken zu sterben und zurückzulassen?
Weite Teile des Buches sind Dialoge und Monologe, Zitate und Aphorismen, weitgehend gelungen und in den Dialogen dergestalt, dass man dazwischenrufen und selbst mitreden möchte.
Die Geschichte selbst, geschrieben aus der Sicht des jungen Mannes, bleibt dünn und wie so oft bei Connie Palmen, ein Selbstbespiegeln. Wohl muss Connie Palmen der Vorwurf, sie würde egozentrisch schreiben, schon öfter gemacht worden sein, denn eine zentrale Stelle des Romans dreht sich um den Narzißmus, um den autobiographischen Roman (also darum, dass im Grunde jedes Schreiben autobiographisch sei). Ihre Argumente - nicht nur an dieser Stelle- überzeugen, sind aber dennoch keine Begründung dafür, dass dieser Roman, vor allem wenn man ihr sonstiges Werk kennt, nichts Neues mehr bringt.
Soll das jetzt Palmens "Großer Roman" sein?
Vielleicht hätte sie den Roman als Essaysammlung herausgeben sollen- denn die Gedanken sind gut- und nicht künstlich (und ärgerlich!) eine Geschichte darumherumschreiben.