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Die Erbin des Grals
 
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Die Erbin des Grals [Gebundene Ausgabe]

Helene L. Köppel
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 456 Seiten
  • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3352007020
  • ISBN-13: 978-3352007026
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,6 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Helene Luise Köppel
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In ihrem faszinierenden Roman enthüllt Helene Luise Köppel eines der tiefsten Geheimnisse des Abendlandes, auf dessen Spur sie intensive Recherchen wie glückliche Zufälle führten. Die Anfänge der unglaublichen, aber historisch verbürgten Geschehnisse in einem kleinen südfranzösischen Ort nahe der Pyrenäen, die einen ehrgeizigen Landpfarrer zuerst fast den Verstand und dann das Leben kosteten, reichen bis zu den Katharern, den Merowingern und schließlich zu Jesus Christus selbst zurück. Jenes Geheimnis, das die Dorfkirche von Rennes-le-Chˆateau birgt, schreibt Marie Dénarnaud heimlich am Ende ihres Lebens nieder. In ihrer Jugend war sie Haushälterin des Abbé Saunière geworden und bald darauf seine Geliebte, denn der leidenschaftliche Abbé war ein Freigeist. Als er 1886 bei Renovierungsarbeiten in der verfallenden Kirche einen Topf mit Goldmünzen, vergilbte Pergamente und unter einer Gruft sogar einen funkelnden Schatz fand, ergriff ihn eine Neugierde, die sich geradezu zur Besessenheit steigern sollte. Denn die Entzifferung der Pergamente ließ keinen Zweifel zu, daß es sich um den sagenhaften Gral handelte, sondern offenbarte auch, daß hinter dessen Geheimnis ein noch gewaltigeres verborgen lag. - Die mysteriöse Kirche kann übrigens noch heute besichtigt werden und ist ein Wallfahrtsort für Liebhaber von Mythen.

Auszug aus Die Erbin des Grals von Helene L. Köppel. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Als das Frühjahr kam, zeigte sich, daß Saunières Eintreten für die Monarchie ihm nicht nur eine Strafe beschert, sondern aus eben diesen Kreisen einige einträgliche Spenden für die Renovierung der Kirche eingebracht hatte. Da eine Adlige aus der Umgebung sogar für eine neue Kanzel sorgen wollte, räumte der Gemeinderat dem Priester endlich einen bescheidenen Kredit ein. Bald schon wurde es wärmer, und wie Bérenger Saunière mit der Instandsetzung seiner Kirche hatten es plötzlich auch die Amseln eilig, sich ihre Nester zu bauen. Während ich mich um den lange vernachlässigten Garten kümmerte, eifrig jätete, rote Bartnelken aussäte und dazu passend weiße Margeriten, holte sich der Abbé drei tüchtige Männer aus dem Tal, den Bauunternehmer Elias Bot und die Arbeiter Verdier und Rousset. Saunière, selbst handwerklich nicht unbegabt, packte voll Eifer mit an. Zuerst ließ er den Hauptaltar entfernen, eine einfache Steinplatte, die auf einer Seite in die rechte Mauer der Apsis eingefügt war und auf der anderen auf zwei bröckligen Pfeilern ruhte. Die vier Männer schleppten schwer an der großen Steinplatte. Verdier, der schmächtigste, konnte sie plötzlich nicht mehr halten, sie rutschte ihm aus den Händen und schlug mit einer Ecke auf eine Bodenplatte auf, die zerbrach. Das war nicht weiter schlimm, die ausgetretenen Platten sollten ohnehin ersetzt werden. Trotzdem mußten sich die Arbeiter erst einmal ausruhen. Sie lehnten sich draußen an die Friedhofsmauer und packten Brot und Käse aus. Saunière blieb in der Kirche zurück, um mit einem Meißel die gesprungene Bodenplatte ganz zu entfernen, damit niemand darüber stolperte. Als er das letzte Stück anhob, entdeckte er etwas Merkwürdiges. Unter der Platte befand sich ein Hohlraum. Vorsichtig sah sich Saunière um, ob keiner ihn beobachtete. Dann griff er in das Loch hinein, tastete, stutzte - und zog mit einiger Mühe einen schweren, offenbar eisernen Kessel heraus. Vor Aufregung schlug ihm das Herz bis zum Hals. Er richtete sich halb auf und beseitigte rasch den lose sitzenden Schmutz. Als er den Deckel abnehmen wollte, bemerkte er, daß er mit einer eigentümlichen schwarzen Masse - möglicherweise Pech - abgedichtet war und sich nicht von der Stelle bewegen ließ. Saunière lauschte nach draußen. Noch immer erzählte Verdier, dem der Schreck in die Glieder gefahren war, in allen Einzelheiten von einem Unfall seines Schwagers. Da nahm Saunière entschlossen den Meißel, um die Bitumenschicht abzukratzen. Einmal rutschte ihm der Meißel ab und fuhr tief in den linken Unterarm. Aber Saunière war viel zu ungeduldig, um darauf zu achten. Mit aller Kraft setzte er noch einmal den Meißel an, der Deckel knirschte, sprang dann mit einem seltsam zischenden Ton ab und kollerte zur Seite. Saunière traute seinen Augen nicht, als er sah, was sich im Topf befand: Münzen über Münzen. Goldene Münzen. »Guter Gott«, rief er halblaut aus, »was haben wir denn da?« Rasch - denn er hörte die Arbeiter zurück in die Kirche kommen - versteckte er den Topf hinter einem der Pfeiler und legte die zerbrochene Platte hastig wieder über das Loch. Daß er sich verletzt hatte, nahm er als Vorwand, die Leute für diesen Tag zu entlassen. Als er in die Küche trat, bemerkte ich zunächst nur, daß Blut von seinem Arm auf den Boden tropfte. Erschrocken band ich rasch ein sauberes Küchenhandtuch darum. Während ich in meinem Medizinschränkchen nach der Arnica- und Thymiantinktur suchte, die ich im Herbst angesetzt hatte, tänzelte Saunière um mich herum. »Marinette, mach nicht so viel Getöse um die Schramme. Schenk mir lieber ein Glas von dem guten Roten ein, ich habe eine kleine Stärkung nötig.« Erst jetzt sah ich ihn genauer an. Was war nur mit ihm los? Mit derart auffällig glänzenden Augen, zuckenden Mundwinkeln und übermütigem Lächeln hatte ich ihn schon lange nicht mehr gesehen. Hastig trank er einige Schlucke, hielt nun aber still, damit ich ihn ordentlich verbinden konnte, und endlich platzte es aus ihm heraus: »Marie, du kannst dir nicht vorstellen, was gerade geschehen ist!« »Was denn?« fragte ich betont kühl. »Gold! Ich habe Gold gefunden, drüben in der Kirche. Hunderte von alten Münzen!« »Nein! In der Kirche? Münzen? Aber Hochwürden, wo ...« »Ach, Marinette!« rief er ausgelassen, und seine Zähne blitzten. »Hochwürden! Hochwürden! Ich wollte dir schon längst vorschlagen, Bérenger zu mir zu sagen, wenn wir unter uns sind. Aber jetzt stell deine dummen Hexenkräuter zur Seite - komm lieber gleich mit hinüber, ich will es dir zeigen!« Saunière lachte noch immer voller Übermut, faßte meinen Arm und lief mit mir zur Tür. Dort hielt er kurz inne, rannte noch einmal die Treppe hinauf und kehrte mit irgendwelchen Plänen aus dem Arbeitszimmer zurück, vielleicht um nach außen den Anschein zu erwecken, als wollte er sie mir in der Kirche an Ort und Stelle erläutern. »Schau, Kleine!« rief er voller Begeisterung, als er den eisernen Kessel hinter dem Pfeiler hervorzog. »Tatsächlich, Gold. Du liebe Zeit! Wo kommt denn das her, Hochwürd ... Bérenger?« stotterte ich nun ebenfalls aufgeregt. Ich nahm einige Münzen in die Hand, um sie näher zu betrachten. Sie trugen ein Kreuz mit vier gleich langen Balken. Dann wühlte und wühlte ich berauscht im Topf herum. »Da unten war es«, sagte er und zeigte mir das Loch unter der Platte. »Und wo ein Topf mit Münzen ist, da kann auch anderes versteckt sein. Ich werde mich noch ein wenig genauer umsehen müssen in der Kirche. Wenn jemand nach mir fragt, so sage, ich wolle heute auf gar keinen Fall gestört werden. Schick sie alle fort! Ich verspreche dir, meine Kleine«, sagte er mit einem spitzbübischen Lächeln, »daß ich dich sofort holen werde, sollte ich weitere Schätze finden!« Mit klopfendem Herzen und nicht wenig verwundert, lief ich ins Pfarrhaus zurück und zog den Linseneintopf vollends vom Herd. Gold? Wem gehörte es, und wer hatte es in der alten Kirche versteckt? Ich wußte nicht, weswegen ich aufgeregter war - wegen des Goldes oder weil ich meinen Dienstherrn mit seinem Vornamen anreden durfte, wenn wir allein waren! Welch ein Tag! Als Saunière endlich wiederkam, dämmerte es schon. Er mußte gegen die Tür treten, damit sie aufsprang, denn mit beiden Händen trug er den schweren Topf und unter seinem Arm steckte obendrein ein kleines hölzernes Rohr. »Marie«, rief er, noch immer erregt. »Richte mir ein wenig Käse, Brot und einen Krug Wein, und bring mir dann alles hinauf ins Arbeitszimmer, ich habe zu tun!« Sprach es und eilte, immer zwei Stufen auf einmal nehmend, die steile, ausgetretene Eichentreppe nach oben. Ich ihm hinterher, denn mit dem Topf in seinen Händen hätte er niemals die Tür zu seinem Zimmer öffnen können. Später, als ich das Essen hinaufbrachte, war von dem Topf mit dem Gold nichts zu sehen, das Rohr jedoch lag geöffnet auf dem Tisch. Ich war zwar neugierig, wagte aber dennoch nicht, Bérenger auszufragen. Doch ihm waren meine suchenden Blicke nicht entgangen. Er stand auf, um mir den Krug mit Wein abzunehmen, und deutete dann auf die vor ihm liegenden vergilbten Blätter: »Weißt du, wo ich diese Pergamente entdeckt habe? In dem Pfeiler mit dem Westgotenkreuz, eben dem, der die Altarplatte gestützt hat. Er war innen hohl. Als ich hineingriff, zog ich zuerst lauter trockenes Gestrüpp heraus. Sieh, nun ist auch meine rechte Hand zerkratzt! Und dann - dann kam dieses mit Wachs versiegelte Holzrohr zum Vorschein, es enthielt drei Pergamente. Du kannst sie dir bei Gelegenheit einmal ansehen, Marie, doch muß ich darauf bestehen, daß du mir hier und auf der Stelle schwörst, mit keiner Menschenseele über meine Entdeckung zu reden. Schwörst du es mir?« Er nahm meine Hände fest in die seinen und sah mich eindringlich an. Seine Mundwinkel zuckten. »Schwöre es«, flüsterte er noch einmal. Ich nickte. In diesem Augenblick hätte ich allerdings auch dem Teufel meine Seele versprochen, denn Bérenger Saunière hörte nicht auf, mir tief in die Augen zu sehen. Meine Kehle war wie zugeschnürt. Plötzlich beugte er sich zu mir herunter und berührte mit seinen Lippen sacht meine Stirn. Gold und Pergamente waren mir nebensächlich geworden an diesem Abend.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wirklich gut 27. März 2007
Format:Taschenbuch
Marie,die Haushälterin des Abbé Sauniére, erzählt ihre Lebens-und Liebesgeschichte - mit allen Höhen und Tiefen - in der Ich-Form. Da der geschichtliche Hintergrund und die beschriebenen Schauplätze tatsächlich vorhanden sind, glaubt man ihr jedes Wort. Angefangen bei ihrem Bericht über den vertuschten Mißbrauch und die Abtreibung in ihrer Kindheit, bis hin zu dem Fund des Templer-Schatzes sowie ihre Eifersucht auf die Frau, die ihr die Aufmerksamkeit "ihres Mannes" raubt, macht die Geschichte einen in sich stimmigen Eindruck. Wer damit leben kann, daß es Priester gibt, die nicht im Zölibat leben - und auch Meinungen außerhalb der Bibel akzeptiert, kommt bei dieser Geschichte auf jeden Fall auf seine Kosten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Katrin
Format:Taschenbuch
Die Geschichte ist ganz nett, jedoch habe ich mir mehr davon erwartet nach der Beschreibung auf der Rückseite. Die Auflösung um das Rätsel bzw. einen Teil bekommt man erst ganz am Schluss, und dann auch nur sehr kurz beschrieben.
Zum Entspannen und am Strand lesen ist sie jedoch in Ordnung.
Der Stil in dem das Buch geschrieben wurde, ist anfangs etwas schwierig zu lesen, fällt aber nach einer Zeit nicht mehr auf.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rezensent
Format:Taschenbuch
Ein ganz und gar ungewöhnlicher und zugleich spannender Roman, der einen in seinen Bann zieht.

Bestrickend und durchgängig glaubhaft die Darstellung der Marie Dénarnaud. Vielschichtig und äusserst lebendig auch die Person des Priesters Berenger Sauniere, sowie alle anderen Charaktere.

So und nicht anders sollen Romane sein.

Danke für dieses exzellente Lesevergnügen!
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Am 6. November 2003 veröffentlicht
Mehr als ein Roman!?
Nach der „Ketzerin vom Monsegur" war ich sehr gespannt auf das zweite Buch von Helene L. Köppel. Lesen Sie weiter...
Am 27. Oktober 2003 veröffentlicht
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