Alle Bücher von Juliet Marillier haben mich bisher vom ersten Moment an in die Welt versetzt, die sie so meisterlich zu beschreiben weiß. Regina Winter, die bisherige Übersetzerin, verstand es ausgezeichnet, die stilistisch fesselnde Wellenlänge von Juliet Marillier ins Deutsche zu übernehmen. Leider ist sie vor wenigen Jahren plötzlich verstorben, wie mir der Heyne-Verlag auf meine Nachfrage mitteilte. Daraufhin las ich zwei Bücher auf Englisch: »The Well of shades« und »Heart's Blood«.
Endlich wieder eine deutsche Übersetzung! - dachte ich bei diesem Buch!
Die Geschichte an sich ist durch die Ich-Form der Erzählung fesselnd aufgebaut - wie immer. Auch die vorhergehenden Familienmitglieder, die der Leser aus den anderen Büchern kennt, werden nach und nach erwähnt. Eigentlich ist es ein spannendes Buch!
Anders als bisher eröffnet das Lesen dieser deutschen Übersetzung bei mir nicht mehr das besondere Wohlgefühl, in die Welt von Juliet Marillier eintauchen zu können. Der neuen Übersetzerin gelingt es leider nicht, den Leser so direkt in Clodaghs Welt und Sichtweise ihres Erlebens mitzunehmen, wie Juliet Marillier es so meisterhaft versteht.
Trotz der Ich-Form der Erzählung wird der Leser auf Distanz gehalten.
Es stört immer wieder, dass die Wortwahl häufig aus dem heutigen modernen Sprachgebrauch und Umgangsdeutsch kommt, was der Zeit, von der das Buch handelt nicht angemessen ist.
Der Satzaufbau und Ablauf entspricht oft nicht dem Klang der Sätze von Juliet Marillier, die dadurch immer die Stimmung zum Ausdruck bringt, in die der Leser eigentlich eintauchen soll.
Sicher ist es nicht einfach, solch ein Buch zu übersetzen, aber es ist sehr schade, dass hier das Original durch modernen Stil doch etwas entfremdet wurde.
Ich werde das Original auf Englisch lieber doch noch lesen.
Aufgrund der Übersetzung kann ich keine fünf Sterne geben.