Mit der Rudyn-Trilogie legt das bewährte Autorenteam, das die offenbar auch literarisch unsterblichen Figuren Perry Rhodan und Atlan geschaffen hat, die zweite Trilogie vor, die im Verlag FanPro erscheint. Und auch diese Trilogie hinterlässt bei mir einen widersprüchlichen Eindruck.
Einerseits sind alle drei Bände spannend erzählt. Die hier neu eingeführte Figur Trilith Okt, deren Heranwachsen und Ausbildung als Kämpferin fast der komplette erste Band gewidmet ist, das Hauptthema, nämlich das Auffinden eines der vier verschollenen Zellaktivatoren, die ES Jahrhunderte früher in der Galaxis verstreut hatte, Atlans Auftritt, nachdem er von diesem Fund gehört hat und seinen (im wahrsten Wortsinn) alten Freund Lemy Danger an der Schwelle des Todes weiß. Im zweiten Band dann die Steigerung der Spannung, als der Aktivator einem aufstrebenden Politiker der ZGU (Zentralgalaktische Union), einem vom Solaren Imperium abgespaltenen Sternenreich, in die Hände fällt. Interessant konstruierte Verwicklungen, eine Story aus der "Guten Alten Zeit" des Perryversums mit technischen Schilderungen ganz auf der Höhe der Zeit in unserem 21. Jahrhundert.
So weit, so gut.
Zum Ende von Band 3 wird die Sache dann scheinbar übereilt einem Finale Furioso zugeführt. Vieles klärt sich auf zum Beinahe-Happyend - und es ist genau dieses "Beinahe", das stört. Am Schluss bleiben ein paar Fäden unverknüpft, einige Fragen unbeantwortet. Das "endgültige" Schicksal des gefundenen Zellaktivators bleibt ebenso unklar, wie das von Trilith Okt. Und auch mit Blick auf Atlan steht am Ende der Trilogie nur das schale Gefühl, viel Lärm um Nichts erlebt zu haben.
Zwar wird von Fans und Lesern der Atlan-Romane eifrig spekuliert, ob dieses offene Ende dem Zweck dienen soll, Figuren und Themen für künftige Romane bzw. Trilogien "aufzubewahren", aber einerseits ist hiervon seither nichts zu sehen, und andererseits widerspricht ein solches Ansinnen dem Zweck einer Trilogie, die üblicherweise in sich geschlossen ist.
"Atlan bei FanPro" also auf dem Weg zu größeren Zyklen? Die inzwischen erkennbare Entwicklung erlaubt zumindest, dieses Ansinnen der Macher zu unterstellen: Im Anschluss an die Rudyn-Trilogie erschien eine weitere dreibändige Storyline, dann ein einzelner Roman, gefolgt von einer neuen Serie mit - aufgemerkt - sechs (!) Bänden.
Quo vadis, Atlan? - oder: Abgeschmeckt wird am Schluss, und egal, wie lecker die Zutaten sind oder wie genial der Koch am Herd agiert: Wenn's am Ende nicht schmeckt, lohnt der ganze Aufwand nicht.
Fünf Sterne für die schwungvolle Erzählung über drei Bände und das exotische Konzept in bekannt-bewährtem Rahmen. Ein Stern für das vermurkste Ende - ergibt im Mittel derer drei...