Der 2. Teil der Saga über die Hamburger Kaufmanns- und Reeder-Familie Stelling beginnt 1898 mit der Vorbereitung des 70. Geburtstags der Prinzipalin Viktoria Stelling-Brennicke. Sie lebt inzwischen alleine in der großen Brennicke-Villa an der Elbchaussee. Ihre Kinder leiten die Firmen und sehen es nicht gerne, dass Viktoria sich noch immer hin und wieder einmischt. Doch zur großen Feier reisen alle an, sogar Thomas aus dem entfernten Mecklenburg, wo er inzwischen ein großes Gestüt hat. Er kommt mit seiner ganzen Familie, den Söhnen und der verwitweten hübschen Tochter Elisabeth und ihren Kindern. Auch Patrizia reist aus Amerika an, die sich nun zur Ruhe setzen will. Sie hat zur Überraschung aller ihren bereits erwachsenen Sohn Patrick dabei, von dem bisher keiner wusste. Viktoria sorgt jedoch dafür, dass auch er von der Familie freundlich aufgenommen wird, denn es ist für die traditionsbewussten Hanseaten ein Schock, dass die unverheiratete Patrizia einen Sohn hat.
Sie wundern sich allerdings noch mehr, als sie feststellen, dass Patrick ein selbstbewusster und überaus charismatischer Mann ist, der sich nicht auf dem Rücken der Familie und deren Geld ausruhen will. Schon am ersten Tag in Hamburg hat der gelernte Schiffsbauer ein Geschäftsidee, die er erfolgreich umsetzen will, und er verliebt sich auf der Geburtstagsfeier. Die Frauen himmeln in an, und er verschafft sich schnell die Achtung der Familie. Leider schafft er sich mit seiner spontanen Art auch Feinde, die ihm nicht nur den Geschäftsaufbau verleiden wollen, sondern auch nach dem Leben trachten. Trotzdem lässt er sich nicht unterkriegen und kämpft um seinen Erfolg und sein Glück, eben wie ein Stelling!
Das Buch hat mir wieder sehr gefallen. Es war ereignisreich und spannend. Interessant fand ich die Beschreibung des Aufbaus von Hamburg um die Jahrhundertwende, die wunderbare Landschaft in Mecklenburg, aber auch über das erste "Aufbäumen" der bis dahin unselbständigen Frauen. In nur 3 Tagen hatte ich es ausgelesen. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass der Zeitraum zum ersten Buch nicht 50 Jahre gewesen wäre, sondern dass die Autorin schon früher wieder in die Geschichte eingestiegen wäre. Nun hoffe ich, dass die 3. Folge "Das Haus am Feenteich" mich ebenso fesselt, wie die ersten beiden.
Fazit: Wer das erste Buch gelesen hat, muß auch dieses unbedingt lesen!