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Für die ergänzte Neuauflage hat Sprenger, wie er im Vorwort versichert, versucht, den Text zu verschlanken. Da das Buch ohnehin nicht sehr umfangreich ist und sich diszipliniert auf das Wesentliche beschränkt, überrascht es nicht, dass das nicht von Erfolg gekrönt war. Stattdessen hat der Autor ein Kapitel über das Fragen hinzugefügt. Wer erwartet, darin Erbauliches über den Nutzen von Fragen an sich selbst und das Hinterfragen des eigenen Lebens zu finden, wird überrascht. Darin warnt Sprenger vor Fragen, denn in ihnen lauert oft schon eine Aussage, der Fragesteller bezieht Position, ohne dazu zu stehen. Und allzu oft dienen besonders Warum-Fragen ("Warum passiert das eigentlich immer mir? Warum bin ich so geworden, wie ich jetzt bin?") nur dazu, das eigene Schicksal zu bedauern, als tatkräftig zu handeln. Sprengers Fazit: "Sagen statt Fragen." --Nina Hesse
Glück ist das Ergebnis von selbstverantwortlichem, entschiedenem Handeln. Um diese These rankt der Autor 250 anregende Seiten mit der Aufforderung: Selbstbestimmt leben! Der Philosoph und Publizist Sprenger will den Leser nicht besserwisserisch an die Hand nehmen, sondern ihn auffordern, ein aktive Rolle zu übernehmen, der täglichen Unzufriedenheit zu entkommen, Kontrolle über sein Leben zu gewinnen. Und er will das Gefühl vermitteln, "mit dem eigenen Lebenszug am richtigen Bahnhof zu stehen".
Um in die aktive Rolle zu kommen, braucht der Mensch Energie, die von innen oder außen kommen kann. Also selbst steuern oder steuern lassen? Der Autor beantwortet Fragen dieser Art. Sie können jedoch für den Einzelnen nur Anregung, Denkanstoß und Hilfe sein; entscheiden muss jeder selbst. Solange Menschen Energie von außen beziehen durch Chefs, Ehepartner, Systeme, Strukturen oder die Politik, wird das Leben von diesen Menschen oder Umständen bestimmt. Sprenger rät zum Wechsel vom Reich der Fremdbestimmung ins Reich der Selbstbestimmung. Doch dieser Weg wird zuweilen nur schrittweise zu gehen sein, kann blockiert und boykottiert werden. Es ist nicht immer mit Begeisterung beim Gegenüber zu rechnen. Aber auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Wer sich dabei begleiten lassen will, hat in diesem Buch einen guten Partner. --Carsten Hansen
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
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Rezension bezieht sich auf: Die Entscheidung liegt bei dir!: Wege aus der alltäglichen Unzufriedenheit (Gebundene Ausgabe)
Zuallererst: Dieses Buch ist sicherlich kein Nachttisch-Buch. Wenn es auch weitestgehend sehr einfach verständlich geschrieben ist, so fordert die Auseinandersetzung mit den Thesen doch einen wachen Verstand.Wer wegen der direkten Anrede im Buchtitel einen Ratgeber erwartet, wird sich schwer tun, konkrete Handlungsanweisungen und den Weg zum Glück" zu finden. Weshalb ich dieses trotzdem für gut und wichtig halte? Das Buch stellt interessante Fragen über uns und vor allen Dingen über unsere Gesellschaft. Jeder kann sich in den Thesen vom Opferlamm, in den Aussagen Man müsste mal..." und in den Träumereien à la Ach, wenn ich damals nur..." wiederfinden. Während des Lesens wird dem Sprenger-Neuling so einiges klar über die Zusammenhänge zwischen Motivation und Fremdbestimmung. Der Autor beschreibt eine Lebensphilosophie, die das Glück im Augenblick sucht und zeigt die Problematik fadenscheiniger Lebensziele wie Reichtum, Schönheit und Berufskarriere auf. Achtung: Er verurteilt solche Ziele nicht, bezweifelt aber, ob die Erreichung dieser Ziele den Menschen glücklicher macht. Vielmehr erklärt er, dass wir in jeder Moment unseres Handelns nach Glück in eben jenem Augenblick suchen sollen. Und er belegt dies mit interessanten Argumenten. Das Buch hilft, unsere Gesellschaft besser zu verstehen. Die Problematik der kollektiven Fremdbestimmung, die Demotivation durch Fremdbestimmung, ja selbst aktuelle politische Themen, wie die Neiddiskussion um Managergehälter und die Subventionspolitik. Es zeigt auch auf, wie sich unsere Gesellschaft anders orientieren könnte, wie jeder einzelne mehr Lebensglück finden kann. Die Theorien Sprengers orientieren sich hierbei sehr stark an den klassischen asiatischen Lehren. Nach klaren Handlungsanweisungen für Problemsituationen sucht man dabei vergeblich. Dies ist aber auch nicht nötig, wenn man das Buch als Beschreibung einer Über-Lebensphilosophie für die Menschheit betrachtet. Deshalb empfehle ich dieses Buch eher nicht für Menschen in Lebenskrisen sondern vielmehr für Politiker, Manager und Führungskräfte. Ohnehin spricht es eher rationale Denker an: Das emotionale Thema Lebensglück" wird als Folge von bewussten Entscheidungen (also rationaler Handlungsweisen) dargestellt. Wie das funktionieren soll, kann ich mir kaum vorstellen. Auf der Meta-Ebene des Buches indes, ist auch dieser Schwachpunkt zu verschmerzen. Dennoch lassen sich einige Thesen selbstverständlich in jedermanns Alltag umsetzen, z.B.: - Ehre deine Vergangenheit. Sie hat dich zu dem gemacht, was du bist, aber weine ihr keine Träne nach. - Orientiere dich nicht zu stark an der Zukunft. Das Leben ist zu kurz, um darauf abzuzielen eines Tages glücklich sein zu wollen. - Das Glück liegt im jetzt und hier. Erlebe Selbsterfüllung in diesem Augenblick und das funktioniert nur, wenn Du Dir der großen und kleinen Entscheidungsmöglichkeiten in Deinem Leben bewusst bist. Für Denker und Lenker: 5 Punkte Für Leute, die glücklicher Leben wollen: 2 Punkte Für Mich: 4 Punkte Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
114 von 125 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Penetrant, aber anregend,
Rezension bezieht sich auf: Die Entscheidung liegt bei dir! Wege aus der alltäglichen Unzufriedenheit (Taschenbuch)
Reinhard K. Sprenger berät Manager und Führungskräfte. Darin ist er sehr erfolgreich. Und weil er immer wieder darauf angesprochen wurde, dass seine Gedanken nicht nur für die Chef-Etagen hilfreich sind, schrieb er ein Buch für jedermann. „Die Entscheidung liegt bei dir" ist seine einfache These. Sprenger geht es um das Bewusstsein, in dem wir handeln. Sehen wir uns als Opfer der Verhältnisse? Oder erkennen wir an, dass wir in jeder Situation die Freiheit des Wählens haben? Sprenger meint damit wirklich jede Situation und das ist schwer zu schlucken. Deshalb führt Sprenger seine Leser durch eine Argumentation um die Werte Freiheit, Autonomie und Selbstverantwortung. Ähnlich wie der amerikanischen Kulturkritiker Robert Hughes, dessen Slogan Nachrichten aus dem Jammertal Sprenger für den ersten Teil seines Buches entliehen hat, diagnostiziert er eine ausgeprägte Opferkultur. Sie fußt auf der Weigerung des einzelnen, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Schuld sind die anderen, die Umstände, das System. Wir entlasten uns, um uns nicht zu ändern. Das ist bequem. Das ist passiv. Schlimmer noch, es macht unzufrieden, denn wir haben damit das Steuer aus der Hand gegeben, uns gleichsam selbst entmündigt. Soweit, so gut. Sprenger wendet sich seiner zweiten zentralen Frage zu: Woher beziehen wir unsere Motivation? Von außen, durch Anreiz, Belohnung und Prämien? Oder aus uns selbst heraus? In erstem Fall sind wir Belohnungs-Junkies, deren Dopingmittel Prämien, Status, Boni und Beförderung sind. Wie bei jeder Abhängigkeit muss die Dosis ständig erhöht werden. Irgendwann ist das System ausgereizt. Es kollabiert. Für Sprenger ist die Belohnungsstrategie strukturell für unsere Gesellschaft. Sie beginnt im Kindesalter und macht die meisten Menschen zu fremd gesteuerten Wesen, die auf Motivation von außen reagieren. Das Programm „Verwöhnen", wie Sprenger es nennt, ent-mutigt. Es erstickt Risikofreude und Kreativität. Anders das Programm der Selbstverantwortung, in dem wir die Energie für unser Handeln aus uns selbst schöpfen. Das hört sich gut an. Aber wie geht das? Sprengers Empfehlung ist: Erkenne, dass du frei wählen kannst und dem entsprechend frei ab-wählen kannst. Treffe deine Entscheidung. Sei dir über den Preis bewusst. Handle aus dir selbst heraus. Habe den Weg vor Augen und nicht das Ziel. Lebe im Hier und Jetzt. Tue das, was du tust, mit Hingabe. Verlasse es oder ändere es, wenn es dir nicht gefällt. Getreu der 70er Jahre-Parole „Love it. Leave it or Change it". Erst dann wirst du selbstverantwortlich handeln. Erst dann wirst du dein Leben als geglückt empfinden. Nun ist Sprenger weit davon entfernt, ein Blumenkind zu sein. Er ist am Praktischen interessiert, daran, ob ein Gedanke funktioniert. Sprenger ist penetrant. Er nervt mit seiner kühlen Rationalität. Ihm fehlt ein gewisses Erbarmen für die menschlichen Schwächen und Ängste. Seiner Logik tut das keinen Abbruch. Sie ist anregend und hilfreich und lohnt die Auseinandersetzung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
268 von 301 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Misslungene Überarbeitung,
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Die Entscheidung liegt bei dir! Wege aus der alltäglichen Unzufriedenheit (Taschenbuch)
Vor acht Jahren griff Reinard K. Sprenger in die Tasten, um dieses Buch zu schreiben. Nun liegt die überarbeitete Neuauflage vor. Statt den Text zu kürzen, wie Sprenger nach eigenen Worten die Absicht hatte, ergänzte er den alten Text durch neue Gedanken und ein Minikapitel über Fragen. Ehrlicherweise müsste man eher von einer Neuauflage als von einer Überarbeitung sprechen. Denn wirklich Neues findet sich nicht. Das ist umso bedauerlicher und unverständlicher, da die Neuropsychologie in den letzten Jahren eine Fülle von Erkenntnissen lieferte, die Sprenger hätte aufnehmen sollen. die Botschaft "Sie haben ihr Leben, so wie es jetzt ist, frei gewählt" ist nach all den Studien und Forschungen der letzten acht Jahre einfach nicht mehr haltbar. Selbstverständlich teile ich die Absicht des Autors, das das ewige Gejammer und die Opfermentalität in deutschen Landen unsäglich und wenig zukunftsträchtig ist. Doch einfach kalenderspruchartige Sätze zum freien Willen in allen Varianten zu verbreiten, wird die Malaise auch nicht stoppen können. Grosse Auflagen allein sagen noch nichts über die inhaltliche Qualität aus. Aber der Erfolg seiner Bücher haben die Verlagsverantwortlichen sogar dazu verleitet, Reinhard K. Sprenger im Klappentext in den Olymp der grossen Philosophen zu hieven. Das ist ein starkes Stück. Ich gehörte zu den ersten Fans von Sprenger, als mir sein Buch "Mythos Motivation" dabei half, Bewegung in verkrustete Diskussionen zu bringen. Und auch viele seiner Gedanken zum Thema Vertrauen haben es mir angetan. Aber wenn 2004 ein so bekannter Autor wie Reinhard K. Sprenger behauptet, "Alles, was sie tun, tun sie freiwillig", dann macht er seinen Lesern keinen Gefallen. Es ist die alte Leier eines Erfolgsmenschen, der aufgrund seiner eigenen Biographie meint, er könne und müsse auch die Lebensgeschichten anderer Menschen neu schreiben. Jeder ist der Schmied seines Glücks. Das sah Gottfried Keller aber wesentlich differenzierter. Wohl weil er seine Mitmenschen genau und mit sehr viel Respekt vor dem Andersartigen betrachtete.Sprengers Hauptthese lautet: "Glück ist keine Glückssache." Und das soll einer der renommiertesten Philosophen Deutschland sein? Ich meine nicht, dass neue Heilslehren nur aus der Küche von Psychiatern und Neuropsychologen stammen müssen. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass Sprengers Buch hart an Scharlatanerie vorbeischrammt, wenn er Schicksal und biographische Prägungen auf individuelle Opfermentalität reduziert und damit bereis vorhandene Schuldgefühle, es nicht zu schaffen, verstärkt. Wer so von seinem Glauben überzeugt ist wie der in Essen und Santa Fe lebende Sonnyboy, hält es auch nicht für nötig, seinen Lesern andere Meinungen als die eigene zu offerieren. Also verzichtet er konsequent auf eine Literaturliste. Ich weiss, wo es durchgeht, mir nach. Je unsicherer die Zeiten, desto eher verfängt ein solches Rezept. Doch die Guruzeit der Neunzigerjahre ist vorbei. "Es ist an uns, ob wir uns manipulieren lassen" schreibt Sprenger. Also liegt es an uns, Sprengers einfacher Hauruck-Psychologie zu folgen - oder nicht. Ich habe den Saal jedenfalls wieder verlassen, um bei kleineren Veranstaltungen etwas über den freien Willen, menschliche Unzulänglichkeiten und Hoffnungen zu erfahren. Es braucht keine Fanfarenklänge, um den Auszug aus Abschied dem Jammertal zu begleiten. Die lauten Töne haben zwar für viel Getöse gesorgt, aber lausig wenig verändert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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