Ich habe zwar die neueren Romane der Bolitho-Reihe noch nicht gelesen, bin aber ein großer Fan. Kent gelingt es, für den Helden und zahlreiche anderen Protagonisten Sympathie zu wecken.
Und das macht die Reihe aus. Natürlich gibt es auch viele spannende Ereignisse, aber man weiß natürlich, daß Bolitho und seine Getreuen letztendlich jeden Kampf gewinnen, auch wenn es im Laufe eine Krieges zu Niederlagen komnmen kann. Deshalb war es für mich immer der spannendere Part zu lesen, welche der einem lieb gewordenen Gestalten denn die kriegerischen Auseinandersetzungen würde überleben können. Als Jugendlicher habe ich da schon manche Träne verdrückt.
Die Reihe könnte auch durchaus eine Pflichtlektüre für angehende Offiziere sein. Die Menschenführung, die Bolitho seinen Offizieren vorlebt, ist faszinierend und hat auf mich immer sehr realistisch gewirkt.
Der vorliegende Band spielt an und vor den Küsten der Vereinigten Staaten während des Unabhängikeitskrieges von der englischen Krone. Zusammen mit "Klar Schiff zum Gefecht" erzählt er die Zeit Kapitän Bolithos auf einer Korvette, seinem ersten selbständigem Kommando. Es wird wundervoll beschrieben, wie Bolitho es empfindet, sein erstes Schiff zu kommandieren (abgesehen von Prisenkommandos als Leutnant), wie er sich gegen einen korrupten General und seinen Kommandeur behaupten muß und sogar vor ein Kriegsgericht muß. Gerade wegen der großartigen Personenbeschreibungen und der wunderbaren Darlegung der Gefühle und Gedanken Bolithos und ab und an seiner Getreuen, kann man in den Romanen auch sehr schön schmökern. Die Handlung ist, aus meiner Sicht, da schon eher zweitrangig. Ein Wort noch zur Übersetzung: Sie ist sehr gelungen.