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Die Entführung und Ermordung des Hanns-Martin Schleyer
 
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Die Entführung und Ermordung des Hanns-Martin Schleyer [Gebundene Ausgabe]

Peter-Jürgen Boock
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Eichborn (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821839767
  • ISBN-13: 978-3821839769
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 186.579 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter-Jürgen Boock
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Es kommt nicht häufig vor, dass Ex-Terroristen Bücher schreiben. Peter-Jürgen Boock hat es getan. Das Thema des Buches: die Entführung und Ermordung des Arbeitgeber-Präsidenten Hanns-Martin Schleyer durch ein RAF-Kommando im Herbst 1977. Boock war Mitglied dieses Kommandos. Und daher ist die Geschichte dieses Verbrechens zur Geschichte seines Lebens geworden, auch wenn er sich schon lange von der RAF losgesagt hat.

Als "dokumentarische Fiktion" bezeichnet Boock sein Buch. In einer Mischung aus Roman und Reportage erzählt er die Ereignisse des "deutschen Herbstes" 1977 nach, so wie er sich daran erinnert. Boock und weitere RAF-Mitglieder überfielen damals die Wagenkolonne des Arbeitgeber-Präsidenten Schleyer in Köln. Sie erschossen dessen Fahrer und mehrere Polizisten. Schleyer selbst wurde mehrere Wochen lang in konspirativen Wohnungen gefangen gehalten. Mit ihrer Geisel wollten die Entführer die in Stuttgart-Stammheim inhaftierten Terroristen um Gudrun Ensslin und Andreas Baader freipressen. Die Bundesregierung blieb jedoch hart. Auch die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" konnte Kanzler Schmidt nicht zum Einlenken bewegen. Als die Stammheimer RAF-Häftlinge schließlich in ihren Zellen Selbstmord begingen, war das auch das Todesurteil für Hanns-Martin Schleyer: Seine Entführer fassten einstimmig den Entschluss, ihr Opfer zu erschießen.

Das Schreiben über die Schleyer-Entführung ist für Boock eine Art Selbsttherapie, mit der er sein damaliges Handeln nachvollziehen und verarbeiten will. Und es klingt wie ein Versuch der Wiedergutmachung, wenn Boock seinem einstmals gehassten Opfer Schleyer nachträglich fast heldenhafte Züge verleiht: Schleyer habe trotz der unvorstellbaren Umstände der Entführung stets souverän und beeindruckend gewirkt, die Terroristen immer wieder in intellektuelle Debatten verwickelt und dabei bloßgestellt. Die RAF-Leute hatten laut Boock wegen der eigenen ideologischen "Konzeptionslosigkeit" zunehmend das Gefühl, "ihm nicht gewachsen zu sein". Am kaltblütigen Mord hinderte das die Kommando-Mitglieder freilich nicht.

Das Buch entwickelt über weite Strecken durchaus Spannung. Als literarisches Meisterwerk kann man es kaum bezeichnen, und an dokumentarischen Darstellungen über die Schleyer-Entführung gibt es sicher bessere als diese. Seinen Wert und seine Eindringlichkeit findet das Buch in der Tatsache, dass es von einem der unmittelbar Beteiligten stammt -- und somit eine ungewöhnliche Art zeithistorischen Dokuments darstellt. --Christoph Peerenboom

Kurzbeschreibung

Der Ex-Terrorist Peter-Jürgen Boock, einer der Entführer zeichnet ein intimes Bild der Gespräche zwischen den Tätern und ihrem Opfer und öffnet damit erstmals den Blick darauf, wie die radikale Linke argumentativ und emotional an ihren Taten gescheitert ist - und welche Rolle die Persönlichkeit Hanns-Martin Schleyer dabei gespielt hat.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schwach 12. Juni 2007
Von Odysseus
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Buch, das viel verspricht, aber wenig hält.

Peter Jürgen Boock, auskunftsfreudiges ehemaliges RAF-Mitglied der sogenannten "zweiten Generation" und maßgeblich an der Schleyer-Entführung beteiligt, hat seine Sicht des Herbstes 1977 in einer romanhaften, sogenannten "dokumentarischen Fiktion" beschrieben. Boocks Ausführungen beinhalten nicht nur die Entführung des Hanns-Martin Schleyer sondern auch die Flucht einiger RAF-Mitglieder nach Bagdad, die Kontakte mit den Palästinensern und am Ende die Geschehnisse um die "Landshut" und die Reaktion auf die Stammheimer Selbstmorde. Der Autor verwendet dabei ' typisch für die RAF ' nicht die wahren Namen der Beteiligten sondern vergibt Synonyme. Boock ist dabei stellenweise kritisch, erzählt z.B. wie die "Verhöre" von Schleyer ins Leere liefen.

Die Diskussion, ob man Bücher von Tätern lesen soll, stellt sich hier nicht denn das Buch bietet dafür zu wenig neues und ist zudem stilistisch fragwürdig. Wie hier schon angemerkt wurde bewegt sich dieser teils auf Kolportageniveau. Und wirkliche Erkenntnisgewinne finden nicht statt, weil sich Boock größtenteils in Nebensächlichkeiten verliert, auch wenn die memorierten Verhöre Schleyers teils interessant sind. Hin und wieder erfährt man noch, wie die RAF sich während der Entführung organisierte, wie "aufwändig" die Kommunikation und Koordination der Terroristen untereinander lief. Doch das sind marginale Gewinne für den interessierten Leser, die den Kauf des Buches nicht rechtfertigen.

Mit Sicherheit kein Beitrag zur Zeitgeschichte.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie ein Groschenroman 11. Juli 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Boock schreibt einfach nicht gut genug. An sich wäre es ja ganz spannend gewesen, mal von einem Täter zu hören, wie das damals vor sich ging. Was der Autor als "dokumentarische Fiktion" anpreist, liest sich wie ein öder Schundroman. Man wünscht sich das ganze etwas protokollarischer, stringenter und sehnt den Fund der "Verhör"-Tonbänder herbei, die noch existieren könnten. So aber beleuchtet das Werk nicht wirklich irgendetwas Neues. Es bleibt bei einer "Innensicht" Boocks, die nach seiner Auffassung das Bild des Ganzes abrunden soll. Vielmehr als das er zunehmend auch während der Geschehnisse mit der RAF abschloss oder ein ungutes Gefühl hatte, kommt nicht. Nur an einer Stelle (ein Verhör) der Dokumentation kommt annähernd durch, was Boock als "These" formuliert: Die RAF ist letztlich an ihren Taten gescheitert. Schleyer watscht das Kommando ab, dass es - wie es mit ihm auch ausgeht - "um ihren Kopf nie gehen wird".
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Chance verpasst 16. September 2007
Von tom l. HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wieder einmal jährt sich der Deutsche Herbst und wieder einmal taucht Peter Jürgen Boock als "Kronzeuge" aus den Untiefen der RAF Geschichte auf. Für's 30ste Jubiläum hat er sich Namen aufgehoben, Rolf Heißler und Stefan Wisniewski sollen Hanns-Martin Schleyer gemeinsam hingerichtet haben.
Genau wie das Outing in der zweiteiligen ARD Doku über die RAF, ist dieses Buch von Herrn Boock zu werten. Ein mit Verlaub, plumper Versuch sich ins Gespräch zu bringen. Über die Boock'schen Gründe zu spekulieren ist mir einfach nur zuwider.
Die Familien, genauer die Söhne von Buback und Schleyer, suchten schon lange Antworten auf ihre Fragen. Warum gab Boock sie erst jetzt?
Und ob es tatsächlich so ist wie Boock es jetzt vorgibt ist zu bezweifeln. Gab er doch noch vor ein paar Jahren an, nur einer der Entführer gab die tödlichen Schüsse auf Schleyer ab und dieser habe es ihm selbst gesagt das er der Todesschütze sei. Sein "scheibchenweises Outing" sowie seine widersprüchlichen Aussagen, nachzulesen bei Peters, Aust und Co., werfen immer wieder Fragen auf und stellen die Glaubwürdigkeit des Autors zurecht in Frage.
Kurzum: Boock's Buch, als Print oder Hörspiel, ist für mich ein absoluter "No Go". Der Untertitel "Eine dokumentarische Fiktion" ist vielsagend, "selbsttherapeutisch" trifft's wohl weniger.
Manchmal, so wie in diesem Fall, vermisse ich die Möglichkeit 0 Sterne zu vergeben. Schade eigentlich.
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