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Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Schwarz und Weiß: der Schatten als Gegenspiel zum Licht und Synonym für unabänderliches Schicksal. Er wird allein vom Licht bestimmt, und Adelbert von Chamissos Figur
Peter Schlehmihl, der seinen Schatten dem Teufel verkauft, muss dafür teuer bezahlen. Philosophen, Architekten oder Maler, Platon, Mies van der Rohe oder Masaccio -- der Schatten ist sowohl metaphysische Herausforderung als auch berechenbares Phänomen. Er ist die natürlichste Form der Geometrie und die geometrisch reinste Form der Natur.
Seine krumme Karriere folgt der aller naturwissenschaftlicher Phänomene, beginnt in der frühkulturellen Mystifizierung und wird erst im ausgehenden Mittelalter von den neu geborenen Wissenschaften abgelöst. Eine exemplarische Geschichte, die Roberto Casati hier erzählt, und eine originelle dazu. In brillant lebhafter Sprache beleuchtet der Naturphilosoph die Zeiten vor und nach der Entdeckung des Schattens, vom schwarzen Licht über die Entdeckung des Merkur hin zu den Schattenspielen Larry Kagans.
Casati, der schon 1994 mit Holes and Other Superficialities einiges Aufsehen erregte, wirft Licht auf ein alltägliches Phänomen, ganz ähnlich, wie es Dava Sobel mit ihrem Längengrad tat. Der Übersetzerin gebührt das Lob, das italienische Original in ein fesselndes Deutsch gewandelt zu haben. Und zu guter Letzt: Das Buch ist ein richtiges Buch, mit dickem Papier, hübschem Einband und Lesebändchen. Der Berlin Verlag hat es an Fantasie wieder einmal nicht fehlen lassen. --J. Schüring
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
Schatten sind die Abwesenheit von Licht, also eigentlich nichts, doch dieses Nichts hat es Roberto Casati, Philosoph mit Forschungsschwerpunkt "Analyse von konzeptuellen Strukturen", angetan. Inspiriert durch eine Mondfinsternis, in Paris durchs Wohnzimmerfenster miterlebt, beschloss Casati, ein Buch über die Faszination des Schattens zu schreiben. Jetzt liegt es vor. Wer dachte, das Thema sei nicht faszinierend und könne keine Bücher füllen, sieht sich schnell eines Besseren belehrt. Casati definiert den Schatten, führt aber diese Definitionen durch faszinierende Gedankenspiele vom Autor Zwickmühlen genannt kurz danach auch schon wieder ad absurdum. Er zwingt den Leser auf angenehme Art zum Nachdenken. Casati beschreibt, wie Kinder mit Schatten umgehen, wann sie lernen, Schatten als etwas zu begreifen, und wie traurig eine Welt ohne Schatten aussähe. Er zeigt unter anderem am Beispiel von Platons bekanntem Höhlengleichnis den Umgang der Philosophen mit dem Phänomen und fasst die Entstehung und die Kulturgeschichte des Schattenspiels gekonnt zusammen. Die zweite Hälfte seines Buches beschäftigt sich dann mit der Astronomie. Viele ihrer Entdeckungen wären ohne Schatten undenkbar gewesen. Sind wir uns dessen bewusst? So wurden die Abstände zwischen Erde und Sonne bzw. Mond mit Hilfe von Schatten errechnet. Die Entdeckung, dass die Erde eine Kugel ist, beruht darauf, dass der Mond sich manchmal im Schatten der Erde befindet. Mit Hilfe von Schatten wurden auch die Berge und Täler auf unserem Mond erstmals beschrieben. Der Ring des Saturns und viele Planetenmonde wurden durch die Schatten, die sie auf ihre Planeten werfen, erst richtig erkannt. "Die Entdeckung des Schattens" ist eine angenehme Lektüre ein Muss für alle, die an Wissenschaftsgeschichte interessiert sind und Gedankenspiele lieben. Roberto Casati schafft mit seinem Buch etwas, was eigentlich unmöglich ist: Er holt den Schatten aus dem Schatten. Rezensent: Dr. Markus Fendt -- Wissenschaft-Online
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