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Die Entdeckung der Natur: Etappen einer Erfahrungsgeschichte [Broschiert]

Jürgen Goldstein
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

21. März 2013
DIE ENTDECKUNG DER NATUR ist eine Erfahrungsgeschichte, deren Anfänge ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Ein lebendiges Panorama ihrer Schauplätze und Protagonisten entwirft Jürgen Goldstein in sechzehn Kapiteln: von Petrarcas Mont-Ventoux-Erlebnis über Georg Forsters Tahiti-Reise und Georg Christoph Lichtenbergs Überfahrt nach Helgoland bis hin zu Reinhold Messners Besteigung des Mount Everest. Anhand von acht Bergbesteigungen und acht Horizontüberschreitungen durch Seefahrten zeichnet er einen Entwicklungsbogen nach, der von der zaghaft einsetzenden Lust am Schauen über die spektakulären Naturerkundungen bis zur heutigen Anschauungsmüdigkeit reicht.
Aus den historischen Erfahrungsberichten spinnt Jürgen Goldstein eine dichte, fast literarische Erzählung der sich wandelnden Wahrnehmung der Natur, die diese Entdeckungserlebnisse zu unmittelbarem Leben erweckt. Indem er jene oft brillanten Schriftsteller wie Goethe und Darwin oder Claude Lévi-Strauss und Peter Handke selbst zu Wort kommen lässt, gelingt es ihm, die Erzählung als Wissensform zu rehabilitieren und die Leser an der Unmittelbarkeit ihrer Eindrücke teilhaben zu lassen. Was die Reisetagebücher, Briefe, Notizen und Erzählungen der Anschauungsnomaden verbindet, ist die Liebe zur Welt.

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Produktinformation

  • Broschiert: 310 Seiten
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin (21. März 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3882219920
  • ISBN-13: 978-3882219920
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 17,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 229.157 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jürgen Goldstein, geboren 1962 in Beckum, lehrt Philosophie an der Universität Koblenz-Landau. Er forscht u. a. zu Hans Blumenberg, über Aspekte der Politischen Philosophie der Gegenwart sowie über die Geschichte der Naturwahrnehmung.

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5.0 von 5 Sternen Intellektuelles und literarisches Vergnügen 24. Mai 2013
Von Volker M. HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Wann begann der Mensch, die Natur als eigenständigen Wert zu entdecken? Jürgen Goldstein macht dieses Datum an Petrarcas Besteigung des Mont Ventoux fest, unabhängig davon, ob dieses Ereignis in der Realität je stattgefunden hat. Das ist grundsätzlich unerheblich, denn laut Goldstein liegt Petrarcas Leistung darin, dass er der Entdeckung der Inneren Welt des Menschen die Entdeckung der äußeren Welt als gleichwertigen Kontrapunkt entgegensetzt. Petrarca überwindet erstmals Augustinus und seine rein spirituelle Innensicht, die fast 1000 Jahre lang den Wunsch nach Erkenntnis dominierte.
Goldsteins Auswahl an Meilensteinen der Entdeckungsgeschichte der Natur mag für den einen oder anderen Wissenschaftshistoriker ungewohnt erscheinen. Es sind bei Weitem nicht alle Protagonisten in die Annalen des allgemeinen Weltgedächtnisses eingegangen, denen Goldstein einen Essay widmet. Da steht Kolumbus neben Wilhelm Weike (wer bitte?) und Alexander von Humboldt neben Peter Handke. Es geht dem Autor erkennbar nicht um eine Zusammenstellung des Who is Who unter den Entdeckern, nicht einmal Vollständigkeit wird angestrebt, und wie man an Handke erkennt, müssen es auch keine wirklichen Entdecker sein. Goldstein legt andere Maßstäbe an die Subjekte seines Interesses: Sie müssen in der Lage sein, ihre unmittelbare Wahrnehmung in lebendige, fesselnde Sprache zu fassen. Und sie müssen für eine bestimmte Stufe in der Geschichte der Naturwahrnehmung stehen, unabhängig davon, ob sie die Ersten waren, die dieses Stadium erreichten. Die Übergänge sind ohnehin fließend, die Reihenfolge im Buch dagegen ist rein chronologisch und das vermittelt Goldsteins Analyse einen wunderbaren Sog.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ja, dass ist ein persönliches Buch... 19. Juni 2014
… eine vom Autor gewertete Sicht und Aufarbeitung des Themas der bewussten Naturerfahrung; ein Parcour, der natürlich subjektiv ist, aber das macht dieses Buch ja auch aus - vielleicht ist, wie so häufig, der Titel nicht ganz glücklich gewählt… Ich finde, dass man dieses Buch nicht so kleinkariert nur an Augustinus aufhängen kann, - darüber lässt sich ja streiten, dennoch scheint es mir bei dem einen Rezensenten nur darum zu gehen und das wird dem Buch nicht gerecht. Ich komme selbst aus dem Bereich der Kunst, wo man eigentlich immer subjektiv auf Welt reagiert - die Philosophie trägt das ebenso in sich, wie die Literatur.

Dieses Buch ist nicht nur hervorragend gestaltet, es ist auch ein wunderbares literarisches Experiment, welches O-Ton mit dem, was der Autor daraus liest und sinngemäß für sich erschließt zusammen bringt. Daraus wird eine Erzählung - eine Erzählung ist 'eine' Möglichkeit Wissen, oder besser: Geschichten über das Wissen zu vermitteln, denn es gibt nicht die eine Wahrheit.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Verifizierter Kauf
Herr Goldstein schien es weniger darum zu gehen, zu untersuchen, wie sich das moderne Bild von Natur entwickelt hat, als in Anekdoten zu demonstrieren, dass man Natur nur entdecken kann, wenn man sich vom Christentum entfernt. Tatsächlich waren es gerade Christen, die sich aus genuin religiösen Motiven für die Natur interessierten und bei denen keineswegs erkennbar ist, dass sie sich hierzu vom Christentum lossagen mussten. Zumindest kann er das anhand der zitierten Passagen nicht belegen. Er setzt die fixe Idee voraus, das Christentum passe nicht zur Naturerkenntnis, und jeder, der etwas in der Natur entdeckt, beweist damit indirekt, dass er sich vom Christentum entfernen musste. Wie kommt er zu dieser Sicht? Als Beleg nimmt er die Ablehnung der "Neugierde" durch Augustinus. Er lehnt sich dabei an die Darstellung von Hans Blumenberg an, der gerade im augustinischen Curiositas-Verbot den Gegenpol zur neuzeitlichen Naturwissenschaft verortet, deren Antrieb gerade die Neugierde sei.
Davon abgesehen, dass es immer schwierig ist, einen einzelnen Autor mit dem Christentum gleich zu setzen, irrt Goldstein (und Blumenberg): erstens ist Augustinus nicht gegen Naturerkenntnis sondern gegen eine Neugier, der es nicht um Erkenntnis oder Nutzen sondern um Sinneskitzel geht. Die Neugier, von der Augustinus spricht, führt nicht zur Wissenschaft, sondern zu den blutigen Theaterspielen der Römer und in die Magie! (nachzulesen in den confessiones Buch 10, Kapitel 34 und 35).
Im Kapitel 8 desselben Buches (der confessiones) zitiert er die angebliche Warnung Augustinus, "die Gipfel der Berge, die ungeheuren Fluten des Meeres, die breiten Wasserfälle..." zu betrachten, weil das gegen das Gebot der Augenlust verstoße.
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