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So klingt Tunis, der Orient! Sinnliches Hören ist in dieser Produktion das adäquate Pendant zu Farbe und Licht: Die Musik mit Akkordeon und mit der Oud, der arabischen Laute, begleitet die Reise, hinzu kommt eine unbeschreiblich dichte Klangqualität aus charakteristischen Klängen, Tönen und Originalsprache, aufgenommen an Originalschauplätzen. Mit der sprachlichen Komponente, die aus dem Wechsel von treffsicheren, authentisch klingenden Dialogsequenzen und Tagebucheintragungen Paul Klees besteht, liefert das Hörbuch interessante Gespräche über Kunst und Kultur.
Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gönnten sich zwei deutsche und ein schweizerischer Maler den Luxus einer zweiwöchigen Reise durch Tunesien. Die Faszination Arabiens und des Orients, sein exotischer Zauber aus Licht, Farbe und Gerüchen schenkte Paul Klee eine Fülle unvergesslicher Impressionen, von der er noch lange zehren sollte. Sein jüngerer Kollege und Freund, August Macke, malte hier Aquarelle, in denen das Licht und die Farben Nordafrikas einzigartig eingefangen sind. Wenig später, im September 1914, starb er im Krieg. Die Reise wurde für die Geschichte der Malerei zu einem Mythos.
Den Rahmen des Hörbuchs bilden die humorvollen, von genauer Beobachtungsgabe zeugenden Tagebuchaufzeichnungen Paul Klees. Anna Thalbach, die bekannte Schauspielerin (u. a. Justiz von H.W. Geissendörer) findet hier den absolut passenden Ton. Keine Sekunde ist man wegen der weiblichen Stimme irritiert. Überzeugend sind auch die Sprecher, die in die Rollen der drei Maler schlüpfen: Jochen Malmsheimer als Klee, Johannes Rotter als Macke und Thomas Nückel als Moilliet. Allen gelingt es scheinbar mühelos, die drei Männer, eingebunden in ihre Zeit, ihr Privatleben und ihre Malerei, lebendig werden zu lassen.
Die Entdeckung der Farbe vollzieht sich in Kairouan. In diesem Wunder, wie Klee es nennt, an diesem berauschenden Höhepunkt der Reise erfährt der Maler das Einssein mit der Farbe: Die Farbe hat mich ... Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer. Ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler. Mehr konnte Klee nicht erwarten. Mehr kann man aber auch von dieser Hörreise nicht erwarten. Sie ist eine Komposition, bei der einfach alles stimmt: die raffinierte Musik von Stephen Keusch im Dolby Prologic® Sourroundverfahren, die glaubwürdigen Dialoge ..., das Zusammenspiel macht diese Produktion zu einer sinnlichen Reise in die Farbe, das Licht, den Orient, in die eigenen Träume.
Hörreise mit Musik, Spieldauer: ca. 60 Minuten, 1 CD. Vierteiliges Leporello mit der Spurensucher Karte.
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Ihr knapp zweiwöchige Aufenthalt in Tunesien wurde zu einer Sternstunde der Menschheit.
Die drei Maler verstanden sich gut und bei Exkursionen ins Landesinnere u.a. nach Karthago, Hammamet, Sidi Bou Said und Kairouan erlebten sie spannende Abenteuer, die starken Einfluß auf ihre Arbeit ausübten.
Macke hatte einen regelrechten Schaffenszwang und schuf täglich bis zu fünfzig Zeichnungen und Bilder. Ob er wohl seinen nahen Tod spürte? Die dort entstandenen Aquarelle sind in ihrer Schönheit und Klarheit bis heute unerreicht.
Für Klee, auf dessen Original-Tagebucheintragungen das Hörspiel "Die Entdeckung der Farbe" basiert, war die Tunisreise von einschneidender Bedeutung für seine Zukunft. In der Landschaft von Kairouan kam er zu der Erkenntnis: "Ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler!"
Die Bilder von Klee und Macke gelten heute als Bindeglied zwischen Orient und Okzident.
Klee reiste zwei Tage vor Macke und Moilliet in Tunis ab. Macke wurde kurze Zeit nach seiner Rückkehr aus Tunesien als Soldat eingezogen, um für Deutschland in den 1. Weltkrieg zu ziehen. Er fiel am 26. September 1914, nur vierundzwanzig Jahre alt, bei Perthe-les-Hurlus in der Champagne.
Das Hörspiel selbst ist kurzweilig und unterhaltsam. Jochen Malmsteiner, Johannes Rotter und vor allem Anna Thalbach als Erzählerin sprechen ihren Part sehr gut.
Die Musik von Stephen Keusch verstärkt die Atmosphäre dieser Orientreise und begleitet uns angenehm zu den einzelnen Stationen dieser legendären Reise.
Das Schönste als Bonbon zum Schluß: Das Cover, es ist wunderschön gestaltet, zeigt einige der bei dieser Reise entstandenen tollen Bilder und eine Skizze mit der eingezeichneten Reiseroute der drei Maler.
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