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Die Engel: Überlieferung, Gestalt, Deutung
 
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Die Engel: Überlieferung, Gestalt, Deutung [Taschenbuch]

Heinrich Krauss
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 127 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 3 (26. April 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 340644735X
  • ISBN-13: 978-3406447358
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,6 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 394.862 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Heinrich Krauss
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2000
In einer gleichermaßen unterhaltsamen wie informativen Rezension zeigt sich Max Küchler äußerst angetan von diesem "präzisen und sachlichen" Buch, selbst wenn er einräumt, dass auch am Ende der Lektüre nicht klar wird, ob "es je einen wirklichen Engel gegeben hat". Ihm gefällt jedoch die geradezu liebevolle Herangehensweise des Autors, der bei seiner – wie Küchler feststellt – äußerst facettenreichen Darstellung mit einem bisweilen "maliziös-jesuitischem Augenzwinkern" vorgeht. Dabei kann man, so der Rezensent, allerhand über Engel – nicht nur aus der Bibel – erfahren: So gehe Krauss auch auf Engel in den verschiedenen Religionen ein, auf gefallene und hilfreiche Engel, auf Engel in "Kunst, Kultur, Kino und Kitsch", aber auch auf die verschiedenen Erscheinungsformen, die Engel im Laufe der Jahrhunderte angenommen haben (mit und ohne Flügel, "dämonische Verkehrungen in Tier- und Menschengestalt" etc.). Auch der Satanskult kommt nicht zu kurz, so Küchler, der geradezu erleichtert scheint, dass mit diesem Buch endlich jemand "Ordnung in den Köpfen und bei den Engeln" geschaffen hat.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Was wissen wir über die Engel? Woher stammt dieses Wissen? Halten die Vorstellungen von Natur und Wirken der Engel skeptischer Nachfrage stand? Sind Engel Chiffren für die Hintergründigkeit des menschlichen Daseins? Dieses Buch gibt auf knappem Raum Auskunft über die Engel-Überlieferung, nennt Quellen, beschreibt Formen und Wandel der christlichen Engelvorstellungen - von den Erzählungen der Bibel über die großen Lehrgebäude der mittelalterlichen Theologen bis zu den Reformatoren, Aufklärern, Visionären und Dichtern der Gegenwart.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Bereits im Vorwort seines in Erstauflage bereits im Jahre 2000 erschienenen Büchleins macht der promovierte Jurist, Theologie und Philosoph Heinrich Krauss (Jahrgang 1922) deutlich, dass der Begriff Engel (griechisch: angelos) nur in den drei großen monotheistischen Religionen anzutreffen ist. Gleichwohl die Vorstellung von Geisterwesen auch darüber hinaus weit verbreitet ist, hält sich der Autor an eine Beschreibung der biblischen und nachbiblischen Entwicklungsphasen in Judentum, Christentum und Islam. Neben Einzelaspekten aus der Geschichte der (christlichen) Engelslehre vermittelt Dr. Krauss auch das kohärente und zugleich differenzierte Bild zu dem sie sich im Laufe der Geschichte zusammengefügt haben....

....und widmet sein erstes Kapitel dem "biblischen Befund". Zunächst werden alttestamentarische Beispiele genannt in denen der "Engel des Herrn", hebräisch mal'ak (auch Botschafter des Königs) mit bestimmten Nachrichten, Prüfungen etc. an Auserwählte wie Abraham oder Lot herantreten. Daneben gibt es Beschreibungen von Heerscharen (Zebaot) und Göttersöhnen (bene elohim) im Dienste des Herrn. An einigen Stellen des Alten Testaments wird das Aussehen, der zum himmlischen Hofstaat gehörenden, das Sinnbild der göttlichen Majestät verkörpernde, geflügelten Seraphim und Cherubim beschrieben. Interessant ist, das mit Seraph ursprünglich eine Wüstenschlange bezeichnet wurde und Cherub höchstwahrscheinlich identisch mit dem mesopotamischen Karibu ist, einem Mischwesen mit Löwenleib, Stierfüßen, Adlerflügeln und einem menschlichen Kopf. Der "Thronwagen Gottes" aus den Visionen des Visionen des Hesekiel bietet bis heute Anlass zu Spekulationen. Neben ägyptischen und babylonischen haben vor allem Elemente aus der dualistischen, altpersischen Religion Zarathustras Eingang in das Judentum gefunden. Neben Deute- und Rettungsengeln, Heilenden und fürbittenden Engel wurden dadurch auch Dämonen, allen voran auch Satan (hebr. Ankläger) als Synkretismen übernommen. Informationen über Anzahl, Namen und Verfehlungen der "gefallenen Engel", die sich mit den Menschentöchtern einließen gibt das apokryphe Buch Henoch, das Eingang in den äthiopischen Kanon gefunden hat. Auch dem außermenschlichen Ursprung des Bösen ist ein Abschnitt gewidmet. Schutz-, Todesengel und andere Erscheinungen im Neuen Testament, und die ergänzende und konkurrierenden Stellung von Christus gegenüber allen Engelswesen bilden den Abschluss der ersten Kapitel.

Das zweite Kapitel befasst sich mit dem "Engelbild der Spätantike und des Mittelalters". Der Leser erhält Einblicke in die Anfänge einer philosophischen Engellehre im Judentum, die Interpretationen der Kirchenväter und Konzile. So wurde bereits auf dem Konzil von Nicäa festgestellt, dass Engel keine Emanationen Gottes sind, sondern von Gott geschaffene Kreaturen. Eine neue Präzisierung erfuhr die Engellehre im 13. Jahrhundert durch die Scholastik, die mit strenger Methodik und der Berufung auf den menschlichen Verstand, die Kenntnisse ihrer Zeit in ein geordnetes System zu bringen suchte. Dem Exkurs in die jüdische und islamische Tradition folgt die klassische Lehre über Wesen und Aufgaben der Engel. Hierzu gehört u. a. das kosmische Wirken und die Sphärenmusik und eine Übersicht über hierarchische Ordnung der neun Engelchöre. Nach weiteren Ausführungen zu den Gefallenen Engeln im Buch Henoch, wird die Bedeutung der Engel in Liturgie und Frömmigkeit erläutert. Abschließender Gegenstand des Kapitels ist die Prägung des Engelbildes durch die christliche Kunst. Besonders bei der Darstellung der Gefallenen Engel haben sich Künstler wie Giotto di Bondone und Hieronymus Bosch besonders hervorgetan.

"Der Engelglaube im Widerstreit" ist das Thema des dritten und letzten Kapitels. Reformation und Aufklärung führten schließlich zu einer Entmythologisierung der Heiligen Schrift und ließen die Engel beim Kirchenhistoriker Carl August von Hase (S. 90) gar zu "metaphysischen Fledermäusen" mutieren. Daneben gab es jedoch auch spiritualistische Gegenströmungen, wie Alchemie und Esoterik und die Fortdauer des Glaubens an Schutzengel. Die "Theosophie" der Helenas P. Blavatsky (S. 96) wird hierbei ebenso angeführt wie die Göttersöhne des Erich von Daniken (S. 98). Zu den Engeln in der neueren Literatur und Kunst gehören die Rückkehr der Engel bei den Romantikern und als Metapher auch die "Kino-Engel" als auch die Faszination Satans (S. 102). Die zeitgenössischen Erklärungshypothesen für Engelserscheinungen bewegen sich zwischen krankhaften oder durch Drogen ausgelöste Halluzinationen bis hin zu C. G. Jungs Ansatz der archetypischen Urbilder. Hierbei erläutert der Autor auch die Rolle der Engel als Seelengeleiter im Zusammenhang mit sogenannten Nah-Tod-Erfahrungen. Anders als Sigmund Freud schloss Jung die Möglichkeit nicht aus, dass das menschliche Bewusstsein mit einer Wirklichkeit in Verbindung treten kann, die jenseits der Alltagswirklichkeit existiert. Eine solche Transzendenz wird anhand eines Erlebnisses Martin Luther Kings veranschaulicht....

Ein 11seitiger Anhang mit Glossar, ein Abkürzungsverzeichnis der zitierten biblischen Bücher, ein Literaturverzeichnis und ein Namen- und Sachregister bilden den Abschluss einer lesenswerten Zusammenfassung, die ihrem Untertitel "Überlieferung, Gestalt und Deutung" gerecht wird und gleichzeitig zu einem tieferen Einstieg in die Angelologie einlädt.
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