Nach über fünf Jahren hat der Buchautor Klaus Heinloth jetzt eine Neuauflage seiner Faktensammlung „Die Energiefrage" herausgebracht. Am Donnerstag stellte der Physiker im Magnus-Haus in Berlin sein aktualisiertes Werk der Presse sowie einer interessierten Zuhörer- bzw. Leserschaft vor.
Die elementare Frage, um die es in diesem Buch geht, ist die Suche nach einem Weg, wie Energie umweltverträglich und gleichzeitig billig verfügbar gemacht werden kann. Eine eindeutige Antwort wird jedoch auch in diesem 600 Seiten umfassenden Werk nicht gegeben. Klaus Heinloth stellt statt dessen alle notwendigen Informationen zur Verfügung und überlässt es der Leserschaft, sich ein eigenes Bild und damit auch eine eigene Meinung zu schaffen.
Eine äußerst wichtige Quintessenz ist hingegen die Feststellung von Heinloth, die er gleich zum Auftakt der Pressekonferenz von sich gab, dass „langfristig nur die Sonne" die Energiefrage wird lösen können. Diese Aussage begründete er aus geschichtlicher Sicht, indem er auf die über Jahrtausende bewährte Energieversorgung mit Sonnenenergie verwies, die letzt sowohl für Wind als auch für nachwachsende Rohstoffe verantwortlich ist. Die Industrialisierung mit der verstärkten Nutzung der fossilen Energieträger rechtfertigte er damit, dass diese Entwicklung erst die Schaffung heutiger Technologien zur Versorgung mit erneuerbaren Energien ermöglicht hätte. Ohne diese Entwicklung wäre seiner Meinung nach die Sonnenenergie nicht in dem Maße nutzbar, wie es bereits heute der Fall ist.
Damit die technische Entwicklung noch weiter voraneilen könne, propagierte Heinloth die „freie Forschung". Er behauptete, allein die Zusammenführung einiger „kluger Köpfe" aus den Naturwissenschaften könnte so manches Problem lösen, wenn diese frei und ohne Druck forschen könnten. Allerdings gab er auch zu bedenken, dass die Politik häufig nicht das umzusetzen vermag, was von wissenschaftlicher Seite dargeboten wird.
Eine sehr kritische Diskussion entspannte sich anschließend um den von Heinloth geprägten Begriff der „sicheren Nukleartechnik". Gemäß seinen Ausführungen, die zu diesem Punkt auch im Buch recht ausführlich ausfallen, soll es einen „sicheren" Reaktortypen geben, der vom Forschungszentrum Jülich entwickelt wurde und mit dem über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg Uran zur Energieversorgung genutzt werden könne. Eine Sondermüll-Entsorgung sei seiner Meinung relativ einfach realisierbar, indem so vorgegangen werde, wie es die Natur vormacht. Er stellte es als problemlos umsetzbar dar, den Müll unterirdisch in geeigneten Höhlen zu deponieren und anschließend die Hohlräume mit einer schwer wasserlöslichen Substanz auszugießen. Heinloth legte jedoch Wert darauf, dass er keine Energieform einer anderen vorziehen wolle. Er als Physiker habe in seinem Buch lediglich versucht, alle Informationen zusammen zu tragen und möglichst neutral nebeneinander zu stellen.
Entstanden war die erste Auflage dieses Buches im Jahr 1997 mit Hilfe der Heraeus-Stiftung, die sich der Förderung von Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften widmet. Die Stiftung hatte sich bereits damals vornehmlich an Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft gewandt, um denen mit dieser Daten- und Faktensammlung eine gut recherchierte Grundlage zur Entscheidungsfindung in die Hand zu geben. In dieser nun vorgestellten Neuauflage sind zahlreiche Informationen überarbeitet und entsprechend den Entwicklungen der vergangenen Jahre aktualisiert und ergänzt worden.