Mark Dvoretzkijs Buch "Die Endspieluniversität" muss - obgleich es erst ein paar Jahre alt ist - schon zu den Klassikern der Schachliteratur gezählt werden. Das Schmunzeln, das mir zunächst bei dem Namen "Universität" auf den Lippen lag, gefrar schnell, als schon auf Seite 10 Trainingsaufgaben aller höchsten Kalibers angeboten wurden. Hier muss man als "Student" wirklich büffeln, um etwas für sich herauszuziehen. Demgemäß ist auch die Annoncierung "für Amateur und Profi" ernst zu nehmen. Dvoretzkij als Trainer von Schachprofis nimmt keine Rücksicht auf Zielgruppen. Er verlangt vom Leser allerhöchste Aufmerksamkeit und Fleiß. Bringt der Leser diese Bereitschaft nicht mit, so wird er auch aus dem Buch keinen Nutzen ziehen.
Ackert man die 500 Seiten durch, so braucht man als Amateur mit mäßig viel Zeit bestimmt ein, zwei Jahre. Deshalb halte ich den Preis auch für äußerst günstig. Es ist quasi ein Buch für das ganze Leben.
Hervorzuheben ist, dass das Werk in seiner 3. Auflage von 2006 tablebases-getestet ist, d.h. die Lösungen stimmen wirklich. Bei Endspielbüchern, die älter als 10 Jahre sind, kann man davon ausgehen, dass sie vor Fehlern wimmeln, da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Tablebases (Endspieltabellen) gab. Ein klarer Pluspunkt für Dvoretzkij.
Summa summarum ein Werk, das sich kein Schachspieler entgehen lassen sollte.