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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
DER deutsche Schauerroman über die Nachtseiten der Seele,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Elixiere des Teufels: Roman: Nachgelassene Papiere des Bruders Medardus, eines Kapuziners. Herausgegeben von dem Verfasser der Phantasiestücke in Callots Manier (Taschenbuch)
Im 18. Jahrhundert wurde in England ein neues Genre geboren, die "gothic novel" - im Deutschen meist als Schauerroman, Phantastik, oder mit dem eingrenzenden Epochenbegriff Schauerromantik bezeichnet. Als die Welle aus England schließlich Deutschland erreichte, war E.T.A. Hoffmann - durch seine Erzählungen, aber insbesondere durch seinen Roman "Die Elixiere des Teufels" - der einflussreichste und fruchtbarste Vertreter dieses Genres. Die Welle gelangte, durch den starken Einfluss der deutschen Literatur, nach England und in den Rest der Welt zurück und Hoffmann wurde zu einem der international meistgelesenen deutschsprachigen Autoren.Der Roman um den Mönch Medardus, dessen Geschlecht verflucht ist und ihn zu Leidenschaft und Grausamkeit treibt, ist nicht nur ein kanonisierter Klassiker, sondern eine Collage der Scheußlichkeiten menschlichen Handelns und Empfindens. Neben einer dezenten Hommage an M. G. Lewis' genialen "The Monk" enthält Hoffmanns Meisterwerk Anleihen damals äußerst moderner psychologischer Ideen und stellt ein wahres Sammelsurium an Motiven des Unheimlichen dar. Der Roman gliedert sich in zwei Teile mit je vier bzw. drei Abschnitten. Zunächst erfährt der Leser in einem "Vorwort des Herausgebers" von den nachgelassenen Papieren des Bruders Medardus, die eigentlich hätten verbrannt werden sollen. Anschließend beginnt die Entwicklungsgeschichte des Mönchs, seine Jahre der Kindheit und dem Klosterleben. Dort werden von Hoffmann die wesentlichen Motive eingeführt: Die Versuchung Satans, das verbotene Teufelselixier, fleischliche Begierden und dergleichen. Als Medardus vom verbotenen Elixier kostet und schließlich seinen "Eintritt in die Welt" nimmt, beginnt sich das dunkle Gemüt des Mönchen erst richtig zu entfalten. Das Doppelgängermotiv, das den Roman durchzieht, ist schlicht genial eingesetzt und garantiert ein Höchstmaß an Unheimlichkeit - gerade dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Zahlreiche Verstrickungen und Grausamkeiten machen den Roman zu einem anspruchsvollen Lesevergnügen, dem es an Effekten der Unterhaltungsliteratur wahrlich nicht mangelt. Aber was macht E.T.A. Hoffmann zu einem derart faszinierenden Schriftsteller? Neben dem Talent zur Inszenierung des Unheimlichen wird bei ihm sehr häufig ein Schema erkennbar, das die Psyche in Es, Ich und Über-Ich aufteilt. Heute kennen wir diese Begriffe dank Freud, aber dieser widmete sich seinerzeit gewiss nicht wahllos dem Werk Hoffmanns in besonders starkem Maße und baute seine Theorie des Unheimlichen komplett auf Hoffmanns "Sandmann" auf. Hoffmann gewährt uns also Einblicke in die Nachtseiten der menschlichen Seele, die uns gleichermaßen faszinieren wie sie uns abstoßen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
E.T.A. Hoffmann - der Altmeister des Horrors,
Rezension bezieht sich auf: Die Elixiere des Teufels: Roman: Nachgelassene Papiere des Bruders Medardus, eines Kapuziners. Herausgegeben von dem Verfasser der Phantasiestücke in Callots Manier (Taschenbuch)
Harmlos beginnt die Geschichte, braut sich grollend immer düsterer und düsterer zu einem Unwetter zusammen, bis sie den ganzen menschlichen Horizont füllt wie das schwarze Verderben persönlich. Abgründe, alle Todsünden zusammen, Liebe, Mord, Lust, Vorsehung, Fluch und Verdammnis, Leid und Erlösung - Hoffmann beschreibt in einem einzigen gewaltigen Ausholen das gesamte Menschendasein in einer Dichte, die seinen Lesern von den ersten Seiten an den Atem nimmt. Die permanente, nach heutigem Empfinden stark übertriebene Gottgewandheit seiner Romanfiguren stört zudem nicht, sondern schafft eine fremd gewordene Nähe zum Übersinnlichen. Als das Werk ausgerechnet zu Ostern 1816 erschien, muss es auf die Menschen gewirkt haben wie ein Gottesgericht. "Die Elixiere des Teufels" ist ein grandioses erzählerisches Meisterwerk und war für mich eine echte literarische Offenbarung. Bedankt, Herr Reich-Ranicki, für dieses Vergnügen!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das bedrohliche Aufbegehren des Unbewußten,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Elixiere des Teufels: Roman: Nachgelassene Papiere des Bruders Medardus, eines Kapuziners. Herausgegeben von dem Verfasser der Phantasiestücke in Callots Manier (Taschenbuch)
"Lichter schweiften hin und her, und die Tritte der Herbeieilenden schallten durch die langen Gänge, die Angst verwirrte mich..." Nicht umsonst ist dieser Roman der berühmteste und erfolgreichste Gruselklassiker der deutschen Literatur. Er ist dabei so angelegt, daß von Anfang an der Eindruck beim Leser entsteht, es handele sich um eine wahre Geschichte, und zwar aus dem mittelalterlichen Klosterleben heraus - was den Schauereffekt noch zu verstärken vermag, und an den Roman "Der Name der Rose" erinnert. Der Mönch Medardus kann demgemäß dem im Kloster aufbewahrten Teufelselixir nicht widerstehen und wird von finsteren Mächten in Liebeswahn, Hurerei und Mord getrieben. Seine wahnhaften Zustände wechseln sich dabei ab, was der ganzen Geschichte einen verstärkt dramatischen Effekt verleiht und zudem begegnet er auf seiner Flucht - denn fliehen glaubt er ja zu müssen, nach seinen Schandtaten - seinem Doppelgänger, der ihn auf seinen fluchbeladenen und blutigen Irrwegen verfolgt. Mit einem wahrhaft erstaunlichen Reichtum an schaurigen Ideen, Motiven und Requisiten eröffnen sich dem Leser die Abgründe eines Lebens, die Abgründe von Leidenschaft, Wahnsinn und Verbrechen. Und tatsächlich: Hoffmann versteht es geradezu einzigartig, den Leser mithineinzureißen in seine Welt des Grauens, ein inszeniertes Grauen zwar, und doch merken wir, woher es rührt - nämlich aus dem bedrohlichen Aufbegehren des Unbewußten, aus den verborgenen Schattenseiten unserer Seele. So vermag es dieser einzigartige Roman, der 1815 erstmals erschienen ist, auch heute noch selbst dem "hartgesottenen" Leser kalte Gruselschauer über den Rücken zu jagen. [Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.] (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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